Wiki · Gesundheit & Pflege

Kryochirurgie

2 Min Lesezeit
Kryochirurgie
Definition

Kryochirurgie ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem Gewebe durch extreme Kälte von -196°C zerstört wird.

Inhalt
  1. Bei welchen Problemen hilft Kryochirurgie?
  2. Was passiert während der Behandlung?
  3. Welche Risiken gibt es?
  4. Was kostet Kryochirurgie?
  5. Wann ist Kryochirurgie nicht geeignet?

Kryochirurgie ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem Gewebe durch extreme Kälte von -196 °C zerstört wird. Flüssiger Stickstoff gefriert die Zellen, die dann absterben und vom Körper abgebaut werden. Der Eingriff dauert 15–60 Sekunden pro Stelle und benötigt meist nur lokale Betäubung.

Bei welchen Problemen hilft Kryochirurgie?

Hauttumore unter 1 cm sprechen am besten an. Warzen verschwinden in 85 % der Fälle nach einer einzigen Behandlung vollständig. Grössere Tumore benötigen oft mehrere Sitzungen oder andere Verfahren.

Besonders erfolgreich ist das Verfahren bei Papillomen im Maul (95 % Erfolgsrate), kleinen Mastzelltumore Grad 1, Augenlidtumore ohne Hornhautbeteiligung und überschiessendem Narbengewebe nach Verletzungen.

Schwieriger wird es bei pigmentierten Tumoren – hier liegt die Erfolgsrate nur bei 60 %, weil dunkle Zellen Kälte besser abpuffern.

Was passiert während der Behandlung?

Dein Hund erhält eine lokale Betäubung. Die Kälte selbst wirkt zusätzlich schmerzlindernd, weil sie Nerven vorübergehend lahmlegt.

Der Tierarzt trägt flüssigen Stickstoff mit einem dünnen Metallstab oder Spray auf. Je nach Tumortiefe dauert der Kontakt 15–60 Sekunden. Bei der Anwendung hörst du ein Zischen – das Gewebe gefriert sofort weiss.

Nach dem Auftauen schwillt die Stelle an und rötet sich, was vollkommen normal ist. In 7–14 Tagen fällt eine dunkle Kruste ab; darunter zeigt sich rosa, neue Haut.

Welche Risiken gibt es?

Depigmentierung tritt bei 30 % der Behandlungen auf – besonders bei dunkelhaarigen Hunden bleibt oft ein weisser Fleck zurück.

Narbenbildung passiert selten (unter 5 %), meist nur bei zu langer Kälteeinwirkung oder wenn der Hund an der Wunde leckt.

Bei Augenlidbehandlungen kann sich das Lid in seltenen Fällen nach innen drehen – eine Komplikation, die operativ behoben werden muss.

Was kostet Kryochirurgie?

Eine einfache Warzenvereisung kostet 80–150 Euro inklusive Nachkontrolle. Bei mehreren Stellen oder grösseren Tumoren können 200–400 Euro anfallen.

Damit liegt das Verfahren deutlich unter den Kosten einer vollständigen chirurgischen Entfernung mit Vollnarkose, die schnell bei 400–800 Euro liegt.

Wann ist Kryochirurgie nicht geeignet?

Tumore tiefer als 3 mm erreicht die Kälte nicht vollständig. Aggressive Tumorarten wie Melanome oder fortgeschrittene Mastzelltumore benötigen die komplette chirurgische Entfernung mit Sicherheitsabstand.

Bei Tumoren an beweglichen Stellen wie Gelenken heilt die Wunde schlechter. Hier ist die klassische Operation oft die sicherere Wahl.