Bluttransfusionen bei Hunden
Eine Bluttransfusion beim Hund ist die Übertragung von Vollblut oder einzelnen Blutbestandteilen von einem gesunden Spenderhund auf einen Empfänger.
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Eine Bluttransfusion beim Hund ist die Übertragung von Vollblut oder einzelnen Blutbestandteilen von einem gesunden Spenderhund auf einen Empfänger.
Wann benötigt ein Hund eine Bluttransfusion?
Eine Transfusion wird nötig bei akutem Blutverlust über 20 % des Blutvolumens oder bei schwerer Anämie mit einem Hämatokrit unter 15 %. Das tritt bei schweren Unfällen, grossen Operationen oder bei Erkrankungen wie der autoimmunhämolytischen Anämie auf.
Bei chronischen Blutverlusten durch Parasiten oder Tumore entscheidet der Allgemeinzustand des Hundes – nicht allein der Laborwert.
Das Blutgruppensystem beim Hund
Hunde besitzen das DEA-Blutgruppensystem (Dog Erythrocyte Antigen) mit über 20 verschiedenen Antigenen. Für Transfusionen relevant sind vor allem DEA 1.1 und DEA 1.2.
Etwa 60 % aller Hunde sind DEA 1.1 positiv, 20 % DEA 1.2 positiv und 20 % negativ für beide Antigene. Ein DEA 1.1 negativer Hund kann bei der ersten Transfusion jedes Blut erhalten – bei einer zweiten Transfusion können jedoch lebensbedrohliche Reaktionen auftreten.
Wie läuft eine Bluttransfusion ab?
Vor jeder Transfusion führt die Praxis einen Kreuztest durch: Spenderblut wird mit dem Blut des Empfängers gemischt und auf Verklumpung geprüft, was rund 15 Minuten in Anspruch nimmt.
Die eigentliche Transfusion erfolgt über einen venösen Zugang, meist an der Vorderpfote. In den ersten 15 Minuten läuft das Blut sehr langsam – in dieser Phase zeigen sich 80 % aller Unverträglichkeitsreaktionen. Bei guter Verträglichkeit wird die Geschwindigkeit auf 10–20 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde erhöht.
Ein 20-Kilo-Hund mit schwerem Blutverlust benötigt etwa 400–600 ml Spenderblut. Die gesamte Transfusion dauert in der Regel 2–4 Stunden.
Was sind die Risiken?
Akute Transfusionsreaktionen treten bei etwa 5–10 % aller Hunde auf. Symptome sind Unruhe, Erbrechen, Fieber oder Atemnot. Bei schweren Reaktionen wird die Transfusion sofort gestoppt.
Verzögerte Reaktionen können 3–14 Tage später auftreten: Das Immunsystem baut die fremden roten Blutkörperchen schrittweise ab. Der Tierarzt kontrolliert daher nach einer Woche nochmals das Blutbild.
Wo kommt das Spenderblut her?
Die meisten Praxen arbeiten mit eigenen Spenderhunden – oft Praxishunde oder Hunde von Mitarbeitern. Diese müssen gesund sein, über 25 kg wiegen und regelmässig auf Infektionskrankheiten getestet werden.
Ein Spenderhund kann alle 6–8 Wochen bis zu 450 ml Blut geben. Spezialisierte Blutbanken für Tiere existieren in Deutschland nur in geringer Zahl – die meisten Notfälle werden über lokale Spendernetzwerke gelöst.
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