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Linksherzinsuffizienz

5 Min Lesezeit
Linksherzinsuffizienz
Inhalt
  1. Was ist eine Linksherzinsuffizienz?
  2. Ursachen der Linksherzinsuffizienz bei Hunden
  3. Symptome der Linksherzinsuffizienz bei Hunden
  4. Diagnose der Linksherzinsuffizienz
  5. Behandlung der Linksherzinsuffizienz bei Hunden
  6. Prognose

Die Linksherzinsuffizienz ist eine Form der Herzinsuffizienz, bei der das linke Herz nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut in den Körperkreislauf zu pumpen. Eine Folge davon ist eine Blutstauung in den Lungen sowie eine verminderte Sauerstoffversorgung des Gewebes. Bei Hunden tritt diese Erkrankung häufig auf und kann durch eine Vielzahl von Herzerkrankungen ausgelöst werden, etwa Mitralklappenerkrankungen, Kardiomyopathien oder angeborene Herzfehler.

Was ist eine Linksherzinsuffizienz?

Bei einer Linksherzinsuffizienz ist die linke Herzkammer nicht mehr in der Lage, das Blut effizient in den Körperkreislauf zu pumpen. Das Herz besteht aus vier Kammern: dem linken und rechten Vorhof sowie der linken und rechten Herzkammer. Die linke Herzkammer pumpt das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge über die Hauptschlagader (Aorta) in den Körper. Ist ihre Funktion gestört, kommt es zu einer Rückstauung des Blutes in die Lunge, was in der Folge zu einer Flüssigkeitsansammlung (Lungenödem) führen kann.

Ursachen der Linksherzinsuffizienz bei Hunden

Mehrere Erkrankungen können eine Linksherzinsuffizienz bei Hunden auslösen. Zu den häufigsten zählen:

  1. Mitralklappeninsuffizienz: Die häufigste Ursache für Linksherzinsuffizienz bei Hunden. Sie tritt auf, wenn die Mitralklappe zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer nicht mehr richtig schliesst. Dadurch fliesst Blut in den linken Vorhof zurück, was zu einer Stauung und Belastung des Herzens führt.
  2. Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Diese Erkrankung betrifft vor allem grössere Hunderassen wie Dobermänner oder Deutsche Doggen. Der Herzmuskel ist geschwächt und die linke Herzkammer vergrössert, was die Pumpfunktion vermindert.
  3. Hypertrophe Kardiomyopathie: Bei Hunden selten, tritt aber bei einigen Rassen auf. Sie verursacht eine Verdickung des Herzmuskels, insbesondere in der linken Kammer, und beeinträchtigt dadurch die Pumpleistung.
  4. Angeborene Herzfehler: Angeborene Erkrankungen wie der persistierende Ductus arteriosus oder Ventrikelseptumdefekte können ebenfalls zu einer Linksherzinsuffizienz führen.
  5. Herzmuskelentzündungen (Myokarditis): Entzündungen des Herzmuskels können die Funktion der linken Kammer beeinträchtigen und in einigen Fällen zur Insuffizienz führen.
  6. Bluthochdruck (systemische Hypertonie): Langfristig erhöhter Blutdruck belastet das Herz, insbesondere die linke Kammer, und kann schliesslich zur Insuffizienz führen.

Symptome der Linksherzinsuffizienz bei Hunden

Die Symptome einer Linksherzinsuffizienz resultieren hauptsächlich aus der gestörten Pumpleistung und der Flüssigkeitsansammlung in der Lunge. Häufige Anzeichen sind:

  • Husten: Eines der häufigsten Symptome. Der Husten tritt vor allem nachts oder nach Anstrengung auf und wird durch das Lungenödem sowie die Stauung der Flüssigkeit in den Lungen verursacht.
  • Atemnot (Dyspnoe): Hunde mit Linksherzinsuffizienz können eine schnelle und erschwerte Atmung zeigen, da die Flüssigkeit in den Lungen den Gasaustausch beeinträchtigt.
  • Schwäche und Müdigkeit: Die reduzierte Sauerstoffversorgung des Körpers führt oft zu Müdigkeit und Schwäche, besonders nach körperlicher Aktivität.
  • Blaufärbung der Schleimhäute (Zyanose): Aufgrund des Sauerstoffmangels kann es zu einer Blaufärbung der Zunge oder des Zahnfleischs kommen.
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust: Hunde mit chronischer Herzinsuffizienz können Appetitlosigkeit zeigen und an Gewicht verlieren.
  • Schwächeanfälle oder Ohnmacht (Synkopen): In schweren Fällen kann es durch den Sauerstoffmangel zu Schwächeanfällen oder Ohnmacht kommen.

Diagnose der Linksherzinsuffizienz

Die Diagnose stützt sich auf eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Bildgebung und weiteren diagnostischen Tests:

  1. Klinische Untersuchung: Der Tierarzt hört Herz und Lungen des Hundes mit einem Stethoskop ab, um Herzgeräusche (z. B. bei einer Mitralklappeninsuffizienz) oder Lungenrauschen als Hinweis auf Flüssigkeit in den Lungen zu erkennen.
  2. Röntgenaufnahmen: Röntgenbilder des Brustkorbs geben Aufschluss über eine Vergrösserung des Herzens (Kardiomegalie) und das Vorhandensein eines Lungenödems.
  3. Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie): Der Herzultraschall gilt als Goldstandard zur Diagnose der Linksherzinsuffizienz. Mit ihm lassen sich Klappenfehler, die Grösse der Herzkammern und die Pumpfunktion des Herzens beurteilen.
  4. Blutuntersuchungen: Bluttests können durchgeführt werden, um den Natriuretischen Peptidwert (BNP) zu bestimmen, der bei Herzinsuffizienz erhöht ist. Auch weitere Blutwerte, die auf eine Überlastung des Herzmuskels hinweisen, werden dabei untersucht.
  5. Elektrokardiogramm (EKG): Ein EKG dient dazu, Herzrhythmusstörungen zu erkennen, die häufig mit einer Herzinsuffizienz einhergehen.

Behandlung der Linksherzinsuffizienz bei Hunden

Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Herzleistung zu verbessern und die Lebensqualität des Hundes zu erhöhen. Die Therapie umfasst in der Regel:

Medikamentöse Behandlung:

  • Diuretika (z. B. Furosemid) helfen, die überschüssige Flüssigkeit aus den Lungen zu entfernen und den Blutdruck zu senken.
  • ACE-Hemmer (z. B. Enalapril oder Benazepril) entspannen die Blutgefässe, verbessern den Blutfluss und verringern die Arbeitsbelastung des Herzens.
  • Pimobendan ist ein Inotropikum, das die Kontraktionskraft des Herzens erhöht und gleichzeitig die Blutgefässe erweitert, beides verbessert die Effizienz des Herzens.
  • Beta-Blocker oder Calciumkanalblocker können eingesetzt werden, um den Herzschlag zu regulieren und das Herz zu entlasten.

Ernährungsumstellung:

  • Eine natriumarme Ernährung kann dazu beitragen, die Flüssigkeitsansammlung im Körper zu verringern und den Blutdruck zu senken.
  • Ergänzungen wie Omega-3-Fettsäuren können entzündungshemmend wirken und das Herz unterstützen.

Gewichtsmanagement:

  • Übergewichtige Hunde mit Herzinsuffizienz sollten auf ihr Idealgewicht gebracht werden, da Übergewicht das Herz zusätzlich belastet.

Bewegungseinschränkung:

  • Hunde mit schwerer Linksherzinsuffizienz sollten körperliche Anstrengung vermeiden, um das Herz nicht weiter zu belasten.

Regelmässige tierärztliche Kontrolle:

  • Hunde mit Herzinsuffizienz benötigen regelmässige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt, um den Fortschritt der Erkrankung zu überwachen und die Behandlung anzupassen.

Prognose

Die Prognose bei Linksherzinsuffizienz hängt von der Grunderkrankung und dem Schweregrad der Herzinsuffizienz ab. In vielen Fällen lässt sich die Krankheit nicht heilen, durch eine Kombination aus Medikamenten und Managementmassnahmen aber gut kontrollieren. Hunde mit früh diagnostizierter und behandelter Linksherzinsuffizienz können oft noch Monate bis Jahre mit einer guten Lebensqualität leben.

Im fortgeschrittenen Stadium, insbesondere wenn ein schweres Lungenödem oder Herzrhythmusstörungen auftreten, verschlechtert sich die Prognose, und die Lebensdauer kann begrenzt sein.