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Dummytraining
Dummytraining ist eine strukturierte Trainingsform, bei der Dein Hund Objekte (Dummies) auf Kommando apportiert – zunächst sichtbar, später verborgen. Im Gegensatz zum normalen Ballspiel ist Dummytraining mentale Kopfarbeit: Der Hund muss Entfernungen einschätzen, sich Positionen merken und blind zu Orten navigieren, an denen er keinen Dummy sieht. Dieses Training stammt aus der Jagdhundeausbildung (ursprünglich für Waterfowl-Retriever) und füllt den Verstand von Hunden deutlich besser aus als stundenlanges Ballwerfen.
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Was ist Dummytraining und warum ist es wertvoll?
Dummytraining ist strukturiertes Problem-Lösungs-Training. Der Hund lernt, visuelle und verbale Signale vom Handler zu verstehen und navigiert dann selbstständig zur korrekten Stelle. Retriever-Rassen (Labrador, Golden Retriever, Border Collie) haben den genetischen Auftrag, Beute zu suchen und zu bringen – Dummytraining kanalisiert diesen Instinkt konstruktiv. Besonderheit: Eine Dummy-Trainingseinheit verlangt dem Hund mehr mentale Arbeit ab als eine Stunde Spiel. Der Hund arbeitet konzentriert, nicht reflexiv.
Die drei Phasen des Dummytrainings
Phase 1: Marke (Marking)
Der Hund beobachtet, wie ein oder mehrere Dummies sichtbar geworfen werden. Er folgt der Flugbahn, merkt sich die Landestelle und apportiert auf Kommando. Diese Phase trainiert Aufmerksamkeit und visuelles Gedächtnis. Der Handler positioniert sich so, dass der Hund den Flug sehen kann. Erst wenn der Hund zuverlässig Single Marks ausführt (einen sichtbaren Dummy bringt), geht man zu Double Marks über (zwei Dummies, verschiedene Orte).
Phase 2: Suche (Search / Lost Retrieve)
Der Hund sieht den Dummy-Flug nicht – er war nicht fokussiert. Der Handler wirft, der Hund blickt weg oder wird abgelenkt. Der Hund erhält den Suchbefehl und muss den Dummy durch eigenständiges Suchen finden. Diese Phase trainiert unabhängiges Problemlösen: Der Hund lernt, auch ohne visuellen Input die Aufgabe zu lösen. Such-Retrieves entsprechen der realen Jagd-Situation näher als Marks.
Phase 3: Blind (Blind Retrieve / Einweisen)
Das Dummy liegt an einer Stelle, die der Hund nicht markiert hat und nicht sieht. Der Handler leitet den Hund nur durch Handsignale und Sprachkommandos zu dieser verborgenen Stelle. Das ist die schwierigste Phase und erfordert vollständiges Vertrauen und klare Kommunikation zwischen Hund und Handler. Die Phasen bauen aufeinander auf – zu frühes Springen zu Blinds beschädigt den Hund.
Schritt-für-Schritt Trainingsaufbau
Woche 1–2: Foundation – Play Retrieve
Der Hund muss verstehen, dass „Apport“ spaßig ist. Werfe einen Dummy 3–5 Meter und lobe begeistert, wenn der Hund ihn bringt. Benutze Treats als Belohnung, nicht den Dummy selbst. Das Ziel: Der Hund soll den Dummy aktiv wollen, nicht unfreiwillig holen.
Woche 3–4: Single Marks – Kurz und nah
Werfe einen Dummy nur 5–10 Meter und in einer geraden Linie von Dir weg. Der Hund sitzt neben Dir, beobachtet den Wurf, bekommt das Kommando „Apport“ und holt. Erhöhe die Distanz langsam auf 20–30 Meter. Trainiere maximal 3–4 Marks pro Trainingstag, damit Qualität nicht in Quantität kippt.
Woche 5–6: Double Marks – Zwei verschiedene Orte
Werfe zwei Dummies nacheinander an verschiedene Stellen (zum Beispiel links und rechts, in 15 Meter Entfernung). Der Hund sitzt bei Dir, beobachtet beide Würfe. Dann auf Kommando holen – üblicherweise den zuletzt geworfenen (last fall) zuerst. Manche Handler trainieren einen bestimmten Order. Fehler sind normal; Geduld ist zentral.
Woche 7–8: Erste Suche (Lost Retrieve)
Der Hund schaut weg, wenn Du wirfst. Du sagst „Suchen!“ und der Hund muss den Dummy im ungefähren Bereich finden. Starte mit kurzen Distanzen (10 Meter). Wenn der Hund erfolgreich ist, lass ihn auch das nächste Mal länger suchen. Lost Retrieves frustrieren manche Hunde – halte Erfolgserlebnisse hoch, damit er nicht der Luft entsagt.
Woche 9–12: Blind Vorbereitung und erste Blinds
Beginne damit, dem Hund zu zeigen, wo der Dummy liegt – lauf gemeinsam hin und lass ihn ihn sehen. Dann markierst Du den Ort mit einer Hand-Geste und sendest den Hund ohne Dummy „blind“ zu dieser Stelle. Das ist Einweisen im kleinen Format. Echte Blinds (voller Distanz, kein vorheriges Zeigen) trainiert man nur mit kleinen Distanzen und viel Kommunikation.