Wiki · Gesundheit & Pflege

Herzklappen-Erkrankungen

3 Min Lesezeit
Herzklappen-Erkrankungen
Inhalt
  1. Was ist eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund?
  2. Was sind die Ursachen für Herzklappen-Erkrankungen beim Hund?
  3. Wie macht sich eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund bemerkbar?
  4. Wie wird eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund diagnostiziert?
  5. Wie kann eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund behandelt werden?
  6. Wie ist die Prognose bei einer Herzklappen-Erkrankung beim Hund?
  7. Wie kann man einer Herzklappen-Erkrankung beim Hund vorbeugen?
  8. Muss ein Hund mit einer Herzklappen-Erkrankung zum Tierarzt?

Was ist eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund?

Herzklappen-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Herzproblemen, mit denen Hunde im Laufe ihres Lebens konfrontiert werden. Die Herzklappen funktionieren wie Rückschlagventile: Sie steuern, wohin das Blut im Herzen fliesst – und in welche Richtung eben nicht. Insgesamt gibt es vier davon. Die Mitral- und Trikuspidalklappe sitzen zwischen Vorhöfen und Kammern, die Pulmonal- und Aortenklappe an den Kammerausgängen. Manche Erkrankungen sind angeboren, die meisten entstehen aber im Laufe des Lebens. Besonders verbreitet ist die sogenannte Endokardiose – vor allem bei kleinen bis mittelgrossen Hunderassen ein bekanntes Problem.

Was sind die Ursachen für Herzklappen-Erkrankungen beim Hund?

Die häufigste erworbene Form ist die Endokardiose, die meist die Mitralklappe betrifft. Die Klappe verdickt sich mit der Zeit und verhärtet – irgendwann schliesst sie nicht mehr sauber, und Blut fliesst zurück in den Vorhof. Warum genau dieser degenerative Prozess einsetzt, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen aber davon aus, dass eine genetische Veranlagung eine wesentliche Rolle spielt. Seltener steckt eine bakterielle Infektion dahinter: Eine Endokarditis kann die Herzklappen direkt schädigen.

Wie macht sich eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund bemerkbar?

Das Bild hängt stark davon ab, welche Seite des Herzens betroffen ist:

  • Linkes Herz: Das Blut staut sich in die Lunge zurück. Die Folge können anhaltender Husten und im schlimmsten Fall ein Lungenödem sein – oder eine Stauungsbronchitis.
  • Rechtes Herz: Hier staut sich das Blut in den grossen Körperkreislauf. Dann sammelt sich Flüssigkeit im Bauch oder in den Gliedmassen an – sichtbar als Schwellung.

Daneben gibt es eine Reihe allgemeiner Zeichen, die Hundehalter aufhorchen lassen sollten:

  • Leistungsknick und rasche Erschöpfung
  • Kreislaufschwäche
  • Bläuliche Schleimhäute (Zyanose)
  • Atemnot
  • Kurze Ohnmachtsanfälle

Wie wird eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund diagnostiziert?

Der Weg führt unweigerlich zur Tierarztpraxis. Dort läuft die Untersuchung typischerweise in mehreren Schritten ab:

  • Anamnese: Zunächst fragt die Tierärztin oder der Tierarzt nach dem allgemeinen Gesundheitszustand und nach Auffälligkeiten im Alltag des Hundes.
  • Körperliche Untersuchung: Herz und Lunge werden abgehört – erfahrene Tierärzte erkennen bestimmte Herzgeräusche oft schon beim ersten Abhören.
  • Röntgenbild: So lässt sich die Grösse und Lage des Herzens beurteilen und ein Blick auf die Lungengefässe und das Lungengewebe werfen.
  • Herzultraschall (Echokardiografie): Das eigentliche Schlüsselwerkzeug. Nur damit lässt sich die genaue Herzklappenerkrankung sicher einordnen und die Funktion des Herzmuskels beurteilen.

Wie kann eine Herzklappen-Erkrankung beim Hund behandelt werden?

Was genau getan wird, richtet sich nach den Symptomen und dem Stadium der Erkrankung:

  • Medikamente: Sobald Symptome wie Husten oder Leistungsschwäche auftreten, kommen meist mehrere Wirkstoffe zum Einsatz:
    • ACE-Hemmer: Sie senken das Blutvolumen und entlasten das Herz spürbar.
    • Diuretika (z. B. Furosemid): Wirken entwässernd und helfen, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe abzubauen.
    • Pimobendan und Digitalis-Glykoside: Kommen zum Einsatz, wenn der Herzmuskel selbst in Mitleidenschaft gezogen ist.
  • Operationen: Der chirurgische Einsatz künstlicher Herzklappen ist beim Hund bislang nicht etabliert und bleibt Ausnahmefällen in spezialisierten Zentren vorbehalten.

Wie ist die Prognose bei einer Herzklappen-Erkrankung beim Hund?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten – der Verlauf ist von Hund zu Hund sehr verschieden. Manche Tiere leben jahrelang mit der Erkrankung und zeigen kaum Einschränkungen. Bei anderen schreitet sie rasch voran. Ist der Herzmuskel bereits deutlich geschädigt, fällt die Prognose weniger günstig aus.

Wie kann man einer Herzklappen-Erkrankung beim Hund vorbeugen?

Eine gezielte Vorbeugung gibt es leider nicht. Was man tun kann: auf eine ausgewogene Ernährung achten, für regelmässige Bewegung sorgen und Übergewicht konsequent vermeiden. Das entlastet das Herz langfristig – auch wenn es keine Garantie ist.

Muss ein Hund mit einer Herzklappen-Erkrankung zum Tierarzt?

Ja – und zwar ohne Zögern. Besteht auch nur der Verdacht auf eine Herzerkrankung, gehört der Hund in tierärztliche Hände. Bei bereits bekannten Herzklappen-Erkrankungen sind regelmässige Kontrolluntersuchungen unverzichtbar: Nur so lässt sich der Krankheitsverlauf im Blick behalten und die Behandlung bei Bedarf anpassen.