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Echokardiographie

4 Min Lesezeit
Echokardiographie
Inhalt
  1. Wann wird eine Echokardiographie bei Hunden eingesetzt?
  2. Was zeigt eine Echokardiographie bei Hunden?
  3. Wie wird eine Echokardiographie bei Hunden durchgeführt?
  4. Vorteile der Echokardiographie
  5. Risiken und Nebenwirkungen
  6. Kosten der Echokardiographie

Die Echokardiographie – kurz Echo – ist das bildgebende Verfahren der Wahl, wenn es ums Herz geht. Dabei werden mit Ultraschallwellen in Echtzeit Bilder erzeugt: Man sieht die Herzklappen auf- und zuklappen, erkennt die Grösse der Herzkammern und kann den Blutfluss direkt verfolgen. Kein Schnitt, keine Nadel, keine Strahlung – das macht das Verfahren so wertvoll für die Herzdiagnostik beim Hund.

Wann wird eine Echokardiographie bei Hunden eingesetzt?

Nicht jedes Herzgeräusch bedeutet gleich Drama – aber ignorieren sollte man es auch nicht. Eine Echokardiographie kommt immer dann ins Spiel, wenn der Tierarzt einen konkreten Verdacht hat oder eine bekannte Herzerkrankung im Verlauf beobachten will. Typische Anlässe:

  • Herzgeräusche: Hört der Tierarzt beim Abhören ein ungewöhnliches Geräusch zwischen den Herzschlägen, ist das Echo oft der nächste sinnvolle Schritt – um zu verstehen, woher das Geräusch kommt und wie bedeutsam es ist.
  • Anzeichen einer Herzinsuffizienz: Hunde, die hartnäckig husten, kurzatmig werden, schnell ermüden oder einen aufgequollenen Bauch entwickeln (Aszites), können an einer Herzinsuffizienz leiden. Die Echokardiographie zeigt, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist.
  • Bekannte Herzerkrankungen im Verlauf: Bei Diagnosen wie Mitralendokardiose (degenerative Klappenerkrankung) oder dilatativer Kardiomyopathie (der Herzmuskel wird schwächer und weiter) braucht man regelmässige Echo-Kontrollen – denn das Herz verändert sich, und die Therapie muss mitwachsen.
  • OP-Vorbereitung: Gerade bei älteren Hunden oder Tieren mit Vorerkrankungen lohnt ein Blick aufs Herz, bevor eine Narkose eingeleitet wird. So lässt sich das Narkoserisiko besser einschätzen und die Überwachung anpassen.
  • Verdacht auf angeborene Herzfehler: Welpen bestimmter Rassen mit genetischer Veranlagung – oder Junghunde, die bereits Symptome zeigen – werden echokardiographisch untersucht, um Fehlbildungen wie einen persistierenden Ductus arteriosus oder einen Ventrikelseptumdefekt früh zu erkennen.

Was zeigt eine Echokardiographie bei Hunden?

Das Bild auf dem Bildschirm ist überraschend aufschlussreich. Im Wesentlichen liefert das Echo vier Kernaussagen:

  • Herzklappen: Schliessen sie dicht? Öffnen sie vollständig? Oder fliesst Blut in die falsche Richtung zurück (Regurgitation)? Undichte Klappen lassen sich so direkt sichtbar machen.
  • Herzkammern: Grösse und Wanddicke werden ausgemessen. Vergrösserte oder verdickte Kammern sind oft ein erstes Zeichen für eine Kardiomyopathie.
  • Blutfluss: Mit dem Doppler-Ultraschall sieht man, ob das Blut in die richtige Richtung strömt und ob die Flussgeschwindigkeit im Normbereich liegt – oder eben nicht.
  • Herzleistung: Wie viel Blut pumpt das Herz pro Schlag tatsächlich aus? Gibt es Hinweise auf ein beginnendes Herzversagen? Genau das lässt sich hier ablesen.

Wie wird eine Echokardiographie bei Hunden durchgeführt?

Der Ablauf ist unkompliziert und für die meisten Hunde gut zu tolerieren – eine Narkose ist in der Regel nicht nötig:

  1. Lagerung und Rasur: Der Hund liegt auf der Seite oder dem Rücken. Ein kleiner Bereich an der Brust wird rasiert, damit die Schallwellen ungehindert ins Gewebe eindringen können.
  2. Ultraschallgel: Ein spezielles Gel wird aufgetragen – es verbessert den Kontakt zwischen Schallkopf und Haut und sorgt für ein klares Bild.
  3. Der eigentliche Scan: Der Tierarzt oder Kardiologe führt den Schallkopf langsam und gezielt über den Brustkorb und betrachtet dabei die Herzstrukturen in Echtzeit auf dem Bildschirm. Das dauert meist zwischen 20 und 40 Minuten.
  4. Auswertung: Die Aufnahmen werden noch während der Untersuchung oder kurz danach analysiert – Herzstruktur, Blutfluss und Pumpfunktion werden beurteilt und dokumentiert.

Vorteile der Echokardiographie

Was macht das Echo gegenüber anderen Verfahren so attraktiv? Vier Punkte stechen hervor:

  • Kein Eingriff nötig: Keine Operation, kein Schnitt – der Hund bleibt unversehrt.
  • Ergebnisse in Echtzeit: Der Tierarzt sieht das Herz live beim Arbeiten und kann sofort beurteilen, was los ist.
  • Hohe Aussagekraft: Details zur Herzfunktion, die auf einem Röntgenbild unsichtbar bleiben – Klappenverhalten, Flussrichtung, Wandbewegung – werden sichtbar.
  • Keine Strahlung: Im Gegensatz zu Röntgen oder CT-Untersuchungen geht der Hund ohne jede Strahlenbelastung nach Hause.

Risiken und Nebenwirkungen

Bekannte Risiken gibt es keine – das Echo gilt als eines der sichersten Verfahren in der Tierkardiologie. Weil keine Narkose nötig ist, entfällt auch dieses Risiko vollständig. Einzige Ausnahme: sehr unruhige oder ängstliche Hunde, bei denen gelegentlich eine leichte Sedierung hilfreich sein kann. Auch das gilt als unbedenklich.

Kosten der Echokardiographie

Was die Untersuchung kostet, hängt von der Praxis, dem Standort und dem Untersuchungsumfang ab. Als grobe Orientierung: In der Regel liegen die Kosten zwischen 300 und 600 Euro. Werden zusätzliche Untersuchungen nötig oder übernimmt ein spezialisierter Kardiologe die Untersuchung, kann der Betrag höher ausfallen.