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Desmitis

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Desmitis
Definition

Desmitis ist eine Entzündung der Bänder, die Knochen miteinander verbinden und Gelenke stabilisieren.

Inhalt
  1. Wie entsteht Desmitis beim Hund?
  2. Woran erkenne ich eine Bänderentzündung?
  3. Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?
  4. Welche Behandlung hilft bei Desmitis?

Wie entsteht Desmitis beim Hund?

Traumatische Verletzungen sind die häufigste Ursache – ein falscher Sprung, ein Sturz oder eine plötzliche Drehbewegung können das Kreuzband oder andere stabilisierende Bänder überdehnen. Besonders das vordere Kreuzband reisst bei mittelgrossen bis grossen Hunden oft durch abrupte Richtungswechsel beim Spielen.

Chronische Überbelastung entwickelt sich schleichender. Hunde, die täglich lange Strecken laufen oder intensiven Sport betreiben, zeigen manchmal erst nach Monaten die ersten Anzeichen einer Bänderentzündung. Das Karpalband an der Vorderpfote ist dabei besonders anfällig.

Altersbedingte Veränderungen schwächen die Bandstruktur. Bei Hunden ab acht Jahren werden die Bänder weniger elastisch und reissen schon bei alltäglichen Bewegungen – manchmal ohne erkennbaren äusseren Anlass.

Woran erkenne ich eine Bänderentzündung?

Schwellungen zeigen sich meist erst 12 bis 24 Stunden nach der Verletzung. Die betroffene Stelle fühlt sich warm an, und der Hund reagiert empfindlich auf Berührung. Anders als bei Knochenbrüchen ist die Schwellung oft weniger ausgeprägt, aber konstant vorhanden.

Die Lahmheit entwickelt sich charakteristisch: Morgens nach dem Aufstehen humpelt der Hund deutlich, nach wenigen Minuten Bewegung läuft er scheinbar normal. Diese sogenannte Anlauflahmheit täuscht über die tatsächliche Verletzung hinweg. Manche Hunde vermeiden bestimmte Bewegungen – sie springen nicht mehr ins Auto oder meiden Treppen.

Schmerzen äussern sich unterschiedlich. Einige Hunde jaulen beim Aufstehen, andere werden ruhiger und bewegen sich weniger. Das betroffene Bein wird oft entlastet – der Hund steht häufiger auf drei Beinen.

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Die körperliche Untersuchung testet die Bandstabilität durch spezifische Bewegungen. Der Tierarzt bewegt das Gelenk in verschiedene Richtungen und prüft, ob es abnormal beweglich ist. Die Untersuchung kann schmerzhaft sein – manche Hunde benötigen eine leichte Sedierung.

Röntgenbilder zeigen nicht die Bänder selbst, aber Knochenveränderungen, die auf chronische Instabilität hinweisen. Ultraschall macht die Bänder sichtbar und zeigt Verdickungen oder Risse. Bei unklaren Fällen kann eine MRT-Untersuchung nötig werden.

Blutuntersuchungen messen Entzündungsparameter. Erhöhte Werte können eine systemische Entzündung anzeigen, sind aber nicht spezifisch für Bänder.

Welche Behandlung hilft bei Desmitis?

Entzündungshemmende Medikamente lindern Schmerz und Schwellung. Meist verschreibt der Tierarzt Carprofen oder Meloxicam für 7 bis 14 Tage. Der Hund benötigt die Medikamente täglich zur gleichen Zeit, am besten mit dem Futter.

Bewegungseinschränkung ist entscheidend für die Heilung. Der Hund benötigt über vier bis sechs Wochen nur kurze Spaziergänge an der Leine – kein Freilauf, kein Spielen mit anderen Hunden, kein Springen. Das fällt vielen Haltern schwerer als dem Hund selbst.

Physiotherapie unterstützt den Heilungsprozess. Unterwasserlaufband und passive Bewegungsübungen halten die Muskulatur aktiv, ohne die Bänder zu belasten. Diese Massnahmen beginnen meist nach zwei bis drei Wochen Ruhe.

Operative Eingriffe werden nötig, wenn Bänder komplett gerissen sind oder die konservative Behandlung nach acht Wochen keine Besserung zeigt. Die Operation stabilisiert das Gelenk durch Bandersatz oder Gelenkversteifung.