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Koli-Mastitis

5 Min Lesezeit
Koli-Mastitis
Inhalt
  1. Was ist Koli-Mastitis?
  2. Ursachen der Koli-Mastitis bei Hunden
  3. Symptome der Koli-Mastitis bei Hunden
  4. Diagnose der Koli-Mastitis
  5. Behandlung der Koli-Mastitis
  6. Vorbeugung der Koli-Mastitis
  7. Fazit

Koli-Mastitis ist eine Entzündung der Milchdrüse (Mastitis), ausgelöst durch das Bakterium Escherichia coli (E. coli). Betroffen sind vor allem säugende Hündinnen kurz nach der Geburt – doch auch Hündinnen, die nicht laktieren, können erkranken. Wer schon einmal eine Hündin mit Mastitis erlebt hat, weiss: Das geht schnell, und es tut weh. Deshalb ist rasches Handeln kein Luxus, sondern schlicht notwendig.

Was ist Koli-Mastitis?

Mastitis bezeichnet eine Entzündung der Milchdrüsen, die häufig während der Stillzeit oder kurz danach auftritt. Auslöser können verschiedene Bakterien sein – E. coli gehört dabei zu den häufigsten Erregern. Das Tückische: E. coli ist eigentlich ein ganz normaler Darmbewohner. Unter bestimmten Umständen schafft er es jedoch, in die Milchdrüsen einzudringen und dort eine Infektion zu entfachen.

Die Folge ist eine Entzündung, die sich durch Schwellungen, Rötungen und Schmerzen zeigt. In schweren Verläufen können Abszesse entstehen, eitrige Entzündungen auftreten und die Milchproduktion ernsthaft beeinträchtigt werden – was sowohl die Mutterhündin als auch ihre Welpen in Mitleidenschaft zieht.

Ursachen der Koli-Mastitis bei Hunden

Der häufigste Auslöser ist eine bakterielle Infektion der Milchdrüsen. Bakterien finden ihren Weg meist über kleine Verletzungen oder Risse in der Zitzenhaut – oft verursacht durch das Saugen der Welpen. Die Haupteinfallstore im Überblick:

  1. Verletzungen durch Welpen: Beim Saugen können die Zitzen der Hündin gereizt oder aufgescheuert werden. Selbst winzige Hautrisse reichen, damit E. coli aus der Umgebung oder dem Kot der Welpen eindringen kann.
  2. Schlechte Hygiene: Ein dreckiger oder dauerhaft feuchter Wurfplatz erhöht das Risiko einer Kontamination erheblich. Verschmutzte Unterlagen sind geradezu eine Einladung für Keime.
  3. Geschwächtes Immunsystem: Hündinnen, die von der Geburt erschöpft sind oder aus anderen Gründen ein geschwächtes Immunsystem haben, sind anfälliger für Infektionen aller Art.
  4. Milchstau: Werden die Milchdrüsen nicht vollständig entleert, staut sich die Milch – und das schafft ideale Bedingungen für Bakterien.
  5. Bestehende Infektionen: Infektionsherde an anderen Körperstellen können über den Blutkreislauf in die Milchdrüsen verschleppt werden und dort eine Mastitis auslösen.

Symptome der Koli-Mastitis bei Hunden

Die Symptome können von mild bis schwer variieren. Folgende Anzeichen sollten aufhorchen lassen:

  • Geschwollene, gerötete Zitzen: Die betroffenen Milchdrüsen fühlen sich heiss an und sind deutlich verändert.
  • Schmerzen bei Berührung: Schon leichtes Anfassen der entzündeten Zitzen löst bei der Hündin eine Schmerzreaktion aus.
  • Veränderte Milch: Die Milch kann dickflüssig, gelblich oder grünlich verfärbt sein – in schlimmeren Fällen eitrig oder blutig.
  • Fressunlust: Viele betroffene Hündinnen fressen deutlich weniger oder verweigern das Futter ganz.
  • Fieber: Typisch bei bakteriellen Infektionen und ein deutliches Warnsignal.
  • Lethargie: Die Hündin wirkt abgeschlagen, matt und antriebslos.
  • Distanz zu den Welpen: Wegen der Schmerzen meidet die Hündin mitunter das Säugen – was die Versorgung der Welpen gefährden kann.
  • Hautveränderungen: In schweren Fällen können sich Abszesse, Verhärtungen oder Geschwüre an den Zitzen bilden.

Diagnose der Koli-Mastitis

Die Diagnose stellt der Tierarzt anhand einer körperlichen Untersuchung und der Symptome. Je nach Befund kommen folgende Schritte dazu:

  1. Klinische Untersuchung: Der Tierarzt tastet die Milchdrüsen ab und beurteilt Schwellung, Rötung und Schmerzreaktion.
  2. Milchanalyse: Eine Milchprobe kann im Labor untersucht werden, um den genauen Erreger zu bestimmen – und um das wirksamste Antibiotikum auszuwählen.
  3. Blutuntersuchung: Bluttests geben Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand der Hündin und zeigen, ob sich die Infektion bereits systemisch ausgebreitet hat.

Behandlung der Koli-Mastitis

Tempo ist hier entscheidend. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Aussichten für Mutter und Welpen. Die gängigen Therapieansätze:

  1. Antibiotika: Das Mittel der Wahl bei bakteriellen Infektionen. Das passende Antibiotikum richtet sich nach dem Ergebnis der Milchanalyse und der Empfindlichkeit des Erregers – nicht jedes Mittel wirkt gleich gut gegen E. coli.
  2. Entzündungshemmer: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) helfen, die Entzündung einzudämmen und die Schmerzen erträglich zu machen.
  3. Warme Kompressen: Auf die entzündeten Zitzen aufgelegt, können warme Kompressen die Durchblutung fördern, Schmerzen lindern und die Entleerung der Milchdrüsen erleichtern.
  4. Manuelles Entleeren: Kann die Hündin die Welpen nicht säugen oder sind die Drüsen verstopft, muss der Tierarzt manuell entleeren. Wenn möglich, sollten die Welpen weiterhin so oft wie möglich saugen – das unterstützt die Drainage auf natürlichem Weg.
  5. Chirurgischer Eingriff: Bei Abszessen oder abgestorbenem Gewebe bleibt manchmal kein anderer Weg als die Operation, um das infizierte Gewebe zu entfernen.
  6. Welpenversorgung: Kann die Mutterhündin nicht säugen, müssen die Welpen von Hand gefüttert werden. Der Tierarzt empfiehlt eine geeignete Ersatznahrung – kein Bereich für Improvisation.

Vorbeugung der Koli-Mastitis

Ganz verhindern lässt sich eine Mastitis nicht immer, aber das Risiko lässt sich deutlich senken:

  1. Sauberer Wurfplatz: Unterlagen regelmässig wechseln, die Umgebung trocken und hygienisch halten – das ist der einfachste und wirksamste Schutz.
  2. Zitzen regelmässig kontrollieren: Besonders während der Stillzeit lohnt es sich, die Zitzen täglich kurz anzuschauen – auf Verletzungen, Schwellungen oder Veränderungen.
  3. Wunden sofort versorgen: Kleine Risse oder Schürfstellen an den Zitzen gehören umgehend behandelt, bevor Bakterien eine Chance bekommen.
  4. Ernährung und Hydratation: Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Wasser stärken das Immunsystem der Hündin – und ein starkes Immunsystem ist der beste Puffer gegen Infektionen.

Fazit

Koli-Mastitis ist eine ernste Erkrankung, die schnell eskalieren kann – aber sie ist behandelbar, wenn man früh genug reagiert. Schwellungen, Rötungen, Fieber oder eine veränderte Milch sind Warnsignale, die nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten. Wer seinen Wurfplatz sauber hält, die Zitzen im Blick behält und bei ersten Auffälligkeiten den Tierarzt aufsucht, gibt der Mutterhündin und ihren Welpen die beste Chance auf einen guten Start.