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Hyperkaliämie

2 Min Lesezeit
Hyperkaliämie
Inhalt
  1. Ursachen der Hyperkaliämie
  2. Symptome der Hyperkaliämie
  3. Diagnose und Behandlung
  4. Prognose

Hyperkaliämie bezeichnet einen erhöhten Kaliumspiegel im Blut des Hundes. Der Normbereich liegt bei 3,5–5,5 mmol/l; Werte darüber stören die elektrischen Aktivitäten von Herz und Muskeln. Hyperkaliämie ist ein medizinischer Notfall.

Ursachen der Hyperkaliämie

Beim Hund entwickelt sich eine Hyperkaliämie meist aus einer der folgenden Ursachen:

  • Nierenversagen: Die Nieren scheiden überschüssiges Kalium aus. Bei eingeschränkter Nierenfunktion sammelt sich Kalium im Blut an.
  • Addison-Krankheit (Hypoadrenokortizismus): Bei dieser Nebenniereninsuffizienz fehlen Hormone, die Kalium und Natrium regulieren. Der Kaliumspiegel steigt, der Natriumspiegel sinkt.
  • Traumatische Verletzungen: Schwere Verbrennungen, Muskeltrauma oder massiver Zellzerfall setzen Kalium aus den Zellen in den Blutkreislauf frei.
  • Harnverhaltung: Harnwegverschlüsse (z. B. durch Blasensteine) verhindern die Kaliumausscheidung über den Urin.
  • Überdosierung kaliumhaltiger Medikamente: Eine fehlerhafte intravenöse Kaliumgabe kann akut zu Hyperkaliämie führen.

Symptome der Hyperkaliämie

Das klinische Bild hängt vom Schweregrad ab:

  • Schwäche und Lethargie: Ein gestörter Kaliumhaushalt beeinträchtigt die Muskelfunktion.
  • Muskelschwäche oder Lähmung: In schweren Fällen kommt es zu Lahmheit bis hin zur Lähmung.
  • Herzrhythmusstörungen: Erhöhtes Kalium stört die elektrischen Impulse des Herzens. Mögliche Folge: Kammerflimmern oder Herzstillstand.
  • Schwacher, verlangsamter Puls: Bradykardie (langsamer Herzschlag) tritt typischerweise bei ausgeprägter Hyperkaliämie auf.
  • Erbrechen und Durchfall: Gastrointestinale Symptome treten gelegentlich auf.

Unbehandelt kann Hyperkaliämie innerhalb kurzer Zeit zum Herzstillstand führen.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose erfolgt über eine Blutuntersuchung (Kaliumspiegel-Messung). Zusätzlich werden Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff) und bei Verdacht auf Addison-Krankheit die Elektrolyte Natrium und Kalium im Verhältnis geprüft. Ein EKG zeigt typische Veränderungen: verlängerte PR-Intervalle, verbreiterte QRS-Komplexe, hochgipflige T-Wellen.

Die Behandlung richtet sich nach Schwere und Ursache:

  • Intravenöse Flüssigkeitstherapie: Verdünnt das Kalium im Blut und fördert die renale Ausscheidung.
  • Kalziumgluconat: Stabilisiert das Herz (Membranpotenzial), senkt aber nicht den Kaliumspiegel. Notfallmassnahme bei lebensbedrohlichen EKG-Veränderungen.
  • Glukose und Insulin: Insulin transportiert Kalium in die Zellen zurück; Glukose verhindert Hypoglykämie.
  • Natriumbikarbonat: Bei metabolischer Azidose kann es die Kaliumverschiebung in die Zellen unterstützen.

Bei Addison-Krankheit wird langfristig mit Mineralokortikoid- und Glukokortikoid-Substitution behandelt. Bei Nierenversagen kann Dialyse notwendig sein.

Prognose

Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose gut, insbesondere wenn eine akute Ursache wie Harnverhaltung vorliegt. Bei chronischen Grunderkrankungen (Niereninsuffizienz, Addison-Krankheit) hängt die Langzeitprognose von der Kontrollierbarkeit der Grunderkrankung ab. Regelmässige Blutkontrollen sind bei Risikopatienten unerlässlich.