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Die Wuff-Wort-Verständigung: Studie belegt, dass Hunde Babysprache bevorzugen

3 Min Lesezeit
Die Wuff-Wort-Verständigung: Studie belegt, dass Hunde Babysprache bevorzugen
Inhalt
  1. Warum Menschen in Babysprache verfallen
  2. Was kindgerichtete Sprache ausmacht
  3. Studie der University of York
  4. Ergebnis: Hunde reagieren stärker auf Babysprache

Wer einen Hund hat, kennt das: Kaum beugt man sich runter, rutsche die Stimme automatisch eine Oktave nach oben. «Wer ist denn der Braaavste?» Peinlich? Vielleicht. Aber offenbar genau richtig. Eine Studie der University of York belegt, dass Hunde tatsächlich stärker auf diese Art zu sprechen reagieren als auf normales Erwachsenen-Deutsch.

Warum Menschen in Babysprache verfallen

Das passiert den meisten einfach – ohne gross darüber nachzudenken. Dafür gibt es ein paar nachvollziehbare Gründe:

Anthropomorphismus

Menschen neigen dazu, Tieren menschliche Züge zuzuschreiben. Wer den eigenen Hund als eine Art vierbeiniges Familienmitglied wahrnimmt – und das tun viele –, spricht ihn eben auch so an. Babysprache ist in diesem Sinne kein Tick, sondern eine logische Konsequenz davon, wie wir unsere Hunde innerlich verorten.

Unbewusste Vereinfachung

Melodischere, kürzere Sätze klingen zugänglicher. Dass wir das gegenüber Hunden einsetzen, hat weniger mit bewusster Entscheidung zu tun als mit einem Reflex: Wir wollen verstanden werden – auch wenn unser Gegenüber kein Deutsch spricht.

Zuneigung, die rausrutscht

Manchmal ist es schlicht das: Der Ton verrät, was wir fühlen. Ein weiches «Heeey, du Süsser» transportiert Fürsorge auf eine Art, die ein sachlicher Satz nie könnte.

Was kindgerichtete Sprache ausmacht

Sprachwissenschaftler haben dieses Phänomen gründlich untersucht – vor allem im Zusammenhang mit Säuglingen. Wenn Erwachsene mit Babys reden, verändern sie typischerweise drei Dinge:

  • die Stimme wird höher (erhöhte Grundfrequenz)
  • Betonungen werden übertrieben stark gesetzt
  • Gefühle klingen viel deutlicher durch als sonst

Das ist kein kulturelles Phänomen einer einzelnen Sprachgruppe – man findet es auf Deutsch, Englisch, Russisch, Schwedisch und Japanisch gleichermassen.

Und es ist nicht wirkungslos: Frühere Studien zeigen, dass kindgerichtete Sprache die Sprachentwicklung von Säuglingen fördert, weil sie Vokalmerkmale deutlicher herausarbeitet (Kuhl et al. 1997), Babys hilft, passende soziale Partner zu erkennen (Schachner und Hannon 2011) und die Bindung zwischen Kind und Bezugsperson stärkt (Kaplan et al. 1995).

Studie der University of York

2018 wollten Forscher der Universität York wissen: Spielt das bei Hunden überhaupt eine Rolle – oder reden wir da bloss für uns selbst? Die vollständige Studie findest du hier.

Das Setup war simpel: 37 Tierheim-Hunde wurden nacheinander jeweils mit zwei Personen in einem Raum gelassen. Eine sprach ganz normal, die andere in Babysprache. Beide nutzten dabei abwechselnd neutrale Wörter ohne Alltagsbezug für Hunde – und solche, die den meisten Hunden vertraut sind.

Ergebnis: Hunde reagieren stärker auf Babysprache

  • Der Blickkontakt war länger, wenn jemand in Babysprache sprach.
  • Die Hunde suchten diese Person häufiger aktiv auf.
  • Insgesamt war die Aufmerksamkeit gegenüber der Babysprache-Person deutlich höher.
  • Welpen reagierten noch stärker als ausgewachsene Hunde – der Effekt war bei ihnen besonders deutlich.

Das ist mehr als eine Randnotiz. Babysprache funktioniert – zumindest beim Hund – nicht nur als Ausdruck von Zuneigung, sondern offenbar auch als echtes Kommunikationswerkzeug. Dass gerade Welpen so stark darauf ansprechen, legt nahe, dass diese Art zu reden in den ersten Lebensmonaten besonders viel bewirkt. Wer also das nächste Mal mit einem Hundewelpen spricht und sich dabei ertappt, wie er die Stimme hebt und die Silben dehnt – der macht instinktiv vermutlich genau das Richtige.

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