Ankörung
Die Ankörung ist das offizielle Prüfverfahren, mit dem Zuchtverbände die Zuchttauglichkeit eines Hundes beurteilen.
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Die Ankörung ist das offizielle Prüfverfahren, mit dem Zuchtverbände die Zuchttauglichkeit eines Hundes beurteilen. Der Hund durchläuft dabei eine mehrstufige Bewertung von Gesundheit, Verhalten und rassetypischen Merkmalen – nur bei Bestehen erhält er die Zuchtzulassung.
Ohne erfolgreich absolvierte Ankörung darf ein Hund in Deutschland bei den meisten Verbänden nicht in der Zucht eingesetzt werden. Die Prüfung findet meist zwischen dem 18. und 36. Lebensmonat statt.
Welche Kriterien werden bei der Ankörung geprüft?
Der Prüfungsumfang variiert nach Rasse und Verband erheblich. Bei Deutschen Schäferhunden prüft der SV beispielsweise Hüft- und Ellbogendysplasie per Röntgen, den Wesenstest unter Stress sowie eine Leistungsprüfung im Schutzdienst.
Labrador-Züchter des DRC lassen zusätzlich die Augen untersuchen und testen auf Progressive Retinaatrophie. Golden Retriever müssen beim JGHV eine Wasserarbeit absolvieren. Doggen-Ankörungen konzentrieren sich stark auf Herzuntersuchungen mittels Ultraschall.
Allen Verbänden gemeinsam sind die vollständige klinische Untersuchung, die Gebissprüfung, die Hodenkontrolle bei Rüden und die Bewertung des Exterieurs nach Rassestandard.
Was passiert beim Wesenstest während der Ankörung?
Der Verhaltensteil testet die psychische Belastbarkeit des Hundes in standardisierten Situationen. Geprüft werden Reaktionen auf fremde Personen, laute Geräusche, optische Reize wie flatternde Gegenstände und das Verhalten gegenüber anderen Hunden.
Bei Schäferhunden und anderen Gebrauchshunden kommen Schussgleichgültigkeit und Belastungsproben unter Stress hinzu. Ein Hund, der dabei übermässige Angst oder Aggressivität zeigt, besteht die Ankörung nicht.
Mit welchen Kosten ist bei einer Ankörung zu rechnen?
Die Grundgebühr für die Ankörung liegt je nach Verband bei rund 150 bis 300 Euro. Röntgenaufnahmen schlagen pro Gelenk mit etwa 80 bis 120 Euro zu Buche, eine augenärztliche Untersuchung mit rund 50 bis 80 Euro. Bei Rassen, bei denen ein Herzultraschall vorgeschrieben ist, kommen weitere 100 bis 150 Euro hinzu.
Insgesamt sind Gesamtkosten von 400 bis 800 Euro realistisch. Fällt ein Hund durch, entstehen diese Aufwendungen bei einem zweiten Versuch erneut.
Können Hunde bei der Ankörung durchfallen?
Ja, und die Durchfallquoten variieren stark nach Rasse. Bei gesunden Rassen wie Labrador Retrievern scheiden nach Verbandsangaben schätzungsweise ein Zehntel bis ein Sechstel der Hunde aus – häufig wegen HD-Befunden oder Verhaltensmängeln. Bei problematischen Linien kann der Anteil deutlich höher liegen.
Häufigste Ausschlussgründe sind mittelschwere bis schwere Hüftdysplasie, fehlerhafte Gebisse, Kryptorchismus bei Rüden sowie Wesensschwächen wie übermässige Ängstlichkeit oder unkalkulierbare Aggressivität.
Hunde mit verbesserungsfähigen Mängeln können nach sechs bis zwölf Monaten erneut antreten. Bei genetischen Defekten oder schweren Verhaltensstörungen ist eine Wiederholung meist ausgeschlossen.
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