Carsharing für Hundebesitzer: Tipps und Plattformen im Überblick
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Carsharing bedeutet: Statt ein eigenes Auto zu besitzen, mieten viele spontan ein Fahrzeug oder finden eine passende Mitfahrgelegenheit. Das gilt auch für Tagesausflüge, Besuche oder Urlaubsfahrten mit Hund. Zahlreiche Anbieter erlauben das Mitnehmen von Vierbeinern, allerdings meist nur unter bestimmten Bedingungen. Hier erfährst du, welche Regeln bei Hunden im Carsharing gelten, welche Plattformen besonders tierfreundlich sind und wie du die Fahrt praktisch organisierst.
Anbieter im Überblick: Hier sind Hunde beim Carsharing erlaubt
Nicht alle Carsharing-Anbieter handhaben das Thema Hund gleich. Während manche das Mitnehmen von Vierbeinern grundsätzlich erlauben, knüpfen andere die Zustimmung an strenge Bedingungen: Nutzung einer Transportbox oder gründliches Entfernen aller Spuren. Die folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick.
| Anbieter | Hunde erlaubt | Bedingungen |
|---|---|---|
| Book-n-Drive | ✅ Ja | Transportbox oder Unterlage im Kofferraum erlaubt, auch für grosse Hunde |
| Cambio | ✅ Ja | Nur mit Transportbox im Kofferraum, keine Spuren im Innenraum |
| Flinkster (DB) | ✅ Ja | Transportbox im Kofferraum Pflicht, Auto muss sauber zurückgegeben werden |
| MILES | ✅ Ja | Nur mit Transportbox im Kofferraum, sonst drohen Reinigungskosten |
| Sixt Share | ✅ Ja | Transportbox im Kofferraum erforderlich |
| ShareNow | ✅ Ja | Box im Kofferraum verpflichtend, keine Rückstände im Fahrzeuginneren |
| Stadtmobil | ✅ Ja | Transportbox vorgeschrieben, Sauberkeit ist Voraussetzung |
| STATTAUTO München | ✅ Ja | Nur in Box, Fahrzeug muss hygienisch einwandfrei bleiben |
| smumo (Stuttgart Mobil) | ✅ Ja | Box im Kofferraum, keine Hundehaare oder Gerüche erlaubt |
💡 Tipp: Auch wenn Hunde bei den genannten Anbietern grundsätzlich erlaubt sind, lohnt sich ein Blick in die AGB oder FAQ des jeweiligen Anbieters. Die genauen Formulierungen und Sanktionen bei Regelverstössen können variieren.
Warum fast immer nur mit Transportbox?
Wer mit dem eigenen Auto fährt, entscheidet selbst, wie der Hund transportiert wird: angeschnallt auf der Rückbank, im Kofferraum oder in einer Transportbox.
Im Carsharing sieht das anders aus. Die meisten Anbieter verlangen eine Transportbox im Kofferraum, unabhängig von Grösse, Rasse oder Temperament des Hundes. Was für kleine Hunde noch einfach umsetzbar ist, stellt Besitzer grosser Hunde vor eine Herausforderung. Eine passende Box muss nicht nur vorhanden, sondern auch im Mietfahrzeug unterbringbar sein, was je nach Modell schlicht nicht möglich ist.
Die rechtliche Komponente
Zum einen geht es um Hygiene und Rücksichtnahme auf nachfolgende Nutzer: Nicht alle Carsharing-Kunden mögen Hunde oder möchten mit Hundehaaren oder Gerüchen konfrontiert werden.
Zum anderen spielt die rechtliche Komponente eine Rolle: Hunde gelten im Auto offiziell als „Ladung“ und müssen gemäss § 23 der deutschen Strassenverkehrsordnung (StVO) bzw. Art. 31 des Schweizer Strassenverkehrsgesetzes (SVG) gesichert sein. Die Verantwortung liegt immer beim Fahrenden.
Eine nicht oder ungenügend gesicherte „Ladung“, also ein frei im Auto beweglicher Hund, kann bei einem Unfall oder starken Bremsmanöver zur Gefahr für alle Insassen werden. Deshalb verlangen viele Anbieter zur Absicherung eine geschlossene Box im Kofferraum, die als sicherste und nachvollziehbarste Variante gilt. Sicherheitsgurte für Hunde, Trenngitter oder Decken reichen den meisten Anbietern ausdrücklich nicht aus.
Grosse Hunde im Carsharing? Alternativen und praktische Lösungen
Für Hundehalter mit grossen Vierbeinern sind diese strengen Regelungen besonders unpraktisch: Viele gängige Transportboxen für grosse Hunde sind sperrig, schwer zu verstauen und passen nicht in kleinere Fahrzeuge. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, wie du flexibel und sicher mobil bleibst.
1. Anbieter mit flexibleren Regeln wählen
Einige Anbieter wie Book-n-Drive erlauben auch grosse Hunde auf einer rutschfesten Unterlage im Kofferraum, ohne Transportbox, sofern das Fahrzeug danach sauber zurückgegeben wird. Das ist derzeit eine der wenigen Ausnahmen und eine praktische Alternative für alle, denen eine Box nicht umsetzbar erscheint.
2. Fahrzeuge gezielt auswählen
Bei Plattformen mit Fahrzeugwahl kannst du gezielt nach grösseren Modellen suchen (z. B. Kombi oder Van). So hast du eher eine Chance, eine passende Box unterzubringen oder dem Hund genügend Platz im Kofferraum zu bieten.
3. Fahrgemeinschaft statt Carsharing
In einer Fahrgemeinschaft (z. B. über BlaBlaCar oder private Mitfahrbörsen) hast du grössere Spielräume: Hier entscheidest du mit dem Fahrenden gemeinsam, wie dein Hund transportiert wird. Viele Fahrer sind offen für grosse Hunde, besonders wenn du im Vorfeld klar kommunizierst, wie dein Hund sich im Auto verhält.
4. Mietwagen statt Sharing nutzen
Wenn regelmässig längere Fahrten mit Hund geplant sind, kann ein klassischer Mietwagen ohne Sharing-Plattform langfristig stressfreier sein. Viele Autovermieter erlauben Hunde nach Rücksprache, ohne die strengen Standardvorgaben der Sharing-Anbieter.
Carsharing mit grossem Hund ist nicht unmöglich, erfordert aber etwas mehr Planung und Kommunikation. Wer die Regeln der Anbieter kennt und gezielt auswählt, kann auch mit Bernhardiner und anderen grossen Rassen sicher und entspannt unterwegs sein.