Dialyse
Bild: Wikimedia Commons – Dialysegerät 5008.jpg von Florian Rettner · Public Domain Dialyse ersetzt bei schwerstem Nierenversagen die lebenswichtige Filterfunktion der Nieren künstlich und entfernt Giftstoffe aus dem Blut.
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Dialyse ersetzt bei schwerstem Nierenversagen die lebenswichtige Filterfunktion der Nieren künstlich und entfernt Giftstoffe aus dem Blut.
Wann benötigt ein Hund Dialyse?
Die Entscheidung fällt bei Kreatininwerten über 8 mg/dl oder wenn der Hund trotz intensiver Infusionstherapie keinen Harn mehr produziert. Akutes Nierenversagen nach Vergiftungen (Frostschutzmittel, Rosinen) rechtfertigt den Aufwand eher als chronisches Nierenversagen im Endstadium.
Bei chronischer Niereninsuffizienz kommt Dialyse nur als Überbrückung zur Transplantation in Frage, die bei Hunden jedoch nicht durchgeführt wird. Deshalb beschränkt sich die Anwendung meist auf akute, potenziell reversible Fälle.
Wie läuft die Dialyse ab?
Hämodialyse filtert das Blut ausserhalb des Körpers durch eine Maschine. Der Hund benötigt einen dauerhaften Gefässzugang (Shunt) und liegt drei bis vier Stunden an der Maschine, meist unter Sedierung.
Peritonealdialyse nutzt das Bauchfell als natürliche Filtermembran. Eine Dialyseflüssigkeit wird über einen Katheter in den Bauchraum gespült und nach zwei Stunden wieder abgelassen. Das funktioniert ohne Narkose, aber nur bei intakter Bauchhöhle.
Was kostet Dialyse beim Hund?
Eine Dialysesitzung kostet zwischen 400 und 800 Euro. Bei drei Sitzungen pro Woche summiert sich das auf 2000 bis 5000 Euro monatlich. Nicht enthalten sind etwaige Nebenkosten für Katheter, Medikamente und Überwachung.
Die Behandlung läuft über Wochen oder Monate. Selbst bei akutem Nierenversagen mit guter Prognose entstehen schnell Kosten von 10 000 Euro und mehr.
Wo ist Dialyse für Hunde verfügbar?
In Deutschland bieten etwa zehn Tierkliniken Dialyse an. Hauptsächlich sind das die Universitätskliniken in München, Hannover, Giessen und Berlin. In Österreich steht sie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien zur Verfügung, in der Schweiz in Bern und Zürich.
Die Wartelisten sind lang. Viele Fälle kommen zu spät, weil der Transport zur nächsten Dialyseklinik Stunden dauert und der Hund den Stress nicht übersteht.
Welche Erfolgsaussichten hat die Dialyse?
Bei akutem Nierenversagen durch Vergiftungen überleben etwa 60 Prozent der Hunde, wenn die Dialyse binnen 24 Stunden beginnt. Bei späterem Beginn sinkt die Überlebensrate auf unter 30 Prozent.
Chronische Niereninsuffizienz lässt sich nur verzögern, nicht heilen. Die meisten Hunde leben nach Dialysebeginn noch drei bis zwölf Monate, bei erheblich reduzierter Lebensqualität durch die belastenden Behandlungen.
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