Herzwürmer
Herzwürmer (Dirofilaria immitis) sind 15-30 cm lange Parasiten, die sich im Herz und den Lungenarterien von Hunden festsetzen.
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Herzwürmer (Dirofilaria immitis) sind 15 bis 30 cm lange Parasiten, die sich im Herz und in den Lungenarterien von Hunden festsetzen. Eine Mücke überträgt die Larven durch ihren Stich – dort entwickeln sie sich über sechs Monate zu ausgewachsenen Würmern, die das Herz blockieren und unbehandelt zum Tod führen.
Die Parasiten kommen hauptsächlich in Südeuropa vor, doch durch Reisen und den Klimawandel steigt das Risiko auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein einziger infizierter Hund kann 50 oder mehr dieser Würmer beherbergen.
Wie übertragen Mücken Herzwürmer auf Hunde?
Eine infizierte Mücke sticht einen Hund und gibt winzige Larven (Mikrofilarien) in den Blutkreislauf ab. Diese Larven wandern sechs bis sieben Monate durch das Gewebe, bis sie als ausgewachsene Würmer im rechten Herzventrikel und den Lungenarterien ankommen.
Dort vermehren sie sich. Die neuen Mikrofilarien gelangen ins Blut und warten auf die nächste Mücke, die sie aufnimmt und weiterträgt. So bleiben Herzwürmer in betroffenen Gebieten so hartnäckig präsent.
In welchen Regionen besteht Herzwurm-Risiko?
Herzwürmer benötigen warme Temperaturen für ihre Entwicklung in der Mücke. Die höchsten Infektionsraten in Europa finden sich in Norditalien (Po-Ebene), Südfrankreich, Spaniens Mittelmeerküste und Griechenland.
Einzelfälle treten mittlerweile auch in Deutschland auf – meist bei Hunden, die aus Südeuropa stammen oder dort Urlaub gemacht haben. Das Bundesamt für Verbraucherschutz registriert jährlich etwa 50 bis 100 Fälle, Tendenz steigend.
Welche Symptome zeigen infizierte Hunde?
Die ersten Monate nach der Infektion verlaufen symptomlos. Erst wenn die erwachsenen Würmer das Herz belasten, werden Halter aufmerksam.
Frühe Anzeichen sind schnellere Erschöpfung nach dem Spaziergang und gelegentlicher trockener Husten. Bei fortgeschrittenem Befall kommen anhaltender Husten mit Würgen dazu, Atemnot bereits in Ruhe und Gewichtsverlust trotz normalem Appetit.
Schwer befallene Hunde entwickeln einen aufgeblähten Bauch durch Wassereinlagerungen und können kollabieren. All das deutet auf eine lebensgefährliche Herzbelastung hin.
Wie stellt der Tierarzt Herzwürmer fest?
Ein Bluttest weist Proteine erwachsener Weibchen nach – dieser Antigentest ist ab sechs Monaten nach der Infektion zuverlässig. Zusätzlich sucht der Tierarzt unter dem Mikroskop nach Mikrofilarien im Blut.
Bei Verdacht auf schweren Befall zeigen Röntgenaufnahmen vergrösserte Herzabschnitte und verdickte Lungenarterien. Ein Ultraschall kann bei starkem Wurmbefall sogar die beweglichen Parasiten im Herz sichtbar machen.
Welche Kosten entstehen bei der Herzwurm-Behandlung?
Die Behandlung mit Melarsomin-Injektionen kostet in Deutschland 800 bis 1.500 Euro, abhängig von der Hundegrösse und dem Schweregrad. Hinzu kommen Voruntersuchungen, Medikamente gegen Komplikationen und die wochenlange Überwachung.
Schwere Fälle mit Herzversagen können Behandlungskosten von 3.000 bis 5.000 Euro erreichen. Manche Versicherungen schliessen Herzwürmer als „vermeidbare“ Erkrankung aus – besonders nach Reisen in Risikogebiete ohne Prophylaxe.
Wie schützt du deinen Hund vor Herzwürmern?
Monatliche Spot-on-Präparate mit Moxidectin (Advocate, Nexgard Spectra) töten die Larven ab, bevor sie sich zu Würmern entwickeln. Pro Anwendung kosten sie 8 bis 15 Euro; während der Mückensaison von April bis Oktober sind sie in Risikogebieten das wichtigste Schutzmittel.
Für ganzjährig in Mittelmeerländern lebende Hunde existieren Langzeit-Injektionen, die sechs Monate wirken. Sie sind teurer (80 bis 120 Euro), aber praktischer bei dauerhaftem Aufenthalt.
Zusätzlich helfen mückenabweisende Halsbänder und das Vermeiden von Spaziergängen in der Dämmerung, wenn Mücken am aktivsten sind.
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