Kapillarpermeabilität
Kapillarpermeabilität beschreibt, wie durchlässig die kleinsten Blutgefäße für Flüssigkeiten und Nährstoffe sind.
Inhalt
Kapillarpermeabilität beschreibt die Durchlässigkeit der kleinsten Blutgefässe für Flüssigkeiten, Nährstoffe und andere Stoffe. Störungen zeigen sich oft als Schwellungen, Ödeme oder Flüssigkeitsansammlungen.
Funktion und Bedeutung der Kapillardurchlässigkeit
Die winzigen Kapillaren versorgen jede Zelle mit Nährstoffen und transportieren Abfallstoffe ab. Die Durchlässigkeit der Gefässwände ist dabei fein reguliert: Zu viel Austritt von Flüssigkeit führt zu Schwellungen, zu wenig behindert die Nährstoffversorgung.
Sichtbar werden Störungen meist durch ungewöhnliche Schwellungen. Ein Bienenstich am Fang schwillt normal an – das ist erhöhte Kapillarpermeabilität als Reaktion auf den Reiz. Problematisch sind grossflächige Schwellungen ohne erkennbare Ursache oder begleitende Atembeschwerden.
Erhöhte Durchlässigkeit: Ödeme und Schwellungen
Tritt zu viel Flüssigkeit aus den Kapillaren ins Gewebe, entstehen Ödeme. Sie zeigen sich als weiche Schwellungen, die beim Drücken eine Delle hinterlassen, die langsam verschwindet.
Häufige Auslöser für erhöhte Durchlässigkeit:
- Allergische Reaktionen (Futter, Pollen, Insektenstiche)
- Entzündungen nach Verletzungen oder Infektionen
- Herzinsuffizienz bei älteren Hunden
- Vergiftungen durch Schlangenbisse oder toxische Substanzen
Wann Schwellungen abklärungsbedürftig sind
Harmlose Schwellungen bilden sich meist binnen 24 Stunden zurück. Abklärungsbedürftig sind:
- Schwellungen, die sich ausbreiten oder bestehen bleiben
- Atemnot oder pfeifende Atemgeräusche
- Aufgeblähter Bauch ohne Futteraufnahme
- Schwellungen an allen vier Beinen gleichzeitig
- Bläuliche Schleimhäute
Bei Atemproblemen oder grossflächigen Schwellungen ohne erkennbare Ursache ist sofortige tierärztliche Vorstellung nötig. Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem) ist lebensbedrohlich.
Verminderte Durchlässigkeit
Seltener kommt zu geringe Durchlässigkeit vor. Nährstoffe gelangen dann schlecht ins Gewebe. Anzeichen sind meist unspezifisch: schlechte Wundheilung oder ungewöhnliche Müdigkeit trotz ausreichender Bewegung. Diese Störung tritt häufiger bei systemischen Erkrankungen auf.
Behandlung nach Ursache
Die Therapie richtet sich nach dem Auslöser: Bei allergischen Reaktionen kommen Antihistaminika zum Einsatz, bei Herzproblemen Diuretika (Entwässerungsmedikamente), bei Entzündungen entsprechende antientzündliche Mittel.
Unterstützende Massnahmen: Schwellungen kühlen (nie länger als 10 Minuten am Stück), den Hund ruhig halten. Bei unklaren oder sich verschlechternden Symptomen ist tierärztliche Abklärung nötig.
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