HD (Hüftdysplasie)
Hüftdysplasie (HD) ist eine erbliche Fehlbildung der Hüftgelenke, bei der Hüftkopf und Hüftpfanne nicht optimal zusammenpassen.
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Hüftdysplasie (HD) ist eine erbliche Fehlbildung der Hüftgelenke, bei der Hüftkopf und Hüftpfanne nicht optimal zusammenpassen.
Die Entwicklungsstörung betrifft Deutsche Schäferhunde zu 23 %, Golden Retriever zu 19 % und Rottweiler zu 25 %, kleinere Rassen bleiben meist verschont. Das Problem: Auch ein HD-A-Hund kann HD-C-Welpen bekommen, wenn der Partner ungetestet ist.
HD-Grade A bis E: Was bedeuten sie genau?
Das Röntgenbild entscheidet über fünf HD-Grade:
HD-A (frei): Der Hüftkopf sitzt tief in der Pfanne, der Norberg-Winkel liegt über 105°. Bei einem HD-A-Hund ist das Risiko, im Leben noch HD-Symptome zu entwickeln, sehr gering.
HD-B (Übergangsform): Der Hüftkopf sitzt noch korrekt, die Pfanne ist aber bereits flacher. Das Arthrose-Risiko im Alter steigt.
HD-C (leichte HD): Der Hüftkopf steht teilweise neben der Pfanne. Erste Arthrosezeichen sind sichtbar. Symptome treten meist ab dem vierten bis sechsten Lebensjahr auf.
HD-D (mittlere HD): Der Hüftkopf rutscht deutlich aus der Pfanne. Arthrose ist vorhanden. Lahmheit ist bereits bei jungen Hunden möglich.
HD-E (schwere HD): Der Hüftkopf liegt komplett neben der Pfanne, starke Arthrose ist die Folge. Bewegungsschmerzen treten bereits im Welpenalter auf.
Wann zeigen sich erste Anzeichen?
Bei HD-C werden Hunde ab dem vierten Lebensjahr nach längeren Spaziergängen steifer. Morgens benötigen sie zwei, drei Schritte länger zum Warmlaufen.
Bei HD-D/E springen schon sechs bis zwölf Monate alte Welpen ungern ins Auto oder verweigern Treppen. Beim Spielen setzen sie sich überdurchschnittlich oft hin, das entlastet die Hüfte.
Der typische „Hasenhoppelgang“ mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig ist ein Warnsignal, das ein Halter ernst nehmen sollte.
Welche Behandlung bringt was?
Die Röntgendiagnose erfolgt frühestens ab 12 Monaten (kleinere Rassen) oder 15 Monaten (Riesenrassen), da die Knochen vorher noch wachsen.
Bei HD-C reichen oft Gewichtsreduktion und Physiotherapie. Ein übergewichtiger Hund belastet jede Hüfte mit dem doppelten Körpergewicht, bei einem 40-kg-Hund sind das 80 kg pro Gelenk.
HD-D/E-Hunde profitieren von einer Tripel-Osteotomie (bis 18 Monate) oder einem Hüftgelenkersatz. Die Erfolgsrate liegt bei 85 bis 90 %, allerdings kostet die Operation 3 000 bis 6 000 Euro pro Hüfte.
Schwimmen belastet die Hüfte nur mit 10 % des Körpergewichts, deutlich schonender als Laufen, das bei jedem Schritt rund 300 % Belastung erzeugt.
Züchterauswahl: Worauf du achten musst
Beide Elterntiere müssen HD-A oder HD-B haben, alles andere ist Zucht auf Kosten der Welpen. Seriöse Züchter zeigen dir unaufgefordert die Röntgenbefunde beider Eltern.
Vorsicht bei „HD-frei“ ohne Grad-Angabe, das ist meist HD-B, nicht das optimale HD-A. Der Unterschied entscheidet über Arthrose im Alter deines Hundes.
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