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Blasensteine

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Blasensteine
Definition

Blasensteine sind kristalline Ablagerungen in der Harnblase, die aus überschüssigen Mineralien im Urin entstehen.

Inhalt
  1. Woran erkenne ich Blasensteine bei meinem Hund?
  2. Was verursacht die Bildung von Blasensteinen?
  3. Wie werden Blasensteine diagnostiziert und behandelt?
  4. Wie kann ich Blasensteinen vorbeugen?

Blasensteine sind kristalline Ablagerungen in der Harnblase, die aus überschüssigen Mineralien im Urin entstehen. Bei Hunden zählen Struvit- und Calciumoxalatsteine zu den häufigsten Arten – sie können linsenklein bleiben oder tennisballgrosse Ausmasse annehmen.

Rund 1–2 % aller Hunde erkranken daran, wobei kleine Rassen wie Dackel und Yorkshire Terrier überdurchschnittlich häufig betroffen sind. Weibliche Hunde entwickeln aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre öfter Struvitsteine, während Rüden eher zu Calciumoxalatsteinen neigen.

Woran erkenne ich Blasensteine bei meinem Hund?

Blut im Urin ist das auffälligste Symptom – der Urin erscheint rosa bis dunkelrot gefärbt. Der Hund setzt kleine Mengen ab, obwohl er ständig versucht zu urinieren. Dieses sogenannte Tröpfeln wird von Haltern oft fälschlicherweise als Unsauberkeit gedeutet.

Betroffene Hunde zeigen Schmerzen beim Urinieren – sie winseln oder nehmen ungewöhnliche Haltungen ein. Bei Rüden kann ein kompletter Harnverhalt auftreten, der innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich wird. In solchen Fällen lecken sie häufig intensiv an der Penisspitze und wirken stark unruhig.

Was verursacht die Bildung von Blasensteinen?

Harnwegsinfektionen schaffen ein alkalisches Milieu, in dem sich besonders Struvitsteine bilden. Die Bakterien produzieren Urease, ein Enzym, das den pH-Wert des Urins auf über 7,5 anhebt – ideale Bedingungen für die Kristallisation.

Bei Calciumoxalatsteinen liegt oft eine genetische Veranlagung vor. Rassen wie Schnauzer und Lhasa Apso scheiden von Natur aus mehr Calcium über die Nieren aus. Nierenerkrankungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion verstärken diesen Effekt.

Die Studienlage zu Trockenfutter als Risikofaktor ist dünn. Klar ist jedoch, dass eine geringe Wasseraufnahme die Mineralkonzentration im Urin erhöht.

Wie werden Blasensteine diagnostiziert und behandelt?

Röntgenaufnahmen zeigen etwa 80 % aller Blasensteine direkt an. Calciumoxalatsteine sind röntgendicht und gut sichtbar, reine Uratsteine hingegen werden dabei oft übersehen. Ultraschall ergänzt die Diagnostik und erfasst auch nicht-röntgendichte Steine zuverlässig.

Struvitsteine lassen sich häufig durch Diätfutter auflösen – die Erfolgsrate liegt bei 85 % innerhalb von 8 bis 12 Wochen. Das Spezialfutter senkt den pH-Wert des Urins unter 6,5 und reduziert gleichzeitig Magnesium und Phosphor. Calciumoxalatsteine müssen dagegen chirurgisch entfernt werden, da sie sich nicht auflösen lassen.

Die Operation kostet je nach Klinik zwischen 800 und 1.500 Euro. Über eine kleine Öffnung in der Harnblase entfernt der Chirurg alle Steine und spült die Blase gründlich. Die Erfolgsrate liegt bei über 95 %, das Rückfallrisiko beträgt rund 20 % innerhalb von drei Jahren.

Wie kann ich Blasensteinen vorbeugen?

Viel Trinken verdünnt den Urin und senkt das Kristallisationsrisiko deutlich. Wasserbrunnen oder mehrere Wasserschalen motivieren die meisten Hunde zu höherer Flüssigkeitsaufnahme. Auch das Anfeuchten von Trockenfutter kann die Wasseraufnahme spürbar steigern.

Bei Hunden mit Struvitstein-Vorgeschichte kann eine dauerhaft leicht saure Ernährung Neubildungen reduzieren. Spezielle Diätfutter halten den Urin-pH konstant zwischen 6,0 und 6,5. Eigenständige pH-Messungen zu Hause sind möglich, liefern aber nur bei konsequenter Durchführung aussagekräftige Werte.