ED (Ellenbogengelenk-Dysplasie)
Ellenbogengelenk-Dysplasie (ED) ist eine Entwicklungsstörung des Ellenbogengelenks, bei der die drei beteiligten Knochen nicht harmonisch zusammenwachsen und dadurch zu ungleichmäßiger Druckverteilung und Knorpelschäden führen.
Inhalt
Was passiert bei Ellenbogengelenk-Dysplasie im Gelenk?
Bei ED wachsen die drei Knochen des Ellenbogengelenks nicht harmonisch zusammen. Der Oberarmknochen (Humerus) passt nicht perfekt zu Elle (Ulna) und Speiche (Radius). Das führt zu ungleichmässiger Druckverteilung und Knorpelschäden.
Besonders betroffen sind grosse und schwere Rassen: Golden Retriever zeigen ED in etwa 20% der Fälle, Deutsche Schäferhunde in 15%, Rottweiler in bis zu 40%. Bei Rassen unter 20 Kilogramm tritt ED deutlich seltener auf.
Welche ED-Grade gibt es und was bedeuten sie?
Tierärzte teilen ED in vier Grade ein, die auf Röntgenbildern sichtbar werden:
Grad 0 (ED-frei): Gelenkkonturen sind normal, keine Veränderungen erkennbar. Der Gelenkspalt ist gleichmässig breit.
Grad 1 (leicht): Erste Knochenanbauten (Osteophyten) am Gelenkrand, meist am Processus anconeus. Gelenkspalt noch normal.
Grad 2 (mittel): Deutliche Osteophyten und erste Veränderungen am Gelenkspalt. Knorpelverschleiss wird sichtbar.
Grad 3 (schwer): Massive Knochenveränderungen, unregelmässiger Gelenkspalt, deutliche Arthrose. Das Gelenk ist stark deformiert.
Woran lässt sich ED erkennen?
Die ersten Anzeichen sind oft unauffällig. Hunde laufen nach dem Aufstehen steifer als sonst, nach einigen Schritten normalisiert sich der Gang wieder.
Ein typisches Zeichen ist die veränderte Ellenbogenstellung: Der Hund dreht die Pfoten nach aussen, um das schmerzende Gelenk zu entlasten. Bei fortgeschrittener ED schwillt der Ellenbogen sichtbar an.
Junge Hunde zwischen vier und acht Monaten zeigen oft Unwilligkeit beim Apportieren oder meiden Sprünge ins Auto. Ältere Hunde werden nach Ruhepausen steifer.
Wie wird ED diagnostiziert?
Die Röntgenuntersuchung erfolgt in Narkose, da exakte Positionierung entscheidend ist. Standard sind zwei Aufnahmen pro Ellenbogen: eine seitliche und eine von vorne.
Bei der Untersuchung testet der Tierarzt auch den Flexionstest: Er beugt das Ellenbogengelenk maximal. Bei ED reagiert der Hund mit Schmerzverhalten.
CT-Aufnahmen zeigen mehr Details als normale Röntgenbilder, sind aber nur bei unklaren Fällen nötig. Die Arthroskopie (chirurgischer Eingriff mit Kamera im Gelenk) dient meist schon der Behandlung, nicht nur der Diagnose.
Was kann man gegen ED tun?
Bei Grad 1 reicht oft konservatives Management: kontrollierte Bewegung, Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente in akuten Phasen.
Grad 2 und 3 erfordern meist chirurgische Eingriffe. Der Tierarzt kann lose Knochenfragmente entfernen oder bei jungen Hunden das Wachstum chirurgisch korrigieren.
Entscheidend ist das Gewicht: Jedes Kilo zu viel verstärkt die Gelenkbelastung erheblich.
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