Tierschutz

Grosse MARS-Umfrage: So denken Schweizer*Innen über Tierheimadoptionen

3 Min Lesezeit
Grosse MARS-Umfrage: So denken Schweizer*Innen über Tierheimadoptionen
Inhalt
  1. Vom Kauf zur Adoption – da hat sich wirklich etwas verschoben
  2. Lebenssituation schlägt Herzenswunsch – zumindest vorerst
  3. Was Adoptionswillige wirklich bremst
  4. Was die Zahlen wirklich sagen

Wer sich ein Haustier wünscht, steht irgendwann vor dieser Frage: Züchter oder Tierheim? Eine repräsentative Umfrage von MARS Schweiz gibt erstmals konkrete Zahlen dazu, wie die Schweizer Bevölkerung über Tierheimadoptionen denkt – und wo es im Alltag noch hakt. Befragt wurden im August 2025, kurz vor dem Welttierschutztag, rund 1’000 Personen zwischen 18 und 79 Jahren.

Vom Kauf zur Adoption – da hat sich wirklich etwas verschoben

Noch vor nicht allzu langer Zeit war der Gang zum Züchter für viele Tierfreunde schlicht die erste – und oft einzige – Option. Das hat sich gedreht. Tierschutz, Nachhaltigkeit, das Gefühl von Mitverantwortung – das alles spielt heute bei der Entscheidung eine Rolle. Wer adoptiert, sagt damit auch: Tiere sind keine Ware. Und gibt einem Tier eine zweite Chance, die es sonst vielleicht nicht bekäme.

Laut der MARS-Umfrage würden 51 % der Schweizer ein Tier aus dem Tierheim adoptieren, statt es beim Züchter zu kaufen. Adoption ist also längst kein Nischenthema mehr.

MARS Schweiz Umfrage Sheet Seite 13

Trotzdem bleiben Zweifel: Viele fragen sich, ob sie einem Tierheimtier wirklich gerecht werden können – oder ob ein Tier vom Züchter nicht einfach unkomplizierter wäre.

Lebenssituation schlägt Herzenswunsch – zumindest vorerst

Auch wenn der Wille da ist: Die eigene Lebenssituation entscheidet am Ende oft darüber, ob ein Tier einzieht oder nicht.

  • 29 % der Befragten verzichten auf ein Tier, weil der Job schlicht zu viel Zeit frisst
  • 19 % nennen die Kosten als Haupthürde
  • 18 % haben zu wenig Platz

Der Wunsch nach tierischer Gesellschaft bleibt dennoch gross – und Social Media heizt ihn offenbar noch an. Vier von zehn Schweizern gaben an, dass Posts über Hunde oder Katzen ihren Haustier-Wunsch verstärken. Besonders bei Frauen und Jüngeren scheint das eine Rolle zu spielen.

Dabei geht es vielen gar nicht so sehr um Spass oder Gesellschaft an sich. 48 % sagen, sie wünschen sich von einem Tier vor allem emotionalen Rückhalt – etwas, das hilft, Einsamkeit oder Alltagsstress besser wegzustecken.

Was Adoptionswillige wirklich bremst

Die Umfrage macht zwei konkrete Wünsche sichtbar, die überraschend deutlich ausfallen:

  • 65 % wünschen sich einen einfacheren Adoptionsprozess – weniger Bürokratie, mehr Zugänglichkeit
  • 46 % hätten gern eine Rückgabemöglichkeit im Notfall. Besonders Männer und ältere Menschen nannten das als wichtig.

Jede zweite Person zögert ausserdem, ein krankes oder älteres Tier zu adoptieren. Das ist nachvollziehbar – und gleichzeitig bemerkenswert: Denn von jenen, die den Schritt bereits gegangen sind, berichten 87 % von grosser Zufriedenheit. Und 74 % würden es wieder tun.

Was die Zahlen wirklich sagen

Hinter jeder Adoption steckt ein Tier, das irgendwann sein Zuhause verloren hat. Das ist kein abstrakter Gedanke – das ist Realität in jedem Tierheim, jeden Tag. Die Bereitschaft zur Adoption wächst, das zeigen die Daten eindeutig. Aber Vorbehalte und Ängste gegenüber Tierheimtieren sind noch weit verbreitet.

Warum das so ist, woher diese Skepsis kommt – und wie viel davon tatsächlich berechtigt ist – schauen wir uns im nächsten Teil der Serie zur grossen Heimtierumfrage von MARS Schweiz genauer an.

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung für die Bereitstellung der Daten und Umfragesheets (Web: www.triple-m-mafo.at).

Die vollständige Pressemitteilung von MARS – inklusive aller Umfrageergebnisse zum Download – gibt es hier: Neue repräsentative Umfrage zum Welttierschutztag am 4. Oktober im Auftrag von Mars Schweiz