Hunderasse · FCI-Gruppe 10

Sloughi

Starker Jagdtrieb, Fremden-Distanz und Sprintbedarf auf gesichertem Gelände: Wer einen Sloughi holt, muss alle drei Punkte täglich managen.

Größe 60–70 cmGewicht 18–27 kgLebenserwartung 12–15 JahreFCI-Standard Nr. 188
GrossKurzhaarSehr aktiv
Passt diese Rasse zu dir? Schnellcheck →
Foto eines Sloughi – KI-generiert (Imagen 4) für rundum.dog
Quelle: KI-Symbolbild Rasse

01Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Sloughi ist ein nordafrikanischer Windhund mit jahrtausendealter Jagdgeschichte, trockener Eleganz und einem Wesenskern, der Respekt verlangt. Er bindet sich tief an seine Bezugsperson, hält Fremde auf Distanz und aktiviert seinen Sichtjagdtrieb in Sekundenbruchteilen. Wer ihn hält, benötigt gesicherte Sprintflächen, Erfahrung mit eigenständigen Hunden und die Bereitschaft, Abrufbarkeit bei Wildsichtung realistisch einzuschätzen.

02Einleitung

Was den Sloughi ausmacht

Einleitung

Sloughi: nordafrikanischer Windhund aus Marokko und Tunesien – edel sensibel und von grosser Eigenständigkeit

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Nordafrika
Ursprüngliche Aufgabe
Gazellenjagd Wachhund
FCI
Nr. 188 · Gruppe 10 · Sektion 3: Kurzhaarige Windhunde
Schulterhöhe
60–70 cm
Gewicht
18–27 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Felltyp
Kurzhaar
Benötigte Bewegung
90 min/Tag
Welpenpreis
1'500–2'500 CHF
Wartezeit
6 Monate
Sportarten
Lure Coursing
Charakter-Profil
Aktivitätslevel 4/5
Freundlichkeit zu Fremden 1/5
Bellneigung 2/5
Jagdtrieb 5/5
Spieltrieb 4/5
Erfahrung nötig 4/5
Hitzetoleranz 2/5
Kältevertraeglichkeit 5/5

04Wesen

So zeigt sich der Sloughi im Alltag

Heimkommen

Beim Heimkommen zeigt der Sloughi keine überschwängliche Begrüßung. Er steht auf, beobachtet kurz, tritt dann nah heran — ruhig, aufmerksam, körpernah. Diese Bindung ist tief, aber nicht laut. Wer Enthusiasmus erwartet, liest ihn falsch.

Im Alltag

Intern — was der Hund benötigt: Der Sozialbedarf des Sloughi ist hoch, aber selektiv. Er orientiert sich eng an seiner Bezugsperson und leidet, wenn diese Bindung fehlt oder unterbrochen wird. Alleinbleiben muss behutsam und schrittweise aufgebaut werden; vier Stunden gelten als Obergrenze für einen gut konditionierten Hund. Kopfarbeit benötigt er in moderatem Umfang — strukturierte Suchspiele oder ruhige Nasenarbeit sind sinnvoll, intensive Gehorsamkeitsübungen mit hohem Wiederholungsanteil hingegen kontraproduktiv. Der Bewegungsbedarf ist hoch: Zwei ausgedehnte Spaziergänge täglich plus mindestens zwei Sprintsessions pro Woche auf gesichertem Gelände.

Im Alltag

Extern — wie der Hund reagiert: Fremden gegenüber verhält sich der Sloughi reserviert. Ein Besucher, der sofort Kontakt sucht, wird ignoriert oder gemieden. Erzwungener Körperkontakt löst Stress aus. Mit vertrauten Menschen ist er weich und körpernah — dieser Kontrast ist kein Widerspruch, sondern das Wesenskern-Profil. Andere Hunde akzeptiert er meist, besonders Artgenossen aus der Windhundgruppe. Kleintiere und Katzen aktivieren den Jagdtrieb sofort und zuverlässig.

Im Alltag

Im Alltag bedeutet das: Der Sloughi ist kein Hund für belebte Innenstädte, spontane Begegnungen mit Fremden oder Situationen, in denen Abrufbarkeit bei Wildsichtung vorausgesetzt wird. Er ist ein Hund für strukturierte, ruhige Haushalte mit klarer Tagesroutine.

05Bedürfnisse

Was diese Rasse täglich benötigt

Der Sloughi benötigt täglich 60 bis 90 Minuten aktive Bewegung — aufgeteilt auf mindestens zwei Einheiten. Kurze Runden um den Block erfüllen diesen Bedarf nicht. Entscheidend sind zusätzliche Sprintsessions auf gesichertem, eingezäuntem Gelände: Ein Hund, der nie in vollem Galopp laufen darf, baut keine echte Erschöpfung auf und kompensiert das durch innere Unruhe.

Das Gelände muss zuverlässig gesichert sein. Ein Zaun von mindestens 1,80 Meter Höhe ist Mindestanforderung — der Sloughi ist ein Hochspringer. Schleppleine im Freigelände ohne Sicherung ist keine Option, sondern Standard.

Mentale Auslastung benötigt er in moderatem Umfang. Nasenarbeit, ruhige Suchspiele und strukturierte Interaktion mit der Bezugsperson sind sinnvoll. Intensives Clickertraining mit hohem Wiederholungsanteil überfordert ihn nicht kognitiv, sondern frustriert ihn — er reagiert auf Druck mit Rückzug, nicht mit Mehrleistung.

Die Bindung an die Bezugsperson ist ein zentrales Bedürfnis. Der Sloughi ist kein Hund, der problemlos zwischen verschiedenen Betreuungspersonen wechselt. Kontinuität im Alltag — feste Zeiten, vertraute Personen, vorhersehbare Abläufe — reduziert Stress messbar.

Alleinbleiben muss über Wochen aufgebaut werden. Vier Stunden gelten als realistisches Maximum für einen gut konditionierten Hund. Längere Abwesenheiten ohne Betreuungslösung sind mit dem Wesen dieser Rasse nicht vereinbar.

Temperaturschutz ist kein Komfort, sondern Notwendigkeit: Bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius benötigt der Sloughi einen gut sitzenden Mantel.

Bewegung

Hoch

Kopfarbeit

Mittel

Sozialbedarf

Hoch

Erziehung

Anspruchsvoll

06Sport & Auslastung

Wozu sich der Sloughi sportlich eignet

Realistisch nach Physiologie und Genetik — nicht jede Rasse passt zu jedem Sport.

Strukturell-physiologisch passend: Mantrailing, Dummy-Arbeit, Schweißarbeit geeignet · CaniCross / Bikejöring möglich.

07Schnell-Check

08Eignung

Für wen passt diese Rasse — und für wen nicht

Passt zu

Der Sloughi passt zu Haltern mit Erfahrung im Umgang mit eigenständigen oder sichtjagdorientierten Hunden. Windhunderfahrung ist ein klarer Vorteil — wer die Logik des Jagdtriebs kennt, stellt keine unrealistischen Erwartungen an den Abruf.

Konkrete Profile: Einzelpersonen oder Paare mit ländlichem oder stadtrandnahem Wohnumfeld, die täglich 90 Minuten Bewegungszeit einplanen können und Zugang zu gesichertem Freilaufgelände haben. Familien mit Kindern ab etwa zehn Jahren, die ruhig und respektvoll mit dem Hund umgehen — kein hektisches Toben, kein erzwungener Körperkontakt. Halter, die Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten haben und Alleinzeiten unter vier Stunden halten können.

Wer bereits Windhunde hält oder gehalten hat, findet im Sloughi einen Hund, dessen Eigenständigkeit und Sensibilität vertraut wirken. Auch Halter mit Erfahrung in anderen reservierten Rassen — etwa Basenji oder Cirneco dell'Etna — bringen eine realistische Erwartungshaltung mit.

Wichtig für beide Achsen: Der Sozialbedarf des Sloughi ist hoch gegenüber der Bezugsperson (interne Achse), die Offenheit gegenüber Fremden hingegen gering (externe Achse). Wer einen Hund sucht, der Besucher herzlich begrüßt und im Café entspannt Kontakt aufnimmt, findet dieses Profil beim Sloughi nicht.

×Passt nicht zu

Der Sloughi passt nicht zu Erstbesitzern ohne Vorerfahrung mit eigenständigen oder jagdtriebstarken Hunden. Wer erwartet, dass konsequentes Training den Abruf bei Wildsichtung zuverlässig macht, unterschätzt die genetische Tiefe des Sichtjagdverhaltens.

Nicht geeignet ist die Rasse für Haushalte mit Vollzeitberufstätigkeit beider Personen ohne Betreuungslösung — Alleinzeiten über vier Stunden sind mit dem Sozialbedarf des Sloughi nicht vereinbar. Urbane Haltung ohne gesichertes Freilaufgelände in erreichbarer Nähe scheidet ebenfalls aus.

Wer den sanften Blick des Sloughi als Signal für Umgänglichkeit mit Fremden liest, wird im Alltag enttäuscht: Die Reserviertheit gegenüber unbekannten Personen ist rassetypisch und kein Erziehungsdefizit. Haushalte mit häufigem Besucherverkehr oder kleinen Kindern unter acht Jahren, die impulsiv auf den Hund zugehen, sind kritisch zu bewerten.

Halter, die einen Hund mit hoher Grundgehorsamkeit und verlässlichem Freilauf ohne Sicherung suchen, wählen die falsche Rasse. Ebenso ungeeignet sind Haushalte mit Kleintieren — Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen — ohne konsequente Trennung und Managementstruktur. Der Jagdtrieb des Sloughi ist kein Charakterfehler, sondern sein Ursprungsprofil.

10Linien-Realität

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Sloughi kennt keine ausgeprägte Aufspaltung in Arbeits- und Showlinien, wie sie etwa beim Deutschen Schäferhund oder Labrador Retriever dokumentiert ist. Die Gesamtpopulation im deutschsprachigen Raum ist zu klein, um solche Linien stabil zu etablieren.

Innerhalb der Rasse existieren jedoch regionale Unterschiede in der Herkunft der Zuchttiere. Hunde aus marokkanischen oder algerischen Linien — also aus dem Ursprungsgebiet — zeigen gelegentlich ein ausgeprägteres Jagdverhalten und eine stärkere Fremden-Reserviertheit als Hunde aus europäischen Zuchtlinien, die über mehrere Generationen auf Alltagstauglichkeit selektiert wurden. Diese Unterschiede sind nicht absolut, aber bei der Welpenauswahl ein sinnvolles Gesprächsthema mit dem Züchter.

Rennsport spielt beim Sloughi im Vergleich zum Greyhound oder Whippet eine untergeordnete Rolle. Der FCI-Standard sieht keine Arbeitsprüfung und keine Rennlizenz vor. Coursing — die Sichtjagd auf einen künstlichen Hasen — wird von einigen Haltern als Auslastungsform genutzt und ist mit dem Wesen der Rasse gut vereinbar.

Wer einen Sloughi aus dem Ursprungsland importiert oder von einem Züchter mit direkten Verbindungen dorthin erwirbt, sollte die Sozialisation des Welpen besonders sorgfältig prüfen: Hunde aus wenig strukturierten Aufzuchtbedingungen benötigen mehr Zeit und Erfahrung in der Eingewöhnung.

11Gesundheit · Realität

Was du beim Sloughi medizinisch einplanen musst

Der Sloughi gilt als robuste Rasse ohne die züchtungsbedingten Extremmerkmale vieler moderner Hunderassen. Die Lebenserwartung liegt nach Angaben des Schweizer Clubs orientalischer Windhunde bei 12 bis 15 Jahren — eine für mittelgroße Hunde überdurchschnittliche Spanne.

Als Windhund besitzt der Sloughi ein sehr geringes subkutanes Fettgewebe und ein dünnes Fell. Das hat zwei direkte Konsequenzen: Erstens ist er kälteempfindlich und benötigt bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius Schutzkleidung. Zweitens reagiert er empfindlich auf bestimmte Narkosemittel — insbesondere Barbiturate, die bei Windhunden zu verlängerten Aufwachphasen oder Komplikationen führen können. Jeder Tierarzt, der einen Sloughi behandelt, muss über diese Besonderheit informiert sein. Eine entsprechende Notiz in der Patientenakte ist Pflicht.

Rassetypische Erkrankungen sind beim Sloughi weniger dokumentiert als bei populationsstarken Rassen. Progressive Retinaatrophie (PRA) tritt vereinzelt auf — Zuchttiere sollten augenheilkundlich untersucht sein. Herzerkrankungen (Kardiomyopathie) sind bei Windhunden generell zu beobachten; regelmäßige Herzauskultation beim Tierarzt ist sinnvoll, besonders ab dem sechsten Lebensjahr.

Übergewicht ist beim Sloughi selten ein Problem — seine Konstitution macht Gewichtszunahme sichtbar, bevor sie kritisch wird. Dennoch gilt: Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden, da Übergewicht bei Windhunden die Gelenke überproportional belastet.

Vorsorgeuntersuchungen: jährliche Tierarztuntersuchung, Herzauskultation ab dem sechsten Lebensjahr, Augenuntersuchung bei Zuchttieren, Narkoseprotokoll beim Tierarzt hinterlegen.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

Anfällige Erkrankungen

Herzprobleme PRA

Empfohlene Gesundheitstests

Herzuntersuchung Augenuntersuchung

13Mythen ↔ Realität

Was über diese Rasse oft falsch erzählt wird

Fünf Mythen, fünf Realitäten, fünf Quellen.

1

„Der Sloughi ist wie ein Greyhound — also laufmüde und entspannt im Alltag.

Der Sloughi teilt mit dem Greyhound die Fähigkeit zum explosiven Sprint, nicht aber das Temperament. Er ist deutlich wachsamer, reservierter gegenüber Fremden und benötigt mentale Einbindung in den Alltag. Ruhephasen wechseln mit ausgeprägter Aufmerksamkeit — ein passiver Couchdog ist er nicht.

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2

„Sein sanfter Blick zeigt, dass er umgänglich mit Fremden ist.

Der FCI-Standard beschreibt den Blick des Sloughi als sanft und ein wenig traurig — das ist eine morphologische Beschreibung, keine Aussage über Sozialverhalten. Fremden gegenüber verhält sich der Sloughi typischerweise reserviert bis ablehnend. Dieser Wesenszug ist rassetypisch und kein Erziehungsdefizit.

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3

„Als Windhund benötigt er kaum Auslauf — ein kurzer Spaziergang reicht.

Der Sloughi wurde auf Ausdauerjagd in der Wüste selektiert. Er benötigt täglich 60 bis 90 Minuten aktive Bewegung plus regelmäßige Sprintmöglichkeiten auf gesichertem, eingezäuntem Gelände. Unzureichende Auslastung äußert sich in Unruhe, Überreizung und verstärktem Jagdverhalten.

www.club-orientalischer-windhunde.ch

4

„Der Sloughi ist abrufbar, wenn er gut erzogen ist.

Der Abruf bei Wildsichtung ist bei Sichtjagdhunden genetisch tief verankert. Selbst konsequent trainierte Sloughis können im Jagdmoment nicht zuverlässig abgerufen werden. Sicheres Management — also gesichertes Gelände und Schleppleine — ist keine Frage der Erziehungsqualität, sondern der Rassekenntnis.

www.club-orientalischer-windhunde.ch

5

„Er ist ein robuster Wüstenhund und verträgt Kälte problemlos.

Der Sloughi besitzt als Windhund ein sehr dünnes Fell und kaum subkutanes Fettgewebe. Er ist kälteempfindlich und benötigt bei niedrigen Temperaturen einen gut sitzenden Hundemantel. Zugluft und Nässe stellen ein echtes Gesundheitsrisiko dar — besonders bei älteren Tieren.

rundum.dog

Mehr zur Realität dieser Rasse — und warum sie überdurchschnittlich häufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-Realität — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Sloughi ist im deutschsprachigen Raum eine seltene Rasse. Die jährlichen Welpenzahlen in Deutschland und der Schweiz bewegen sich im niedrigen zweistelligen Bereich. Das begrenzt den Markt für Vermehrer — macht ihn aber nicht inexistent. Wer einen Sloughi über Kleinanzeigenportale ohne Vereinsanbindung anbietet, sollte kritisch befragt werden: Herkunft der Elterntiere, Gesundheitsuntersuchungen, Sozialisierungsbedingungen.

Designervarianten des Sloughi existieren kaum — die Rasse ist zu wenig bekannt, um Trend-Kreuzungen zu motivieren. Das ist ein Vorteil: Der Sloughi ist weitgehend frei von den züchtungsbedingten Extremmerkmalen, die bei Französischen Bulldoggen, Möpsen oder Cavalieren zu strukturellen Gesundheitsproblemen führen. Brachycephalie, übertriebene Hautfalten oder Zwergwuchs spielen beim Sloughi keine Rolle.

Ein anderes Problem ist hingegen real: Haltungsbedingte Überforderung. Der Sloughi landet im Tierschutz fast nie wegen Aggressionsproblemen, sondern weil Halter seinen Jagdtrieb unterschätzt haben, keine gesicherten Freilaufmöglichkeiten organisieren konnten oder mit seiner Reserviertheit gegenüber Fremden nicht umzugehen wussten. Diese Abgabegründe sind vermeidbar — durch ehrliche Information vor dem Kauf.

Vermittlung ist beim Sloughi eine vollwertige Option. Erwachsene Hunde aus Tierschutz oder Vereinsvermittlung bringen oft eine klare Wesenseinschätzung mit, die bei Welpen noch nicht möglich ist. Rassekundige Vermittlungsstellen und der SCOW können dabei unterstützen, einen Hund zu finden, dessen Profil zum eigenen Alltag passt. Ein erwachsener Sloughi aus Vermittlung ist kein Kompromiss — er ist häufig die ehrlichere Entscheidung.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Ein Sloughi-Welpe von einem seriösen, vereinsgebundenen Züchter kostet im deutschsprachigen Raum zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Preise deutlich darunter sind ein Warnsignal — Gesundheitsuntersuchungen, Vereinsmitgliedschaft und professionelle Aufzucht haben ihren Preis. Preise deutlich darüber ohne nachvollziehbare Begründung ebenfalls kritisch bewerten.

Die jährlichen Haltungskosten liegen je nach Körpergröße und Versicherungsmodell bei 1.500 bis 2.500 Euro. Futter für einen ausgewachsenen Sloughi (18–28 kg) kostet bei hochwertiger Trockenfutter- oder Frischfleischernährung zwischen 600 und 1.000 Euro pro Jahr. Pflegekosten sind gering — das kurze Fell benötigt keine professionelle Pflege.

Tierarztkosten im Grundbetrieb (jährliche Vorsorge, Impfungen, Parasitenbehandlung) liegen bei 200 bis 400 Euro pro Jahr. Hinzu kommen mögliche Kosten für Narkosen — hier ist ein erfahrener Tierarzt mit Windhundkenntnissen wichtig, da Standardprotokolle angepasst werden müssen. Eine Tierkrankenversicherung oder ein Gesundheitsbudget von 1.000 bis 2.000 Euro für unvorhergesehene Behandlungen ist empfehlenswert. In der Schweiz liegen die Tierarztkosten strukturell höher — ein Jahresbudget von 500 bis 800 CHF für Grundversorgung ist realistisch.

Ausstattung (Mantel, Leine, Schleppleine, Transportbox) verursacht einmalig 200 bis 400 Euro. Ein gut sitzender Hundemantel ist beim Sloughi keine optionale Ausgabe.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Seriöse Sloughi-Züchter sind Mitglied in einem anerkannten Rasseclub — in der Schweiz etwa im Schweizer Club orientalischer Windhunde (SCOW), in Deutschland im Deutschen Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV).
  • Die Mitgliedschaft allein ist kein Qualitätsmerkmal, aber ein erster Orientierungspunkt.
  • Konkrete Kriterien für seriöse Zucht: Die Elterntiere sind auf rassetypische Gesundheitsparameter untersucht.
  • Der Züchter stellt Nachweise vor, nicht erst auf Nachfrage.
  • Welpen wachsen im Haushaltsumfeld auf und sind an alltägliche Reize gewöhnt.
  • Der Züchter stellt Gegenfragen — zum Wohnumfeld, zu Freilaufmöglichkeiten, zu Vorerfahrungen.
  • Wer jeden Interessenten ohne Rückfragen akzeptiert, ist kein verlässlicher Ansprechpartner.
  • Warnsignale: Welpen unter acht Wochen, kein persönlicher Besuch möglich, Zahlung vor Besichtigung, keine Papiere des Zuchtvereins, mehrere Würfe gleichzeitig verfügbar.
  • Da der Sloughi eine seltene Rasse ist, können Wartezeiten von einem Jahr und mehr realistisch sein.
  • Diese Zeit lässt sich sinnvoll nutzen: Kontakt zu Rasseclub-Mitgliedern aufnehmen, Sloughis im Alltag kennenlernen, Freilaufgelände sichern.
  • Tierschutz und Vermittlung sind gleichwertige Wege.
  • Abgabegründe beim Sloughi sind häufig unterschätzte Eigenständigkeit und fehlende Auslaufmöglichkeiten — kein Charakterdefizit des Hundes.
  • Rassekundige Vermittlungsstellen und der SCOW können bei der Suche nach einem erwachsenen Sloughi unterstützen.

FAQ

Häufige Fragen zum Sloughi

Ist Sloughi ein Familienhund?

Sloughi gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Sloughi?

Mindestens rund 90 Minuten Bewegung pro Tag. Als aktive Rasse eher mehr — plus geistige Auslastung.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Sloughi?

Ausgewachsen erreicht Sloughi etwa 60–70 cm Widerristhöhe und wiegt rund 18–27 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Sloughi?

Die Lebenserwartung von Sloughi liegt bei etwa 12–15 Jahren.

Welche Krankheiten treten bei Sloughi häufig auf?

Herzprobleme PRA

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

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Fazit

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Reservierter Windhund – bildet intensive Bindung zu einer Person und ist Fremden gegenüber sehr zurückhaltend