Fraktur
Ein Hund mit Knochenbruch kann das betroffene Bein plötzlich nicht mehr belasten – oft nach einem Sturz, Unfall oder beim Spielen.
Inhalt
Ein Hund mit Knochenbruch kann das betroffene Bein plötzlich nicht mehr belasten – oft nach einem Sturz, Unfall oder beim Spielen. Du erkennst eine Fraktur meist daran, dass dein Hund das Bein hochhält, stark humpelt oder bei Berührung schmerzhafte Laute von sich gibt.
Was passiert bei einem Knochenbruch beim Hund?
Bei einer Fraktur bricht der Knochen durch Gewalteinwirkung – etwa beim Autounfall, Sturz vom Balkon oder ungünstigen Landung nach einem Sprung. Der Bruch kann vollständig durch den Knochen gehen oder nur angerissen sein.
Besonders gefährdet sind kleine Hunderassen mit zarten Knochen und ältere Hunde mit schwächerer Knochensubstanz. Ein Yorkshire Terrier kann sich schon beim Sprung vom Sofa das Bein brechen – während ein junger Schäferhund deutlich mehr verträgt.
Wie erkenne ich einen Knochenbruch bei meinem Hund?
Ein gebrochener Knochen zeigt sich meist eindeutig: Dein Hund belastet das betroffene Bein überhaupt nicht mehr oder nur unter starken Schmerzen. Er hält es angewinkelt hoch oder schleift es beim Gehen nach.
Weitere Anzeichen einer Fraktur:
- Starke Schmerzen bei Berührung – der Hund zuckt zurück oder schnappt
- Sichtbare Schwellung oder unnatürliche Stellung des Beins
- Bei offenen Brüchen: Wunde mit sichtbarem Knochen oder starker Blutung
- Dein Hund mag sich nicht bewegen oder zittert vor Schmerz
Was mache ich als Erste Hilfe bei Verdacht auf Knochenbruch?
Bewahre Ruhe und beruhige deinen Hund mit ruhiger Stimme. Vermeide jede Bewegung des verletzten Beins – auch „vorsichtiges Abtasten“ kann den Schaden verschlimmern.
Sofortmaßnahmen:
- Hund nicht mehr laufen lassen – trage ihn zum Auto
- Bei offenen Wunden: Sterile Kompresse auflegen, nicht festbinden
- Transportiere ihn auf einer festen Unterlage (Decke, Brett)
- Sofort zum Tierarzt oder in die Tierklinik fahren
Versuche niemals, das Bein zu schienen oder „einzurenken“. Das übernimmt der Fachmann unter Narkose.
Welche Arten von Knochenbrüchen gibt es?
Tierärzte unterscheiden Frakturen nach dem Ausmaß der Verletzung. Ein geschlossener Bruch betrifft nur den Knochen – die Haut bleibt intakt. Gefährlicher ist der offene Bruch, bei dem Knochensplitter durch die Haut dringen und Infektionen drohen.
Bei einem glatten Bruch teilt sich der Knochen sauber in zwei Stücke. Ein Splitterbruch hingegen hinterlässt mehrere Fragmente, die chirurgisch zusammengefügt werden müssen. Junge Hunde erleiden manchmal Grünholzfrakturen – der biegsame Knochen bricht nur einseitig an.
Wie behandelt der Tierarzt einen Knochenbruch?
Nach der Röntgenaufnahme entscheidet der Tierarzt über die Behandlung. Einfache Brüche bei kleinen Hunden werden manchmal geschient oder eingegipst – der Hund muss dann wochenlang ruhiggestellt werden.
Komplizierte Frakturen erfordern eine Operation: Der Tierarzt fügt die Knochenteile zusammen und fixiert sie mit Metallplatten, Schrauben oder Drähten. Diese Implantate bleiben meist dauerhaft im Knochen.
Die Heilung dauert je nach Alter und Größe des Hundes vier bis zwölf Wochen. Welpen heilen schneller als alte Hunde – ein sechsmonatiger Labrador ist nach sechs Wochen wieder fit, während ein zwölfjähriger Dackel drei Monate brauchen kann.
Was kostet die Behandlung eines Knochenbruchs?
Die Kosten variieren stark je nach Schwere der Verletzung. Eine einfache Schienung kostet etwa 200-400 Euro, während komplizierte Operationen mit Metallimplantaten schnell 1.500-3.000 Euro erreichen.
Hinzu kommen Röntgenaufnahmen, Nachkontrollen und Medikamente. Bei Mehrfachfrakturen oder Komplikationen können die Kosten auf 5.000 Euro und mehr steigen.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …