Trächtigkeit
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Als Trächtigkeit bezeichnet man den Zeitraum zwischen der erfolgreichen Befruchtung und der Geburt der Welpen. Bei Hunden sind das im Schnitt etwa 63 Tage – grob gesagt neun Wochen – gerechnet ab dem Eisprung, nicht unbedingt ab dem Decktag. Ob es am Ende 58 oder 68 Tage werden, hängt von der Rasse, der körperlichen Verfassung der Hündin und der Anzahl der Welpen ab. Alles in diesem Bereich gilt als normal.
Für Züchter, die ihre Aufgabe ernst nehmen, ist diese Phase schlicht intensiv: medizinische Begleitung, aufmerksame Beobachtung, Fürsorge für das Muttertier und die heranwachsenden Welpen – das alles läuft gleichzeitig.
Anzeichen einer Trächtigkeit
Die ersten Hinweise sind oft so leise, dass man sie leicht übersieht. Meist zeigen sich erst nach zwei bis drei Wochen subtile Veränderungen:
- Leichte Verhaltensänderungen – manche Hündinnen werden anhänglicher, andere ruhiger
- Zitzen vergrößern sich und nehmen eine deutlich rötlichere Farbe an
- Bauchumfang nimmt minimal zu
- Übelkeit oder veränderte Fresslaune in den ersten Wochen
- Später dann: ein unverkennbar wachsender Bauch und eine ausgeprägte Milchleiste
Sicher bestätigen kann eine Trächtigkeit aber nur die Tierärztin oder der Tierarzt – in der Regel per Ultraschall ab dem 21. bis 25. Tag nach dem Eisprung oder per Röntgen ab etwa Tag 45, wenn es darum geht, die Welpen zu zählen.
Verlauf der Trächtigkeit – Woche für Woche
Ähnlich wie beim Menschen lässt sich die Trächtigkeit in drei Phasen gliedern:
1.–3. Woche: Befruchtung und Einnistung
- Spermien wandern zu den Eileitern, Befruchtung der Eizellen findet statt
- Die befruchteten Eizellen machen sich auf den Weg in die Gebärmutter
- Von außen ist noch gar nichts zu erkennen
4.–5. Woche: Organbildung
- Die Embryonen nisten sich ein; ab Woche 4 kann ein Ultraschall erste Gewissheit bringen
- Nervensystem und Organe beginnen sich zu entwickeln
- Die Hündin braucht jetzt schonende Bewegung und hochwertiges Futter
6.–8. Woche: Wachstum und Reifung
- Die Föten legen deutlich zu, das Skelett bildet sich aus
- Der Bauch wächst sichtbar
- Jetzt ist der richtige Moment, die Hündin behutsam an den Geburtsort zu gewöhnen – die Wurfbox sollte stehen
9. Woche: Geburtsvorbereitung
- Die Welpen nehmen Geburtsstellung ein
- Die Hündin wird ruhelos und zeigt typisches Nestbauverhalten
- Die Körpertemperatur fällt meist 12 bis 24 Stunden vor der Geburt um rund 1 °C – ein verlässliches Zeichen
Pflege und Ernährung während der Trächtigkeit
Ab der 5. Woche zieht der Nährstoffbedarf der Hündin merklich an. Leicht verdauliches, nährstoffreiches Futter ist dann keine Option mehr, sondern Pflicht. Erfahrene Züchter setzen auf:
- Spezielles Futter für tragende oder säugende Hündinnen
- Mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt statt weniger großer
- Kein Überfüttern – zu viel kann zu schwerem Wurfgewicht oder Geburtsträgheit führen
Dazu kommen ein paar Grundregeln, die sich in der Praxis bewährt haben:
- Sanfte Bewegung, dazwischen ausreichend Ruhe
- Eine ruhige Umgebung ohne unnötige Veränderungen
- Tierärztliche Begleitung, sobald etwas auffällt oder Unsicherheiten bestehen
Risiken und Komplikationen während der Trächtigkeit
- Resorption: Frühe Fehlentwicklungen werden vom Körper manchmal still und unbemerkt abgebaut
- Gebärmutterentzündung (Pyometra): besonders bei älteren, nicht gedeckten Hündinnen ein ernstes Risiko
- Geburtskomplikationen: etwa Wehenschwäche, Steißlagen oder zu große Welpen
- Mangelversorgung: bei unzureichender Ernährung oder unbehandeltem Parasitenbefall
Bei Fieber, anhaltendem Erbrechen, völliger Appetitlosigkeit oder starker Unruhe sollte die Tierärztin oder der Tierarzt schnell einbezogen werden – abwarten lohnt sich hier nicht.
Trächtig oder scheinträchtig?
Nach jeder Läufigkeit kann eine Hündin eine sogenannte Scheinträchtigkeit entwickeln. Das ist ein rein hormonelles Phänomen – mit echter Trächtigkeit hat es nichts zu tun, auch wenn Nestbauverhalten, Milchproduktion oder Verhaltensänderungen täuschend ähnlich wirken können. Sicher unterscheiden lässt sich beides nur durch eine tierärztliche Untersuchung.
Häufige Fragen zur Trächtigkeit beim Hund
Kann eine Hündin beim ersten Deckakt trächtig werden?
Ja – wenn der Zeitpunkt stimmt, reicht ein einmaliger Deckakt völlig aus.
Darf die Hündin während der Trächtigkeit geimpft werden?
Nur im Notfall oder auf ausdrückliche tierärztliche Empfehlung hin. Grundimmunisierungen sollten idealerweise vor der Deckung abgeschlossen sein.
Wie viele Würfe darf eine Hündin haben?
Das regelt die Zuchtordnung des jeweiligen Zuchtverbands. In der Regel sind drei bis vier Würfe pro Hündin zulässig – mit ausreichenden Zuchtpausen dazwischen.
Woran erkenne ich, dass die Geburt bevorsteht?
Typische Anzeichen sind Nestbauverhalten, zunehmende Unruhe, ein Abfall der Körpertemperatur und eine weichere Bauchdecke. Bei Unsicherheiten am besten direkt Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt halten.
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