Inflammatory Bowel Disease (IBD)
Inflammatory Bowel Disease (IBD) ist eine chronische Entzündung der Darmwand, bei der das Immunsystem des Hundes eigene Darmzellen angreift und dauerhaft schädigt.
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Inflammatory Bowel Disease (IBD) ist eine chronische Entzündung der Darmwand, bei der das Immunsystem des Hundes eigene Darmzellen angreift und dauerhaft schädigt.
Was löst IBD beim Hund aus?
Das Immunsystem reagiert bei IBD fehlerhaft auf normale Darmbakterien oder Futterproteine. Die Folge: Entzündungszellen wandern in die Darmwand ein und richten dort dauerhaften Schaden an.
Deutsche Schäferhunde, Boxer und Shar-Peis erkranken dreimal häufiger als andere Rassen – ein Hinweis auf genetische Komponenten. Bei Boxern tritt oft zusätzlich eine Histiocytäre Ulzerative Colitis auf, eine spezielle Form der Dickdarmentzündung.
Stress kann eine bestehende IBD verstärken. Hunde mit chronischen Schmerzen oder nach einem Besitzerwechsel zeigen oft schwerere Symptome.
Welche Symptome zeigen Hunde mit IBD?
Dünnbreiiger bis wässriger Kot über Wochen ist das Hauptsymptom. Der Durchfall kann Blut oder Schleim enthalten.
Erbrechen tritt auf, wenn Magen oder oberer Dünndarm betroffen sind. Gewichtsverlust trotz normaler Futteraufnahme entwickelt sich schleichend über Monate.
Ein typischer Verlauf: Der Hund hat zunächst nur gelegentlich weichen Kot. Über Wochen wird der Durchfall häufiger und wässriger. Gleichzeitig nimmt er ab, obwohl er frisst.
Bauchschmerzen äussern sich als aufgezogener Rücken oder Berührungsempfindlichkeit am Bauch. Manche Hunde fressen ausserdem vermehrt Gras.
Wie wird IBD beim Hund diagnostiziert?
Eine definitive Diagnose erfordert eine Gewebeprobe aus der Darmwand. Nur unter dem Mikroskop lassen sich die typischen Entzündungszellen nachweisen.
Vor der Biopsie müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden: Kotuntersuchung auf Parasiten, Blutbild zum Ausschluss von Infektionen und Ultraschall zur Beurteilung der Darmwanddicke.
Die Endoskopie zeigt oft eine gerötete, verdickte Darmschleimhaut mit Geschwüren. Solche Veränderungen können allerdings auch bei anderen Erkrankungen auftreten.
Ein negativer Parasitennachweis im Kot schliesst Parasiten nicht sicher aus. Bei Verdacht auf IBD sollten mindestens drei Kotproben an verschiedenen Tagen untersucht werden.
Wie wird IBD beim Hund behandelt?
Die Therapie kombiniert Diätmanagement mit entzündungshemmenden Medikamenten. Prednisolon reduziert die Immunreaktion und wird meist über mehrere Monate gegeben.
Für die Diät eignen sich hydrolysierte Proteine oder novel proteins – also Fleischsorten, die der Hund noch nie gefressen hat. Hirsch, Känguru oder Insektenprotein können geeignet sein, wenn der Hund bisher nur Rind, Schwein oder Huhn erhalten hat.
Metronidazol wird zusätzlich eingesetzt, da es sowohl antibakteriell als auch entzündungshemmend wirkt. Bei schweren Fällen kommen Immunsuppressiva wie Azathioprin zum Einsatz.
Die Therapie muss individuell angepasst werden. Was bei einem Hund funktioniert, kann bei einem anderen versagen.
Können Hunde mit IBD normal leben?
Mit konsequenter Therapie leben die meisten Hunde jahrelang beschwerdefrei. Die Medikamente müssen jedoch meist lebenslang gegeben werden.
Rückfälle treten auf, wenn die Therapie zu früh beendet wird. Selbst nach monatelanger Beschwerdefreiheit kann das Absetzen der Medikamente binnen Wochen zu erneuten Symptomen führen.
Die Prognose hängt vom betroffenen Darmabschnitt ab: Dickdarmentzündungen sprechen besser auf die Therapie an als Dünndarmerkrankungen.
Regelmässige Kontrollen beim Tierarzt sind notwendig, um die Medikamentendosis anzupassen und Nebenwirkungen zu erkennen.
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