Ausflugsziel · St. Moritz · Leicht

Region Maloja

Region Maloja Karte: Wikipedia Commons, Tschubby, CC BY-SA 3.0. Quelle: commons.wikimedia.org
Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund in der Region Maloja: Was wirklich gilt

Der Inn beginnt hier. Nicht als reissender Fluss, sondern als stilles Rinnsal, das aus dem Lunghin-See sickert und sich talabwärts in Richtung Österreich bewegt. Die Region Maloja umfasst das Oberengadin und das Bergell, zwei Täler, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Region Maloja ist einer der elf Verwaltungsbezirke des Kantons Graubünden, mit einer Fläche von knapp 974 km² und rund 18.000 Einwohnern (Stand 2020). Wichtige Gemeinden sind St. Moritz, Sils im Engadin, Silvaplana, Pontresina, Celerina und, im Bergell – Bregaglia.

Für Hundehalter ist die Region reizvoll und rechtlich vergleichsweise unkompliziert, aber nicht regellos. Der Kanton Graubünden führt kein eigenes Hundegesetz, sondern ermächtigt seine Gemeinden über das kantonale Veterinärgesetz, eigene Hundeverordnungen zu erlassen. Das heisst konkret: Was in St. Moritz gilt, kann sich von Sils oder Pontresina unterscheiden. Die Beschilderung vor Ort ist verbindlich.

Leinenpflicht in der Region Maloja: Was kommunal gilt

Für Graubünden gilt: Es sind die jeweiligen Regelungen auf Gemeindeebene zu beachten, die eine generelle Leinenpflicht oder Leinenpflicht im bewohnten Gebiet vorschreiben können. Der Kanton selbst schreibt keine generelle kantonale Leinenpflicht vor. Die Gemeinden setzen den Rahmen. Wer sich nicht sicher ist, liest die Schilder, oder fragt bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung nach.

St. Moritz und die Ortschaften im Oberengadin

Sonnenlicht auf dem St. Moritzersee im Oktober, die Luft riecht nach nassem Stein und Holzrauch. St. Moritz ist Tourismusgemeinde und zieht auch im Sommer viel Betrieb an. Im belebten Ortskern, auf Schularealen, öffentlichen Spielplätzen und in Parkanlagen gilt Leinenpflicht, das ergibt sich aus kommunalen Polizeiordnungen, die du direkt bei der Gemeindeverwaltung St. Moritz einsehen kannst. Ob und wo es ausgewiesene Hundeauslaufzonen gibt, klärst du dort ebenfalls, die Sachlage ändert sich saisonal.

In den kleineren Engadiner Gemeinden (Sils, Silvaplana, Celerina, Pontresina, Zuoz, S-chanf) gelten kommunale Regelungen. Einheimische und Besucher sind selbst dafür verantwortlich, sich über die geltenden Bestimmungen je nach Gemeinde vor Ort zu erkundigen und auf Hinweise zur Leinenpflicht oder sonstige Einschränkungen zu achten.

Wald und Berggelände: Setzzeit und Wildschutz

Im Mai taut der Schnee in den Engadiner Mulden. Rehkitze liegen flach im hohen Gras, Schneehasen haben Junge. Genau diese Wochen sind heikel. Jeder Kanton regelt die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit eigenständig, entsprechende Bestimmungen finden sich je nach Kanton in kantonalen Jagd- und Hundegesetzen sowie den dazugehörigen Verordnungen. Für Graubünden legt das kantonale Jagdrecht saisonale Einschränkungen fest. Leinenpflicht besteht während der Jagdzeit im September. Ausserhalb signalisierter Gebiete gilt: Hund unter Kontrolle halten. Im Zweifelsfall anleine.

Wird ein Hund beim Wildern erwischt, sehen fast alle Kantone die Möglichkeit vor, dass dieser durch den Jagdvorsteher oder eine andere berechtigte Person abgeschossen werden kann. Im Kanton Graubünden ist dabei nicht einmal eine vorgängige Verwarnung des Hundehalters notwendig. Das ist kein Paragraphenspiel. Das ist die Realität in einem Kanton mit dichtem Wildbestand.

Naturschutzgebiete und Wildruhegebiete

Die Region Maloja grenzt an den Schweizer Nationalpark. Hunde sind im Nationalpark generell verboten, die Verantwortlichen versuchen, den menschlichen Einfluss auf ein Minimum zu reduzieren. Der Nationalpark liegt zwar hauptsächlich im Bezirk Inn, aber die Pufferzone reicht bis in den Unterengadin. Wer mit dem Hund Richtung Zernez und S-chanf wandert, prüft die Grenzen auf der offiziellen Nationalpark-Webseite vor dem Aufbruch.

Im übrigen Gebiet der Region Maloja gibt es kommunal ausgewiesene Wildruhegebiete. Es gilt, sich bei der jeweiligen Gemeinde über das kommunale Recht zu informieren und örtliche Beschilderungen zu befolgen.

Listenhunde in der Region Maloja: Keine Rasseliste in Graubünden

Der Kanton Graubünden kennt keine Rasseliste verbotener oder bewilligungspflichtiger Hunderassen. Es gibt keine kantonale Hundegesetzgebung mit Rasseliste, die Regelungen liegen primär auf Gemeindeebene. Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (ALT) bewertet auffällige Hunde einzelfallbezogen.

Für Halter von Hunden, die in anderen Kantonen als Listenhunde gelten: Wenn das Halten deines Listenhundes in deinem Wohnkanton bewilligt ist und du alle Auflagen erfüllst, kann dir kein anderer Kanton das Einreisen oder den Aufenthalt verbieten, auch wenn die Rasse dort auf einer Verbotsliste steht. Es gelten die Regelungen deines Wohnkantons. Du musst dich jedoch während des Aufenthalts an die im Kanton Graubünden geltenden Hundegesetze und -verordnungen halten, also zum Beispiel an eine kommunale Leinenpflicht.

Vorfälle mit Hunden meldest du dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (ALT). Das ALT kann bei Vorfällen Massnahmen anordnen: Hundekurs, Leinenpflicht, Maulkorb oder in schweren Fällen die Enteignung des Hundes.

Hundesteuer und Anmeldung

In Graubünden erhebt jede Gemeinde die Hundetaxe eigenständig. Spezielle Gesetze, die das Halten von Hunden sowie die Erhebung einer Hundetaxe regeln, haben die meisten Kantone erlassen. Im Kanton Graubünden sind die Bestimmungen betreffend das Halten von Hunden in die veterinärrechtlichen Vorschriften integriert. Die Höhe der kommunalen Hundetaxe legt jede Gemeinde selbst fest. Aktuelle Tarife erfährst du direkt bei der Gemeindeverwaltung deines Wohnorts.

Bundesweit gilt: Seit 2006 gilt in der ganzen Schweiz eine nationale Kennzeichnungspflicht. Jeder Hund muss durch einen Tierarzt mit einem Chip versehen und in der zentralen Datenbank AMICUS registriert werden. Diese Pflicht gilt unabhängig vom Kanton. Neumeldungen in der Gemeinde erledigst du nach dem Erwerb des Hundes. Die Frist variiert je nach Gemeindeordnung, prüfe sie bei deiner Gemeindeverwaltung.

Die besten Routen in der Region Maloja, mit korrekter Rechtslage

Via Engiadina: Seenlandschaft zwischen Maloja und St. Moritz

Früh morgens liegt Nebel über dem Silsersee. Das Wasser ist dunkel, fast schwarz. Der Kies am Ufer knirscht unter jedem Schritt. Die Via Engiadina führt auf dem Höhenweg über Sils, am Silvaplanersee vorbei bis nach St. Moritz, und umgekehrt. Der Blick hinunter auf die Seen gehört zu den unvermuteten Sichten, die man erst nach dem ersten Anstieg bekommt.

Ob der Hund am Seeufer frei laufen darf, hängt von der jeweiligen Gemeinde und Saison ab. Beschilderungen beachten. Routen-Detailinfos und aktuelle Wegbedingungen findest du bei SchweizMobil sowie bei Engadin Tourismus.

Bergell: Das Tal, das die meisten übersehen

Wer am Malojapass die Kurven hinunterfährt, merkt schnell: hier beginnt ein anderes Klima. Die Temperaturen steigen. Der Wald wird dichter, südlicher. Das Bergell liegt tiefer und enger als das Engadin, mit Kastanienwäldern, die im Oktober das Laub in Kupfer tauchen. Hunde können auf den Wanderwegen oberhalb von Bregaglia und entlang der Mera laufen.

Auch hier gilt: Naturschutzflächen und Wildruhe-Schilder vor Ort lesen. Das Bergell hat wenig Massentourismus, entsprechend wenig Infrastruktur für Fragen unterwegs. Vorbereitung lohnt sich. Örtliche Beschilderungen sind verbindlich.

Pontresina und die Berninaalpen

Der Morteratschgletscher zieht sich zurück, Jahr für Jahr. Der Weg zum Gletschertor ist im August feucht, die Luft riecht nach Mineralien und schmelzendem Eis. Pontresina ist Ausgangspunkt für Touren in die Berninaalpen. Über 10.000 Kilometer Rad- und Wanderwege warten in Graubünden. Ob ein konkreter Weg oder Bereich hundefreundlich ist, klärst du bei der Gemeindeverwaltung Pontresina oder liest es vor Ort auf den Tafeln nach.

Achtung: Im Hochgebirge gibt es Sömmerungsbetriebe mit Herdenschutzhunden. Diese Hunde reagieren auf unangeleinte Fremdhunde. Wenn du Schafe oder Ziegen siehst, leine deinen Hund an, unabhängig von einer Vorschrift.

Celerina und das Innufer: Spaziergang am Fluss

Der Inn verlässt die Seen ruhiger, als man erwarten würde. Bei Celerina fliesst er breit und flach, der Kiesboden durch das klare Wasser sichtbar. Im Frühsommer stehen die Wiesen hoch, Kuckucksrufe von beiden Uferseiten. Das Innufer zwischen Celerina und Samedan ist ein Klassiker für Hunderunden ohne grossen Höhenunterschied.

Auch hier gilt die Klasse-D-Vorsicht: Ob und wo der Hund am Ufer frei laufen darf, hängt von der kommunalen Regelung und Jahreszeit ab. Im Frühjahr liegen Jungvögel am Boden. Schilder vor Ort beachten.

Was in der Region Maloja anders ist als im Rest des Kantons

Die Region Maloja ist touristisch intensiver als fast alle anderen Bezirke Graubündens. St. Moritz zieht internationales Publikum. Das bedeutet: mehr Menschen, mehr Hunde aus anderen Kantonen, mehr Kontrollen in der Hochsaison. Die kommunalen Polizeiordnungen in St. Moritz und Pontresina sind konsequenter als in ruhigeren Bergdörfern des Kantons.

Gleichzeitig liegt die Region auf einer klimatischen Schwelle. Das Engadin ist Hochtal, kühl, karg, mit grosser Wildtierdichte. Das Bergell liegt südlicher und tiefer. Die Vegetation wechselt auf kurzer Distanz komplett. Für Hunde ist das eine Vielfalt an Terrain, von Gletschermoräne bis Kastanienwald. Aber genau diese Vielfalt macht die Regelungslage komplex: Jedes Tal, jede Gemeinde tickt etwas anders.

Es gibt weder eine generelle kantonale Leinenpflicht noch eine kantonale Maulkorb- oder Hundeverbotszone. Das lässt Freiräume, verlangt aber auch Eigenverantwortung, situativ zu entscheiden, wann Anleinen angebracht ist.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es in Graubünden eine generelle Leinenpflicht?

Nein. Graubünden hat keine kantonale Leinenpflicht. Die Gemeinden können eigene Regelungen erlassen. In der Region Maloja schreiben mehrere Gemeinden Leinenpflicht in belebten Bereichen, auf Spielplätzen und in Parkanlagen vor. Im September, während der Jagdzeit, gilt Leinenpflicht. Schilder vor Ort sind verbindlich.

Darf mein Listenhund in die Region Maloja?

Graubünden führt keine Rasseliste. Wenn dein Hund in deinem Wohnkanton legal gehalten und korrekt angemeldet ist, darf er mit dir in die Region Maloja einreisen. Du hältst dich aber an die kommunalen Regeln vor Ort, zum Beispiel an ausgewiesene Leinenpflicht-Zonen. Aktuelle Informationen gibt das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (ALT) unter gr.ch.

Sind Hunde im Schweizer Nationalpark erlaubt?

Nein. Im Schweizer Nationalpark sind Hunde verboten. Das Nationalparkgebiet liegt hauptsächlich im Bezirk Inn, grenzt aber an die Gemeinde S-chanf in der Region Maloja. Vor Wanderungen in Grenznähe die genauen Parkgrenzen auf der offiziellen Seite nationalpark.ch prüfen.

Wie hoch ist die Hundetaxe in der Region Maloja?

Die Hundetaxe setzt jede Gemeinde selbst fest. Es gibt keinen kantonal einheitlichen Tarif. Für die aktuelle Höhe wendest du dich direkt an die Gemeindeverwaltung deines Wohnorts in der Region. Für St. Moritz erreichst du die Verwaltung unter gemeinde-stmoritz.ch.

Was passiert, wenn mein Hund ein Wildtier jagt?

Im Kanton Graubünden kann ein Hund, der beim Wildern erwischt wird, durch den Jagdvorsteher oder eine berechtigte Person abgeschossen werden, ohne vorherige Verwarnung des Halters. Zusätzlich droht eine Busse für das Wildern. Hunde in der Setz- und Jagdzeit an der Leine führen, besonders im Engadiner Hochtal mit hoher Wilddichte.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer