Malassezia pachydermatis
Bild: Wikimedia Commons – Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 Malassezia pachydermatis ist ein lipophiler Hefepilz, der zur normalen Hautflora von Hunden und Katzen gehört, unter bestimmten Bedingungen jedoch pathologisch werden und Infektionen auslösen kann.
Inhalt
Malassezia pachydermatis ist ein lipophiler Hefepilz, der zur normalen Hautflora von Hunden und Katzen gehört. Unter bestimmten Bedingungen kann er jedoch pathologisch werden und Infektionen auslösen. Besonders häufig verursacht er Otitis externa (äussere Ohrentzündung) sowie Dermatitis (Hautentzündung) bei Hunden. Beim Menschen tritt er nur selten als opportunistischer Erreger auf.
Taxonomie
- Reich: Pilze (Fungi)
- Abteilung: Basidiomycota
- Klasse: Malasseziomycetes
- Ordnung: Malasseziales
- Familie: Malasseziaceae
- Gattung: Malassezia
- Art: Malassezia pachydermatis
Vorkommen
Der Pilz ist ein Kommensale und besiedelt bevorzugt talgdrüsenreiche Areale der Haut und Schleimhäute. Bei gesunden Hunden bleibt er in der Regel unauffällig. Unter bestimmten Bedingungen, etwa bei Hautverletzungen, Allergien, übermässiger Feuchtigkeit oder geschwächtem Immunsystem, kann er sich jedoch stark vermehren und Infektionen auslösen.
Übertragung
Malassezia pachydermatis wird vor allem durch direkten Kontakt oder indirekt über kontaminierte Oberflächen übertragen. Da er natürlicherweise auf der Haut vieler Hunde vorkommt, handelt es sich weniger um eine klassische Ansteckung, sondern eher um eine krankhafte Überwucherung des vorhandenen Hautmikrobioms.
Symptome bei Tieren
Eine Infektion mit Malassezia pachydermatis führt typischerweise zu:
- Hautsymptomen: Rötung, Juckreiz, fettige oder schuppige Haut, übler Geruch, Verdickung der Haut
- Ohrenentzündung: starker Juckreiz im Ohr, Kopfschütteln, brauner oder schwarzkrümeliger Ausfluss, typischer Hefegeruch
- Pfotenbefall: Lecken oder Kauen an den Pfoten, gerötete Zwischenzehenbereiche
Symptome beim Menschen
Beim Menschen ist Malassezia pachydermatis ein seltener opportunistischer Erreger. In seltenen Fällen kann er Hautinfektionen oder Sepsis bei immungeschwächten Personen verursachen. Eine Zoonose ist möglich, aber sehr selten.
Diagnose
Zur Diagnose werden verschiedene Verfahren eingesetzt:
- Mikroskopie: Nachweis der typischen ovalen Hefezellen in Haut- oder Ohrabstrichen
- Kultur: Anzüchtung auf speziellen Nährböden (z. B. Sabouraud-Agar)
- Klinisches Bild: Kombination aus typischen Symptomen und Befund
Behandlung
Die Therapie erfolgt abhängig von Schweregrad und Lokalisation:
- Topische Behandlung: Antimykotische Ohrentropfen, Shampoos oder Salben (z. B. mit Miconazol oder Chlorhexidin)
- Systemische Behandlung: Bei starkem Befall Tabletten (z. B. Itraconazol, Ketoconazol)
- Begleittherapie: Behandlung von Grunderkrankungen wie Allergien, hormonellen Störungen oder Hautverletzungen
Vorbeugung
- Regelmässige Kontrolle und Reinigung der Ohren bei disponierten Hunden
- Gute Haut- und Fellpflege, besonders bei Hunderassen mit viel Hautfalten
- Behandlung von Allergien und anderen Hauterkrankungen, um Sekundärinfektionen vorzubeugen
- Vermeidung übermässiger Feuchtigkeit (z. B. nach dem Schwimmen gründlich abtrocknen)
Bedeutung in der Veterinärmedizin
Malassezia pachydermatis ist einer der wichtigsten Hefepilze in der Tiermedizin. Besonders häufig tritt er bei Hunden mit chronischen Ohrentzündungen auf. Bestimmte Rassen wie Cocker Spaniel, Basset Hound oder West Highland White Terrier gelten als besonders anfällig. Da der Pilz oft in Verbindung mit Allergien oder anderen Grunderkrankungen auftritt, ist eine ganzheitliche Diagnostik entscheidend.
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