Haltung & Alltag

Mit Hund nach Australien: aufwändige Einreisebedingungen

Einreise mit Hund nach Australien: 10 Tage Quarantäne, Kosten ab 1.200€, Chipflicht und Tollwut-Antikörper sind Pflicht.

3 Min Lesezeit
Mit Hund nach Australien: aufwändige Einreisebedingungen
Inhalt
  1. Welche Grundvoraussetzungen muss mein Hund für Australien erfüllen?
  2. Welche Hunderassen dürfen nicht nach Australien einreisen?
  3. Wie läuft die Quarantäne in Australien ab?
  4. Was kostet die Einreise mit Hund nach Australien?

Du planst einen längeren Aufenthalt in Australien und fragst dich, ob dein Hund mitkommen kann? Die Antwort ist ja – aber der Aufwand ist beträchtlich. Zwischen Antikörper-Tests, mindestens 10 Tagen Quarantäne und Kosten ab 1.200 Euro wird aus der spontanen Idee ein monatelanges Projekt.

Welche Grundvoraussetzungen muss mein Hund für Australien erfüllen?

Australien verlangt drei unverzichtbare Nachweise. Ohne diese Dokumentation kommt dein Hund nicht ins Land.

Mikrochip: Der Chip muss vor allen Impfungen implantiert werden. Die 15-stellige Nummer erscheint auf jedem weiteren Dokument – ein nachträgliches Chippen macht alle vorherigen Impfbescheinigungen ungültig.

Tollwut-Impfung plus Antikörper-Test: Die Impfung ist frühestens ab 12 Wochen möglich. Der Antikörper-Test folgt mindestens 30 Tage später – sonst sind die Werte unbrauchbar. Beide Nachweise dürfen bei der Einreise nicht älter als 12 Monate sein.

Gesundheitszeugnis: Ein australischer Regierungsveterinär muss das Tier innerhalb von 14 Tagen vor Abflug untersuchen. Deutsche Tierärzte können diese Bescheinigung nicht ausstellen.

Welche Hunderassen dürfen nicht nach Australien einreisen?

Australien verbietet alle Wolf-Hybride komplett. Dazu zählen Saarloos-Wolfshunde, Tschechoslowakische Wolfshunde und jede erkennbare Kreuzung mit Wölfen.

Trächtige Hündinnen bleiben ebenfalls draußen. Da eine Trächtigkeit erst ab Tag 30 sicher feststellbar ist, gilt: War deine Hündin in den letzten 30 Tagen läufig und hatte Kontakt zu Rüden? Dann ist die Einreise ausgeschlossen.

Welpen unter 6 Monaten dürfen grundsätzlich nicht einreisen. Die Impf- und Testzyklen lassen sich nicht früher abschließen.

Wie läuft die Quarantäne in Australien ab?

Jeder Hund muss mindestens 10 Tage in eine staatliche Quarantänestation. Diese Zeit verlängert sich, wenn die Veterinäre bei der Ankunft Parasiten, Hautprobleme oder andere Auffälligkeiten finden.

Du musst vorab einen Platz buchen. Australien hat drei Quarantänestationen: Melbourne (Mickleham), Sydney (Eastern Creek) und Perth. Die Buchung läuft über das DAFF-Portal, Wartelisten sind normal – besonders in den australischen Sommermonaten.

Der Transport vom Flughafen organisiert ausschliesslich die Quarantänestation. Du holst dein Tier dort ab, wenn die Veterinäre es freigeben.

Was kostet die Einreise mit Hund nach Australien?

Die Quarantäne allein kostet 1.200 bis 1.800 Euro für 10 Tage. Jeder zusätzliche Tag schlägt mit 120 Euro zu Buche. Dazu kommen Flugkosten (je nach Größe 800 bis 2.500 Euro), Veterinärgebühren für Tests und Bescheinigungen (etwa 400 Euro) und der Transport zur Station (150 bis 300 Euro).

Rechne mit Gesamtkosten zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Ein großer Hund kostet deutlich mehr als ein kleiner – sowohl beim Flug als auch in der Quarantäne.

Lohnt sich die Einreise für einen Urlaub?

Meiner Einschätzung nach nicht. Für einen dreiwöchigen Urlaub verbringt dein Hund die Hälfte der Zeit in Quarantäne. Das Geld investierst du besser in eine hochwertige Betreuung zu Hause.

Anders bei längeren Aufenthalten: Wer mehrere Monate oder dauerhaft nach Australien zieht, für den macht der Aufwand Sinn.

Gibt es Erleichterungen für bestimmte Länder?

Nein. Auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten dieselben Bestimmungen wie für alle anderen Länder. Australien macht keine Unterschiede basierend auf der Herkunft.

Was passiert, wenn mein Hund die Quarantäne nicht besteht?

Bei schwerwiegenden Gesundheitsproblemen oder nicht behandelbaren Parasiten wird das Tier auf deine Kosten zurückgeflogen. In extremen Fällen droht die Euthanasie – ein Risiko, das du vorher verstehen musst.