Mastektomie
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Als Mastektomie bezeichnet man die operative Entfernung einer oder mehrerer Milchdrüsen beim Hund. Der Eingriff kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn sich in den Milchdrüsen Tumore gebildet haben – bei Hündinnen leider keine Seltenheit. Solche Tumore können gutartig oder bösartig sein. Ziel der Operation ist es, das veränderte Gewebe herauszunehmen und das Risiko einer Streuung (Metastasierung) so weit wie möglich zu senken.
Was ist eine Mastektomie?
Je nach Befund werden entweder einzelne Drüsen entfernt (Teilmastektomie) oder gleich die gesamte Milchleiste (radikale Mastektomie). Die Drüsen liegen paarweise in einer Reihe entlang der Bauchunterseite. Zum Eingriff kommt es bei bösartigen Tumoren – aber auch bei gutartigen, die rasch wachsen oder das umliegende Gewebe schädigen.
Gründe für eine Mastektomie
Der mit Abstand häufigste Anlass sind Milchdrüsentumore. Verletzungen oder hartnäckige Infektionen der Milchdrüsen können ebenfalls dazu führen, sind aber deutlich seltener.
Milchdrüsentumore: Besonders ältere, nicht kastrierte Hündinnen sind betroffen. Rund 50 % der Milchdrüsentumore erweisen sich als bösartig. In vielen Fällen empfehlen Tierärzte die Mastektomie, um die Tumorlast zu senken und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Chronische Mastitis oder Infektionen: Gelegentlich entwickelt sich eine Entzündung der Milchdrüsen (Mastitis) so hartnäckig, dass konservative Behandlungen nicht mehr greifen. In solchen – glücklicherweise seltenen – Situationen kann eine Mastektomie nötig werden.
Vorbeugende Massnahme: Manchmal wird der Eingriff auch vorsorglich erwogen, wenn eine Hündin ein erhöhtes Risiko für neue Tumore hat – etwa weil bereits gutartige Veränderungen in einer Drüse gefunden wurden und weitere Drüsen absehbar betroffen sein könnten.
Vorbereitung auf eine Mastektomie
Vor dem Eingriff wird die Hündin gründlich untersucht. Ziel ist es, ihren allgemeinen Gesundheitszustand einzuschätzen und das Narkoserisiko zu minimieren. Typischerweise gehören dazu:
Blutuntersuchungen: Ein Blutbild gibt Auskunft über Leber-, Nieren- und Herzwerte. Liegen dort Auffälligkeiten vor, steigt das Narkoserisiko – das muss vor der OP bekannt sein.
Bildgebende Verfahren: Röntgen oder Ultraschall von Brust und Bauch zeigen, ob sich der Tumor bereits auf die Lunge oder andere Organe ausgedehnt hat. Manchmal ergänzt ein CT-Scan das Bild.
Feinnadelaspiration oder Biopsie: Bevor man sich für eine Mastektomie entscheidet, wird meist eine Gewebeprobe entnommen – entweder per Feinnadelaspiration oder als kleine Biopsie – um zu klären, ob der Tumor tatsächlich bösartig ist.
Kastration bei nicht kastrierten Hündinnen: Oft empfiehlt sich, gleichzeitig eine Kastration (Ovarektomie) durchzuführen, denn das Risiko für Milchdrüsentumore ist bei intakten Hündinnen deutlich erhöht.
Arten der Mastektomie
Welche Variante gewählt wird, hängt davon ab, wie viele Drüsen betroffen sind und wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat:
Teilmastektomie: Nur die betroffene Drüse wird herausgenommen. Diese Option ist sinnvoll, wenn der Tumor klein und klar abgegrenzt ist.
Unilaterale Mastektomie: Hier entfernt der Chirurg die komplette Milchleiste auf einer Körperseite – einschliesslich der benachbarten Lymphknoten. Angezeigt ist das, wenn mehrere Drüsen derselben Seite befallen sind.
Bilaterale Mastektomie: Sind beide Milchleisten betroffen, müssen beide Seiten operiert werden. Das geschieht in der Regel in zwei getrennten Eingriffen, damit der Körper sich jeweils erholen kann.
Verlauf der Operation
Die Mastektomie findet unter Vollnarkose statt. Der Ablauf im Überblick:
Der Chirurg entfernt die betroffene Drüse – oder mehrere – und nimmt dabei einen ausreichend breiten Saum gesunden Gewebes mit heraus, damit möglichst keine Krebszellen zurückbleiben.
Bei bösartigen Tumoren werden in der Regel auch die angrenzenden Lymphknoten entnommen, weil sich Tumorzellen erfahrungsgemäss zuerst dort ausbreiten.
Das entnommene Gewebe wandert anschliessend ins Labor. Der pathologische Befund bestätigt die Tumorart und gibt Auskunft über die Aggressivität des Krebses.
Zum Schluss wird die Wunde sorgfältig verschlossen; die Hündin bleibt unter Beobachtung, bis sie vollständig aus der Narkose aufgewacht ist.
Nachsorge nach einer Mastektomie
Die Zeit nach der Operation ist entscheidend für eine gute Heilung. Wichtige Punkte im Überblick:
Schmerzmanagement: Schmerzmittel und bei Bedarf entzündungshemmende Mittel gehören in den ersten Tagen dazu. Die genaue Dosierung legt der Tierarzt fest.
Wundpflege: Die Nahtstelle muss sauber und trocken bleiben. Regelmässige Kontrollen zeigen frühzeitig, ob sich eine Infektion anbahnt. Ein Schutzkragen verhindert, dass die Hündin die Wunde beleckt oder aufbeisst.
Körperliche Ruhe: In den ersten Tagen bitte kurz halten – kurze Spaziergänge reichen, anstrengende Aktivitäten sind tabu. Der Körper braucht diese Ruhephase, um die Heilung nicht zu gefährden.
Kontrolluntersuchungen: Nachsorgetermine beim Tierarzt sind Pflicht. Dabei wird nicht nur die Wundheilung geprüft, sondern auch der pathologische Befund besprochen, der in der Regel einige Tage nach dem Eingriff vorliegt.
Ernährung: Eine ausgewogene Kost unterstützt die Regeneration. Der Tierarzt kann gezielt Nahrungsergänzungsmittel empfehlen, die den Heilungsprozess fördern.
Prognose nach einer Mastektomie
Wie gut die Aussichten sind, hängt von mehreren Faktoren ab:
Tumorart: War der Tumor gutartig, sind die Chancen in der Regel gut. Bei bösartigen Tumoren kommt es entscheidend darauf an, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte und ob bereits Metastasen vorhanden waren.
Früherkennung: Je früher ein Tumor entdeckt und operiert wird, desto besser stehen die Karten. Kleine, klar abgegrenzte Tumore haben eine deutlich bessere Prognose als grosse oder bereits gestreute.
Nachbehandlung: Bei bösartigen Befunden kann zusätzlich eine Chemotherapie oder Strahlentherapie sinnvoll sein, um das Rückfallrisiko zu senken. Das wird individuell entschieden.
Vorbeugung von Milchdrüsentumoren
Die wirksamste Massnahme ist und bleibt die Frühkastration – also die Kastration vor der ersten oder zweiten Läufigkeit. Studien zeigen klar: Hündinnen, die vor ihrer ersten Läufigkeit kastriert wurden, haben ein deutlich geringeres Risiko, später Milchdrüsentumore zu entwickeln. Das ist eine Entscheidung, die man am besten frühzeitig mit dem Tierarzt bespricht.
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