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Metoclopramid

3 Min Lesezeit
Metoclopramid
Inhalt
  1. Wie wirkt Metoclopramid?
  2. Wann wird Metoclopramid bei Hunden eingesetzt?
  3. Dosierung von Metoclopramid bei Hunden
  4. Mögliche Nebenwirkungen von Metoclopramid
  5. Vorsichtsmassnahmen und Kontraindikationen

Metoclopramid ist ein Medikament, das Tierärzte bei Hunden als Antiemetikum – also gegen Übelkeit und Erbrechen – sowie zur Unterstützung der Magen-Darm-Beweglichkeit einsetzen. Es greift an zwei Stellen an: im Gehirn, wo es den Brechreiz dämpft, und direkt im Verdauungstrakt, wo es dafür sorgt, dass der Mageninhalt zügiger in den Dünndarm weitertransportiert wird.

Erhältlich ist es als Tablette, als flüssige Lösung und als Injektion – je nachdem, was die Situation erfordert.

Wie wirkt Metoclopramid?

Zwei Wirkprinzipien machen das Medikament aus.

  1. Antiemetische Wirkung: Im Gehirn blockiert Metoclopramid die Dopaminrezeptoren im Brechzentrum. Diese Rezeptoren sind dafür zuständig, den Brechreflex auszulösen – werden sie blockiert, bleibt der Reflex aus.
  2. Prokinetische Wirkung: Gleichzeitig regt das Medikament die Muskulatur von Magen und oberem Dünndarm an. Der Nahrungsbrei wandert schneller weiter, der Magen leert sich rascher – und damit sinkt auch das Risiko, dass ein voller Magen erneut zum Erbrechen führt.

Wann wird Metoclopramid bei Hunden eingesetzt?

Die Einsatzgebiete sind recht vielfältig. Überall dort, wo Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsstörungen das Leben des Hundes beeinträchtigen, kann Metoclopramid eine sinnvolle Option sein. Die häufigsten Situationen:

  1. Übelkeit und Erbrechen: Ob akut oder chronisch, ob durch eine Magenreizung, eine Infektion, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine andere Grunderkrankung ausgelöst – Metoclopramid gehört hier zu den bewährten Mitteln.
  2. Refluxerkrankungen: Hunde mit gastroösophagealem Reflux – also Magensäure, die in die Speiseröhre zurückfliesst – können von Metoclopramid profitieren. Eine beschleunigte Magenentleerung senkt den Druck auf den unteren Ösophagussphinkter und verringert damit den Rückfluss.
  3. Verzögerte Magenentleerung (Gastroparese): Manche Hunde verdauen einfach zu langsam – nach Operationen, bei bestimmten Erkrankungen oder aus anderen Gründen. Hier entfaltet die prokinetische Wirkung ihren eigentlichen Nutzen.
  4. Nach Operationen: Eingriffe im Bauchbereich bringen oft postoperative Übelkeit mit sich. Metoclopramid kann diese abmildern und den Verdauungsablauf wieder in Gang bringen.
  5. Chemotherapie-bedingte Übelkeit: Krebskranke Hunde in der Chemotherapie leiden häufig unter medikamentös ausgelöster Übelkeit. Metoclopramid wird dann begleitend eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern.

Dosierung von Metoclopramid bei Hunden

Die richtige Dosis hängt von Grösse, Gewicht und der Schwere der Symptome ab – der Tierarzt legt sie individuell fest. Als Orientierung gilt die übliche orale Dosis von 0,2 bis 0,5 mg pro kg Körpergewicht, zwei- bis dreimal täglich. Bei akuten Fällen, etwa bei heftigem Erbrechen, kann das Medikament auch als Injektion in der Praxis verabreicht werden.

Mögliche Nebenwirkungen von Metoclopramid

Die meisten Hunde vertragen Metoclopramid gut. Trotzdem sollte man wissen, was im Einzelfall auftreten kann:

  1. Verhaltensänderungen: Manche Hunde wirken nach der Einnahme unruhig, nervös oder überdreht. Seltener zeigt sich das Gegenteil: Lethargie und Antriebslosigkeit.
  2. Durchfall oder Verstopfung: Weil Metoclopramid die Darmbewegungen direkt beeinflusst, kann der Darm gelegentlich in die eine oder andere Richtung aus dem Takt geraten.
  3. Muskelzittern oder Krämpfe: Sehr selten – und meist bei Überdosierung oder besonders empfindlichen Tieren – zeigen Hunde Zittern, Krämpfe oder Koordinationsprobleme. Hier sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.
  4. Erhöhte Speichelproduktion: Vermehrter Speichelfluss ist möglich, bleibt aber in der Regel harmlos.
  5. Schläfrigkeit oder Sedierung: Besonders bei höheren Dosen kann Metoclopramid beruhigend wirken und den Hund müde machen.
  6. Allergische Reaktionen: Selten, aber ernst zu nehmen: Schwellungen, Hautausschläge, Juckreiz oder Atemprobleme können auf eine Überempfindlichkeit hinweisen. In diesem Fall sofort zum Tierarzt.

Vorsichtsmassnahmen und Kontraindikationen

Bei bestimmten Hunden ist Zurückhaltung angebracht – oder das Mittel ist gänzlich kontraindiziert:

  1. Epilepsie oder Krampfanfälle: Metoclopramid wirkt auf das zentrale Nervensystem. Bei Hunden mit Epilepsie oder anderen neurologischen Erkrankungen ist deshalb besondere Vorsicht geboten.
  2. Darmblockaden oder Verletzungen des Magen-Darm-Trakts: Liegt eine Darmblockade oder gar eine Perforation vor, ist Metoclopramid tabu. Eine gesteigerte Darmmotilität könnte den Zustand erheblich verschlimmern.
  3. Leber- oder Nierenerkrankungen: Das Medikament wird über Leber und Nieren abgebaut und ausgeschieden. Bei schweren Erkrankungen dieser Organe darf es nur unter enger tierärztlicher Kontrolle eingesetzt werden.
  4. Trächtigkeit und Laktation: Ob Metoclopramid für trächtige oder säugende Hündinnen unbedenklich ist, ist bislang nicht abschliessend geklärt. Anwendung also nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit dem Tierarzt.