Brunst
KI-generiertes Symbolbild · illustriert den Wiki-Eintrag, keine dokumentarische Aufnahme. Die Brunst ist die fruchtbare Phase im Fortpflanzungszyklus einer Hündin, in der sie zur Paarung bereit ist und trächtig werden kann.
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Die Brunst ist die fruchtbare Phase im Fortpflanzungszyklus einer Hündin, in der sie zur Paarung bereit ist und trächtig werden kann.
Für Hundehalter bedeutet das: etwa alle sechs bis zwölf Monate verändert sich das Verhalten der Hündin merklich. Sie wird von Rüden umworben, zeigt blutigen Ausfluss und kann bei ungewolltem Deckakt trächtig werden. Die Brunst umfasst mehrere Phasen mit unterschiedlichen Symptomen und dauert insgesamt zwei bis vier Wochen.
Wie läuft der Brunstzyklus bei Hündinnen ab?
Der Zyklus besteht aus vier aufeinanderfolgenden Phasen:
Proöstrus (7-10 Tage): Die Vulva schwillt an, blutiger Ausfluss beginnt. Die Hündin zieht Rüden an, lässt sich aber noch nicht decken. Der Östrogenspiegel steigt.
Östrus (5-9 Tage): Die eigentliche Brunstphase. Der Ausfluss wird heller und wässriger. Die Hündin steht für Rüden – das bedeutet, sie hebt den Schwanz zur Seite und lässt die Paarung zu. In dieser Zeit findet der Eisprung statt.
Metöstrus (60-90 Tage): Der Progesteronspiegel bleibt hoch – unabhängig davon, ob die Hündin trächtig ist oder nicht. Deshalb können Scheinträchtigkeiten auftreten.
Anöstrus (4-5 Monate): Die Ruhephase. Keine Anzeichen von Fruchtbarkeit, der Körper bereitet sich auf den nächsten Zyklus vor.
Wann werden Hündinnen das erste Mal läufig?
Die erste Brunst tritt zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat auf. Kleine Rassen wie Yorkshire Terrier oder Chihuahuas werden oft schon mit sechs Monaten läufig. Große Rassen wie Deutsche Doggen oder Berner Sennenhunde lassen sich mehr Zeit – manchmal bis zum 18. Monat.
Nach der ersten Läufigkeit wiederholt sich der Zyklus alle sechs bis zwölf Monate. Die meisten Hündinnen werden zweimal pro Jahr läufig, aber individuelle Schwankungen sind normal.
Was sind die typischen Anzeichen der Brunst?
Der blutiger Vaginalausfluss ist meist das erste sichtbare Zeichen. Viele Halter bemerken es, weil die Hündin plötzlich Spuren auf Teppichen oder Liegeplätzen hinterlässt.
Die Vulva schwillt deutlich an – bei manchen Hündinnen so stark, dass das Sitzen unbequem wird. Gleichzeitig beginnt die Hündin häufiger zu markieren. Was bei Rüden normal ist, zeigen läufige Hündinnen als Signal für ihre Fruchtbarkeit.
Verhaltensänderungen sind individuell sehr unterschiedlich. Manche Hündinnen werden anhänglicher und suchen mehr Körperkontakt. Andere reagieren ungewohnt gereizt oder unruhig. Ab der Östrus-Phase zeigt die Hündin bei Berührung am Hinterteil den typischen „Stehreflex“ – sie drückt das Hinterteil nach oben und legt den Schwanz zur Seite.
Wie verhindere ich eine ungewollte Trächtigkeit?
Während der fruchtbaren Phase muss die Hündin von Rüden getrennt bleiben. Das bedeutet: Leinenpflicht, keine Freiläufe in Hundeparks und Aufmerksamkeit beim Gassigehen. Rüden riechen eine läufige Hündin über Kilometer und werden hartnäckig verfolgen.
Die Kastration ist die einzige sichere Langzeitlösung. Dabei werden die Eierstöcke (und meist die Gebärmutter) entfernt. Der Brunstzyklus endet dauerhaft.
Hormonelle Verhütung durch Spritzen oder Tabletten ist möglich, aber umstritten. Die Nebenwirkungen können schwerwiegend sein – von Gebärmutterentzündungen bis zu Diabetes. Seriöse Tierärzte raten meist zur Kastration statt zur hormonellen Unterdrückung.
Was passiert bei einer Scheinträchtigkeit?
Etwa sechs bis acht Wochen nach der Läufigkeit können Hündinnen eine Scheinträchtigkeit entwickeln – auch ohne Deckakt. Der Grund liegt in der besonderen Hormonlage: Der Progesteronspiegel bleibt nach der Brunst wochenlang hoch, als wäre die Hündin tatsächlich trächtig.
Typische Anzeichen sind Milchproduktion, Nestbauverhalten und das „Adoptieren“ von Spielzeug als Ersatzwelpen. Manche Hündinnen werden in dieser Zeit besonders anhänglich oder beschützen ihr „Nest“ aggressiv.
In den meisten Fällen verschwinden die Symptome nach zwei bis drei Wochen von selbst. Bei starker Milchproduktion oder ausgeprägten Verhaltensänderungen kann der Tierarzt unterstützend behandeln.
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