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Mineralstoffe

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Mineralstoffe
Definition

Mineralstoffe sind anorganische Nährstoffe, die der Hundekörper nicht selbst produzieren kann und die über das Futter aufgenommen werden müssen.

Inhalt
  1. Welche Mineralstoffe sind für Hunde lebensnotwendig?
  2. Wie erkenne ich Mineralstoffmangel beim Hund?
  3. Warum reicht normales Hundefutter nicht immer aus?
  4. Kann man Mineralstoffe überdosieren?

Mineralstoffe sind anorganische Nährstoffe, die der Hundekörper nicht selbst produzieren kann, sie müssen über das Futter aufgenommen werden.

Anders als beim Menschen zeigen Hunde deutlich schneller Mangelerscheinungen. Ein Eisenmangel kann sich bei einem 30-Kilo-Hund bereits nach zwei Wochen bemerkbar machen, beim Menschen oft erst nach Monaten.

Welche Mineralstoffe sind für Hunde lebensnotwendig?

Hunde benötigen 14 verschiedene Mineralstoffe. Die Einteilung erfolgt nach der benötigten Menge: Mengenelemente über 50 mg pro kg Körpergewicht täglich, Spurenelemente darunter.

Mengenelemente (Makromineralstoffe)

Kalzium: 1,2–1,8 g pro kg Körpergewicht täglich. Eine Überdosierung bei Welpen führt zu Gelenkproblemen durch gestörtes Knochenwachstum.

Phosphor: Immer im Verhältnis 1,2:1 zu Kalzium. Ein Verhältnis von 2:1 oder höher blockiert die Kalziumaufnahme vollständig.

Magnesium: 150 mg pro kg Körpergewicht. Bei Nierenerkrankungen auf 50 mg reduzieren.

Natrium: 200 mg pro kg Körpergewicht. Hunde schwitzen nicht, ihr Natriumbedarf liegt 60 % unter dem von Menschen.

Spurenelemente (Mikromineralstoffe)

Eisen: 80 mg pro kg Körpergewicht. Hündinnen in der Läufigkeit benötigen das Doppelte.

Zink: 15 mg pro kg Körpergewicht. Nordic Dogs wie Husky oder Malamute haben nach aktuellem Kenntnisstand einen deutlich erhöhten Zinkbedarf.

Selen: 0,35 mg pro kg Körpergewicht. Die Grenze zur Vergiftung liegt bei 2 mg, ein extrem schmaler Spielraum.

Kupfer: 7,3 mg pro kg Körpergewicht. Bedlington Terrier können Kupfer nicht abbauen, sie benötigen kupferarmes Futter.

Wie erkenne ich Mineralstoffmangel beim Hund?

Mineralstoffmangel zeigt sich oft unspezifisch. Die folgenden Symptome solltest du ernst nehmen:

Eisenmangel: Das Zahnfleisch wechselt von rosa zu blassrosa bis weiss. Der Hund ermüdet bei gewohnten Spaziergängen.

Zinkmangel: Krusten um Augen und Maul, die nicht abheilen. Häufig bei getreidefreiem Futter mit hohem Fleischanteil.

Kalziummangel: Muskelzuckungen, besonders an den Hinterbeinen. Bei säugenden Hündinnen kann das lebensbedrohlich werden.

Warum reicht normales Hundefutter nicht immer aus?

Kommerzielle Hundefutter sind auf einen durchschnittlichen Hund berechnet. Individuelle Faktoren können den Bedarf erheblich verschieben:

Trächtige Hündinnen benötigen ab der 6. Woche 50 % mehr Kalzium. Alte Hunde ab 10 Jahren kommen mit 70 % der normalen Phosphormenge aus.

BARF-Fütterung ohne Knochenmehl führt fast immer zu Kalziummangel. Ein 20-Kilo-Hund müsste täglich 200 g rohe Knochen fressen, praktisch kaum umsetzbar.

Kann man Mineralstoffe überdosieren?

Überdosierungen kommen häufiger vor als Mangelzustände, besonders bei Nahrungsergänzung. Zu viel Kalzium blockiert die Zinkaufnahme. Zu viel Zink verhindert die Eisenaufnahme.

Die Nieren von Hunden scheiden überschüssige Mineralstoffe schlechter aus als die des Menschen, das Vergiftungsrisiko ist entsprechend höher.