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Cytostatikum

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Cytostatikum
Inhalt
  1. Wie wirken Cytostatika?
  2. Einsatz bei Hunden
  3. Verabreichung von Cytostatika bei Hunden
  4. Nebenwirkungen von Cytostatika bei Hunden
  5. Überwachung während der Chemotherapie

Ein Cytostatikum (Plural: Cytostatika) ist ein Medikament, das das Wachstum und die Teilung von Zellen hemmt oder stoppt. In der Tiermedizin werden Cytostatika bei Hunden hauptsächlich zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt. Sie zielen darauf ab, schnell wachsende Zellen wie Krebszellen zu zerstören oder deren Ausbreitung zu verhindern. Auch gesunde, sich schnell teilende Zellen im Körper können betroffen sein, was zu Nebenwirkungen führt.

Wie wirken Cytostatika?

Cytostatika greifen in die Zellteilung ein und hindern Krebszellen daran, sich zu vermehren. Da Krebszellen oft schneller wachsen und sich häufiger teilen als normale Zellen, sind sie besonders anfällig für diese Medikamente. Die verschiedenen Arten von Cytostatika wirken auf unterschiedliche Weise:

Alkylanzien wie Cyclophosphamid verändern die DNA der Zellen, wodurch die Zellteilung gestört und das Wachstum von Krebszellen gestoppt wird.

Antimetabolite wie Methotrexat blockieren Stoffwechselwege, die für die DNA-Synthese notwendig sind. Dies verhindert, dass Krebszellen sich teilen und vermehren können.

Mitosehemmer wie Vincristin und Vinblastin stören die Mitose (Zellteilung), indem sie den Aufbau des Spindelapparats verhindern, der für die Zellteilung notwendig ist.

Topoisomerase-Hemmer wie Doxorubicin hemmen das Enzym Topoisomerase, das für das Entwinden der DNA während der Zellteilung verantwortlich ist.

Platin-basierte Medikamente wie Cisplatin und Carboplatin binden an die DNA und verhindern, dass die Zellen sich teilen können.

Einsatz bei Hunden

Cytostatika werden bei Hunden zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt, sowohl als Einzeltherapie als auch in Kombination mit Operation oder Strahlentherapie. Die häufigsten Krebserkrankungen, bei denen Cytostatika verwendet werden:

Lymphom: Lymphome gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Hunden. Eine Chemotherapie mit Cytostatika wird eingesetzt, um das Wachstum der Krebszellen zu verlangsamen und die Remission zu erreichen.

Mastzelltumor: Bei Mastzelltumoren können Cytostatika wie Vinblastin oder Lomustin verwendet werden, insbesondere wenn der Tumor metastasiert hat.

Hämangiosarkom: Diese bösartige Krebserkrankung der Blutgefässe wird oft mit Doxorubicin oder anderen Chemotherapeutika behandelt, um das Tumorwachstum zu verlangsamen.

Osteosarkom: Bei Knochentumoren wird oft nach der Operation eine Chemotherapie durchgeführt, um das Risiko von Metastasen zu verringern.

Mammatumoren: Cytostatika wie Cyclophosphamid werden auch bei der Behandlung von Mammakarzinomen eingesetzt, um die Tumorzellen zu zerstören.

Verabreichung von Cytostatika bei Hunden

Die Verabreichung von Cytostatika erfolgt unter tierärztlicher Überwachung. Die Medikamente können auf verschiedene Weise verabreicht werden:

Intravenöse Injektion: Viele Cytostatika werden intravenös verabreicht, um eine schnelle Wirkung zu erzielen. Dies erfordert oft mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen oder Monaten, die als Chemotherapie-Zyklen bezeichnet werden.

Orale Verabreichung: Einige Cytostatika wie Lomustin oder Cyclophosphamid können als Tabletten verabreicht werden, was die Behandlung zuhause ermöglicht.

Subkutane Injektion: In einigen Fällen werden Cytostatika unter die Haut gespritzt.

Lokale Anwendung: Bei bestimmten Tumorarten, insbesondere bei Hautkrebs, kann die lokale Anwendung von Cytostatika, etwa als Creme, in Betracht gezogen werden.

Nebenwirkungen von Cytostatika bei Hunden

Da Cytostatika nicht nur Krebszellen, sondern auch gesunde, sich schnell teilende Zellen angreifen, können sie Nebenwirkungen verursachen. Die Schwere der Nebenwirkungen variiert je nach Medikament, Dosierung und Gesundheitszustand des Hundes:

Gastrointestinale Probleme: Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit sind häufige Nebenwirkungen von Cytostatika. Diese Symptome entstehen, weil die Zellen des Verdauungstrakts ebenfalls schnell wachsen und von den Medikamenten beeinträchtigt werden.

Schädigung des Knochenmarks: Cytostatika können die Produktion von Blutzellen im Knochenmark unterdrücken, was zu einer Anämie, Leukozytopenie (niedrige Anzahl weisser Blutkörperchen) oder Thrombozytopenie (niedrige Anzahl von Blutplättchen) führt. Dies erhöht das Risiko für Infektionen und Blutungen.

Schwäche und Lethargie: Hunde können nach der Behandlung müde oder schwach wirken, insbesondere in den Tagen nach der Verabreichung der Medikamente.

Haarausfall: Obwohl Haarausfall bei Hunden weniger häufig ist als bei Menschen, können einige Hunde, insbesondere solche mit feinem oder dünnem Fell, Haare verlieren. Rassen wie Pudel und Terrier sind anfälliger für diese Nebenwirkung.

Nierenschäden: Einige Cytostatika wie Cisplatin können die Nieren schädigen, weshalb regelmässige Bluttests zur Überwachung der Nierenfunktion erforderlich sind.

Kardiotoxizität: Doxorubicin kann bei langfristiger Anwendung das Herz schädigen, weshalb die Herzfunktion bei Hunden, die dieses Medikament erhalten, überwacht werden sollte.

Infektionsanfälligkeit: Durch die Unterdrückung des Immunsystems kann der Hund anfälliger für Infektionen werden, da die weissen Blutkörperchen, die für die Bekämpfung von Krankheitserregern zuständig sind, reduziert werden.

Überwachung während der Chemotherapie

Während der Chemotherapie ist eine regelmässige Überwachung des Hundes entscheidend, um sicherzustellen, dass die Therapie wirkt und die Nebenwirkungen kontrolliert werden. Zu den typischen Überwachungsmassnahmen gehören:

Blutuntersuchungen: Regelmässige Bluttests sind notwendig, um die Blutwerte (rote und weisse Blutkörperchen sowie Blutplättchen) und die Organfunktion (insbesondere Nieren und Leber) zu überwachen.

Klinische Untersuchung: Der Tierarzt untersucht den Hund auf Gewichtsveränderungen, Schwäche oder andere Anzeichen von Nebenwirkungen.

Anpassung der Dosierung: Je nach den Ergebnissen der Überwachung kann der Tierarzt die Dosis der Cytostatika anpassen oder Pausen zwischen den Behandlungen einlegen, um den Körper des Hundes zu schonen.