Langhaare und gewellthaarige Windhunde zählen zu den ältesten Sichthunden der Welt – genetisch unter den ursprünglichsten Haushunden, visuell unter den eindrucksvollsten. Afghaner Windhund und Saluki wurden in den Hochgebirgen und Wüsten des Nahen Ostens für die Jagd auf Gazellen und Hasen eingesetzt – bei Geschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometern pro Stunde. Ihr Wesen: eigenständig, selektiv in der Bindung, mit einem Jagdtrieb, der im offenen Gelände durch Konditionierung nicht zu überwinden ist.
Was langhaare Windhunde verbindet
Windhunde sehen mit ihren Augen, nicht mit der Nase. Bewegung ist ihr wichtigster Reiz – ein sich bewegendes Tier, ein rollendes Fahrrad, ein laufendes Kind aktiviert den Jagdtrieb unmittelbar. Das erklärt, warum ein sicherer Rückruf bei Windhunden im offenen Gelände ohne gesichertes Einzäunen praktisch nicht existiert: Wenn der Jagdtrieb aktiv ist, hören sie nicht.
Afghaner Windhund
Der Afghaner ist visuell der imposanteste Vertreter der Sektion: luxuriöses, langes Seidenfell, extreme Eleganz, ein distanzierter Blick. Sein Charakter ist katzenartig – selektiv in der Bindung, eigenständig, wenig gehorsam im klassischen Sinne. Wer erwartet, was bei Schäferhunden oder Retrievern selbstverständlich ist, kommt beim Afghaner nicht weit. Sein Fell ist pflegeintensiv: Tägliches Bürsten verhindert Verfilzungen; professionelle Pflege mehrmals jährlich ist Standard.
Saluki
Der Saluki gehört zu den genetisch ältesten Haushunden weltweit – in Gräbern des alten Ägypten gefunden, in arabischen Gedichten besungen. Er ist leichter und schneller als der Afghaner, mit weniger Fell, aber demselben eigenständigen Charakter. Der Saluki unterwirft sich nicht – er kooperiert, wenn er Lust hat, und ignoriert, wenn er keine hat. Im Rennhundesport gilt er als der traditionelle Wüstenläufer.
Narkoserisiko bei Windhunden
Alle Windhunde – auch langhaare Varianten – haben ein erhöhtes Narkoserisiko durch ihren extrem geringen Körperfettanteil. Barbiturate (früher häufig als Anästhetikum eingesetzt) werden von Windhunden schlecht metabolisiert. Jeder Tierarzt, der einen Windhund behandelt, muss das wissen und auf spezifische Narkoseprotokolle zurückgreifen. Wer einen Windhund hält, sollte aktiv ansprechen, dass sein Hund ein Windhund ist – und einen Tierarzt haben, der das versteht.
Häufig gestellte Fragen
Sind Windhunde Wohnungshunde?
Im Haus sind Windhunde überraschend ruhig – ihr Sprint-Stoffwechsel macht sie zu Sofaexperten zwischen den Laufeinheiten. Sie benötigen täglich eingezäunten Freiauslauf, sind im Haus aber weniger aktiv, als viele Halter erwarten.
Wie aufwändig ist die Fellpflege beim Afghaner?
Erheblich – das lange Seidenfell verfilzt ohne tägliches Bürsten schnell und erfordert mehrmals jährlich professionelle Pflege. Wer keinen Pflegeaufwand möchte, ist mit kurzhaaren Windhunden besser bedient.












