St. Moritz liegt auf knapp 1800 Metern über Meer im Engadin, eingebettet zwischen dem türkisblauen St. Moritzersee und den markanten Gipfeln des Oberengadins. Wer hier mit Hund unterwegs ist, spürt sofort den Unterschied: Die Luft ist klar und dünn, die Wege breiten sich weit in alle Richtungen aus, und das Licht wirft lange Schatten über Lärchenwald und Granitfels. Glamour und Wildnis liegen in St. Moritz näher beieinander als anderswo — auf der einen Seite die Promenade mit Luxusboutiquen, auf der anderen unberührte Alpentäler, die kein Tourismusprospekt je ganz einfangen kann.
Für Hundehaltende ist das Oberengadin ein Ort mit echtem Potenzial und gleichzeitig mit klaren Spielregeln. Die Hochgebirgslandschaft stellt besondere Anforderungen: Wetter wechselt schnell, Wege sind teils steil und felsig, und die Wildtierbestände — von Steinbock bis Murmeltier — sind empfindlich. Ein gut vorbereiteter Ausflug mit Hund zahlt sich hier doppelt aus. Wer die Regeln kennt und respektiert, findet eine der eindrücklichsten Kulissen der Schweiz.
St. Moritz selbst zählt zu den bekanntesten Kurorten der Alpen und zieht das ganze Jahr über Besuchende an — im Winter die Ski- und Polo-Gäste, im Sommer Wanderer, Biker und Naturliebhaber. Für Hunde und ihre Menschen lohnt sich besonders die schneefreie Saison von Juni bis Oktober, wenn die Bergwege zugänglich sind und die Seen zum Verweilen einladen. Doch auch im Winter bietet das Engadin Schönheiten, die sich zu Fuss und mit Hund erleben lassen — wenn man die richtigen Ecken kennt.
Tagesausflüge mit Hund in St. Moritz
Morgens aus dem Dorf heraustreten und innerhalb von Minuten zwischen Lärchen stehen, während der Hund die Bergluft einsaugt — das ist der Alltag für alle, die St. Moritz als Ausgangspunkt nutzen. Die Region bietet eine Dichte an Wanderwegen, die europaweit ihresgleichen sucht. Trotzdem gilt: Nicht jeder Weg ist zu jeder Zeit und für jeden Hund geeignet. Informiere dich vor dem Aufbruch beim lokalen Tourismusbüro oder über die offiziellen Kanäle von Engadin St. Moritz Tourismus über aktuelle Sperrungen, Wetterwarnungen und besondere Regelungen.
Rund um den St. Moritzersee
Der St. Moritzersee ist das Herzstück des Ortes und bietet eine der zugänglichsten Rundtouren der Region. Der flache Uferweg eignet sich für Hunde aller Grössen und Altersklassen — er ist wenig steil, gut befestigt und bietet immer wieder freien Blick über das Wasser auf die umliegenden Gipfel. Im Sommer glitzert der See in einem unwahrscheinlichen Blaugrün, das von Mineralien im Gletscherwasser stammt. Die Runde misst rund vier Kilometer und lässt sich gut in einer Stunde gehen — mehr, wenn der Hund ausgiebig schnüffeln und planschen will.
Beachte, dass an belebten Abschnitten nahe der Promenade und den Badebereichen Leinenpflicht gelten kann und Hunde in bestimmten Zonen möglicherweise nicht erlaubt sind. Prüfe die aktuelle Beschilderung vor Ort und halte dich an die aufgestellten Hinweisschilder. Hundefährte am Ufer bedeutet nicht automatisch Freilauferlaubnis — besonders in der Hochsaison sind Rücksicht und Leine oft die klügere Wahl.
Stazerwald und Stazersee
Wer St. Moritz kennt, kennt den Stazerwald: ein weitläufiger Lärchen- und Arvenwald südlich des Ortes, der zu den schönsten Waldgebieten Graubündens zählt. Durch ihn führt ein breiter, gut markierter Pfad hinunter zum Stazersee, einem stillen Bergsee auf rund 1800 Metern, der von Feuchtwiesen und Moorlandschaft umgeben ist. Der Weg ist für Hunde ein Paradies — weicher Waldboden, Schattenwurf der Lärchen, gelegentliche Bachläufe zum Trinken. Die Strecke vom Dorf zum See und zurück beträgt rund sechs bis acht Kilometer und eignet sich für einen entspannten Halbtagsausflug.
Wichtig: Der Stazersee liegt in einem ökologisch sensiblen Gebiet. Moorflächen und Ufervegetation dürfen nicht betreten werden. Hunde sollten in unmittelbarer Seenähe an der Leine geführt werden, um brütende Vögel und Amphibien nicht zu stören. Im Frühsommer ist die Störungsempfindlichkeit besonders hoch — plane deine Tour entsprechend und halte dich an die Absperrungen und Hinweistafeln vor Ort.
Val Roseg — das Tal hinter Pontresina
Von St. Moritz sind es nur wenige Minuten nach Pontresina, und von dort öffnet sich das Val Roseg — eines der wildromantischsten Täler des Engadins. Das autofreie Tal ist zu Fuss oder per Pferdekutsche zugänglich und führt durch Arvenwald und Almwiesen direkt auf Gletscher und Berggipfel zu. Der breite Schotterweg ist für Hunde gut zu gehen, kaum steil in den unteren Abschnitten und bietet genug Raum, um dem Tier auch mal Lauf zu lassen — sofern keine Sperrungen oder Wildschutzzonen ausgewiesen sind.
Die Länge des Tals erlaubt Touren von zwei bis sechs Stunden, je nach Kondition und Ziel. Das Berggasthaus Roseg am Ende des Talbodens ist ein beliebtes Zwischenziel; ob Hunde auf der Terrasse willkommen sind, erfragst du am besten direkt beim Betrieb. Beachte ausserdem, dass im Val Roseg Wildtiere wie Hirsch, Gämse und Steinadler heimisch sind — ein gut erzogener, abrufbarer Hund ist hier keine Kür, sondern Pflicht.
Muottas Muragl — Aussichtsberg mit Weitblick
Die Standseilbahn auf den Muottas Muragl (2456 m ü. M.) fährt von Samedan aus und bringt dich und deinen Hund in wenigen Minuten auf einen der bekanntesten Aussichtspunkte des Oberengadins. Von hier oben siehst du das gesamte Engadiner Seenband — St. Moritzersee, Silvaplanersee, Silsersee — auf einen Blick. Die Bergstation verfügt über Gastronomiebetriebe, und es gibt gut angelegte Wege auf dem Plateau. Ob Hunde in der Bahn und in den Gastbetrieben mitgenommen werden dürfen, prüfe vor deiner Reise direkt beim Betreiber — Regelungen können sich ändern und variieren je nach Saison.
Vom Gipfel aus lassen sich verschiedene Wanderungen anschliessen, darunter der bekannte Philosophenweg nach Pontresina. Dieser Höhenweg verläuft auf rund 1600 Metern Länge entlang der Flanke des Muraigl-Massivs und bietet spektakuläre Ausblicke bei moderatem Auf- und Abstieg. Für Hunde mit gutem Trittvermögen und ausreichender Ausdauer ist die Tour ein Highlight — die Einsamkeit und das Panorama entschädigen für jeden steilen Abschnitt.
Hund und lokale Regeln in St. Moritz
Wer mit Hund nach St. Moritz reist, spürt schnell: Hier gelten die Regeln des Kantons Graubünden, und sie werden ernst genommen. Das Engadin ist Schutzgebiet, Weltnaturerbe und Tourismusdestination in einem — diese Kombination erzeugt ein dichtes Geflecht aus kantonalen Vorschriften, kommunalen Verordnungen und schutzgebietsspezifischen Regelungen. Die verlässlichste Quelle für aktuelle und verbindliche Informationen ist die offizielle Website der Gemeinde St. Moritz. Lies sie, bevor du packst.
Leinenpflicht und Freilaufregeln im Engadin
In der Gemeinde St. Moritz gilt im öffentlichen Raum grundsätzlich eine Leinenpflicht — das bedeutet auf Strassen, Plätzen und in belebten Bereichen. In Naturschutz- und Wildschutzgebieten, die rund um St. Moritz ausgedehnt sind, ist die Leinenpflicht besonders strikt und gilt teilweise ganzjährig. Das Schweizerische Nationalpark-Gebiet beginnt nicht weit entfernt, und auch die Landschaftsschutzgebiete im Engadin haben eigene Vorschriften für Hunde. Halte deinen Hund im Zweifel immer an der Leine und prüfe die Beschilderung vor Ort.
Freilaufzonen sind in St. Moritz nicht in grosser Zahl vorhanden — der Fokus liegt eher auf kontrollierter Begleitung in der Natur. Informiere dich beim kantonalen Veterinäramt Graubünden über geltende Regelungen zu Auslaufzonen und Wildschutz. Besonders in der Brut- und Setzzeit von April bis Juli sind viele Gebiete für freilaufende Hunde gesperrt — Verstösse können zu empfindlichen Bussen führen.
Anmeldung, Hundesteuer und Chip-Pflicht
In der Schweiz gilt für alle Hunde die Registrierungspflicht in der AMICUS-Datenbank des Bundes. Wer mit Wohnsitz in der Gemeinde St. Moritz lebt oder seinen Hund dort anmeldet, ist verpflichtet, das Tier bei der Gemeinde zu registrieren. Die Gemeinde erhebt eine Hundeabgabe — die genaue Höhe regelt die örtliche Verordnung, nicht diese Seite. Frage direkt bei der Gemeindeverwaltung nach oder informiere dich auf der offiziellen Gemeindewebsite.
Für Besuchende aus dem Ausland gilt: Der Hund muss mit einem EU-konformen Heimtierausweis und einem gültigem Tollwutimpfschutz einreisen. Die Schweiz hat eigene Einreisebestimmungen für Heimtiere — prüfe die aktuellen Voraussetzungen beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vor der Reise. Fehlende Dokumente können zu Problemen an der Grenze oder bei der Einreise führen.
Hunde im öffentlichen Verkehr und in der Gastronomie
Das Rhätische Bahn (RhB)-Netz verbindet St. Moritz mit Chur, Pontresina, Tirano und zahlreichen anderen Orten. Hunde dürfen im Regelfall im Zug mitfahren — für grössere Hunde wird in der Regel ein halbes Kinderticket verlangt, kleine Hunde in geeigneten Transportboxen können oft gratis mitgenommen werden. Prüfe die aktuellen Tarifbedingungen direkt auf der Website der Rhätischen Bahn, da sich Regelungen ändern können. Auf den Bernina-Linie-Zügen, die zum UNESCO-Welterbe gehören, gelten die gleichen Regeln wie im übrigen RhB-Netz.
In der Gastronomie ist St. Moritz zweigeteilt: In den gehobenen Restaurants und Hotelbars der Luxushotels sind Hunde meist nicht willkommen, in einfacheren Berggaststätten, Pizzerien und Dorfbeizen hingegen häufig toleriert. Ruf vor dem Besuch kurz an und frag nach — das erspart unangenehme Situationen und zeigt Respekt gegenüber dem Betrieb. Draussen auf Terrassen wird Hundebesuch oft grosszügiger gehandhabt als drinnen.
Listenhunde und Kotentsorgung
Der Kanton Graubünden kennt keine spezifische kantonale Rasseliste im Sinne eines Verbots bestimmter Rassen, richtet sich aber nach den bundesrechtlichen Vorgaben und kommunalen Verordnungen. Für sogenannte potenziell gefährliche Hunderassen können in einzelnen Gemeinden besondere Auflagen gelten — etwa Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum oder besondere Haltungsanforderungen. Informiere dich vor der Reise beim kantonalen Veterinäramt oder bei der Gemeindeverwaltung St. Moritz, ob und welche Auflagen für deinen Hund gelten.
Die Kotentsorgung ist in St. Moritz wie in der ganzen Schweiz Pflicht des Hundehalters. Im Orts- und Parkbereich sind Entsorgungsstationen mit Sackerln aufgestellt — nutze sie konsequent. In der freien Natur gilt: Kot vom Weg entfernen und in mitgebrachten Säcken im nächsten Abfallbehälter entsorgen. Hinterlasse keine Säcke im Gelände — das ist in Schutzgebieten besonders störend und kann zu Bussen führen. Wer mit Hund im Engadin unterwegs ist, trägt Verantwortung für die Landschaft, die ihn aufnimmt.
Praktisches vor Ort in St. Moritz
St. Moritz liegt auf fast 1800 Metern — wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, braucht verlässliche Adressen. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut, aber die Höhenlage und das alpine Klima stellen besondere Anforderungen an Mensch und Tier. Hier findest du die wichtigsten praktischen Infos, damit dein Aufenthalt reibungslos verläuft.
Tierärztliche Versorgung und Notfall in St. Moritz
In St. Moritz und der unmittelbaren Umgebung gibt es tierärztliche Praxen, die Hunde ambulant behandeln. Für den Alltag reicht eine lokale Praxis — für Notfälle nach Verletzungen am Berg oder bei Vergiftungen zählt jede Minute. Speichere die Nummer deiner Tierarztpraxis vor Ort, bevor du zur Wanderung aufbrichst, nicht erst danach.
Grössere Eingriffe und Notfalloperationen werden häufig an spezialisierte Tierkliniken im Unterland weitergeleitet. Die nächste grössere Tierklinik erreichst du über den Julierpass in Richtung Chur oder über den Malojapass in Richtung Mailand — prüfe im Voraus, welche Route winterlich befahrbar ist. Der Tiergesundheitsdienst Graubünden liefert dir aktuelle Informationen zu zugelassenen Tierärzten im Kanton: gr.ch – Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit.
Im Engadin ist es sinnvoll, das Notfallkonzept deiner Unterkunft zu erfragen — Hotels kennen oft die lokalen Anlaufstellen und können im Ernstfall schnell vermitteln. Wer regelmässig mit dem Hund in der Region unterwegs ist, legt sich am besten eine Tier-Krankenversicherung zu, die auch Unfälle im alpinen Gelände abdeckt.
Hundeschulen und Training in der Region
Das Angebot an Hundeschulen direkt in St. Moritz ist überschaubar — das Engadin ist kein städtischer Ballungsraum. Welpenkurse, Agility und Gehorsamkeitstraining bieten Schulen in den Nachbargemeinden wie Samedan, Pontresina oder Silvaplana an. Eine Fahrt von zehn bis zwanzig Minuten ist in der Region normal und lohnt sich.
Für Hunde, die zum ersten Mal ins Hochgebirge kommen, ist ein Geländetraining besonders wertvoll. Felsige Untergründe, Schneefelder und unbekannte Tiergerüche fordern selbst erfahrene Hunde heraus. Frag beim lokalen Tourismusbüro oder in deiner Unterkunft nach Empfehlungen — die Mundpropaganda funktioniert im Engadin zuverlässig.
Wer längere Zeit in der Region lebt, findet über den Schweizer Kynologischen Verband (SKG) anerkannte Hundeschulen in Graubünden. Der SKG führt eine öffentlich zugängliche Liste regionaler Mitgliedsvereine. Achte beim Training in der Höhe darauf, dass neue Hunde Zeit zur Akklimatisierung brauchen — reduziere in den ersten Tagen Intensität und Dauer der Übungseinheiten.
Auslaufzonen und hundefreundliche Flächen
St. Moritz liegt inmitten einer Landschaft, die auf den ersten Blick wie ein einziger Freilauf wirkt — doch Schutzgebiete, Wildtierschutzzonen und saisonale Sperrzonen schränken den freien Auslauf deutlich ein. Das Engadin beherbergt empfindliche Ökosysteme; zahlreiche Flächen rund um den Silsersee, Silvaplanersee und Malojesee unterliegen Regelungen, die den Auslauf ohne Leine einschränken oder ganz untersagen.
Spezielle eingezäunte Hundeauslaufflächen sind in St. Moritz selbst nicht in grosser Zahl vorhanden — die Gemeinde hat dafür grosszügige Wege und Uferbereiche, die (ausserhalb von Schutzgebieten und je nach Saison) als Auslaufzone genutzt werden können. Informiere dich vor jedem Ausflug direkt bei der Gemeindeverwaltung St. Moritz, welche Bereiche aktuell zugänglich sind: gemeinde.st-moritz.ch.
Der Lej da Staz — ein kleiner Waldsee östlich des Ortskerns — ist bei Hunden und Haltern beliebt. Die Wege rund um den See sind gut begeh- und befahrbar, und der Wald bietet Schatten im Sommer wie Windschutz im Herbst. Überprüfe jedoch stets die aktuelle Beschilderung vor Ort, da sich Regelungen saisonal ändern können.
Pensionen, Betreuung und hundefreundliche Unterkünfte
St. Moritz ist ein Luxusziel — und das schlägt sich auch bei der Hundebetreuung nieder. Viele Fünfsternehotels nehmen Hunde auf, oft gegen eine Zusatzgebühr und mit eigenen Regeln (Leine im Gebäude, keine Hunde im Restaurant). Lies die Buchungsbedingungen genau, bevor du reservierst.
Hundepensionen im eigentlichen Sinne findest du eher in den umliegenden Gemeinden als direkt in St. Moritz. Samedan und Pontresina bieten etwas mehr Alltagsinfrastruktur und sind in wenigen Minuten erreichbar. Für mehrtägige Betreuung lohnt es sich, frühzeitig zu buchen — besonders in der Hochsaison (Weihnachten, Februar, Juli/August) sind Kapazitäten schnell ausgeschöpft.
Wer seinen Hund tagsüber betreuen lassen möchte, fragt am besten über lokale Netzwerke und Aushänge im Dorf oder über die Touristeninformation nach privaten Sitterinnen und Sittern. Plattformen für Hundesitting sind auch in der Schweiz aktiv, aber die Verfügbarkeit in einer kleinen Bergortschaft wie St. Moritz ist begrenzter als in der Stadt. Plane die Betreuung frühzeitig ein — das gilt besonders für spontane Aktivitäten, bei denen Hunde nicht zugelassen sind.
Saisonal in St. Moritz
Das Engadin hat vier ausgeprägte Jahreszeiten, und jede stellt Hunde und Halter vor andere Herausforderungen. Die Höhenlage verstärkt klimatische Extreme — was im Tal noch harmlos klingt, kann auf fast 1800 Metern deutlich spürbarer werden. Wer die Saisons kennt, erlebt St. Moritz mit Hund auf dem besten Niveau.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Hochgebirge
Der Frühling kommt im Engadin spät. Während im Mittelland schon die Kirschbäume blühen, liegt rund um St. Moritz oft noch Schnee — manchmal bis in den Mai hinein. Wenn der Schnee dann schmilzt, erwacht die Tierwelt auf einen Schlag: Rehe setzen ihre Kälber, Vögel brüten in Bodennähe, und Gämsen ziehen mit Jungen über die Hänge.
In dieser Phase ist Leinenpflicht in Wald und Flur besonders ernst zu nehmen. Viele Kantone und Gemeinden verschärfen die Regeln während der Brut- und Setzzeit zwischen April und Juni zusätzlich. Im Kanton Graubünden gelten spezifische Vorschriften zum Schutz von Wild- und Weidetieren — informiere dich direkt beim Amt für Jagd und Fischerei Graubünden: ajf.gr.ch.
Weideschutz ist im Frühling ein weiteres Thema: Schafe und Rinder werden auf die Alpweiden getrieben, sobald die Schneeschmelze es erlaubt. Ein Hund, der Schafe aufscheucht, kann ernste rechtliche Konsequenzen für den Halter haben. Halte deinen Hund in der Nähe von Weiden stets an der Leine und reagiere auf Hinweisschilder der Bewirtschafter sofort.
Der Frühling im Engadin ist dennoch eine der schönsten Wanderperioden: wenig Touristenmassen, frisches Grün, klare Luft. Nutze die breiten Talwege und halte dich von Steilhängen fern, wo Lawinen- und Steinschlaggefahr nach dem Winter noch erhöht sein kann. Wege können nach der Schneeschmelze rutschig und aufgeweicht sein — auch das ist für Hunde und Halter ein Sicherheitspunkt.
Sommer: Hitze, Höhe und Wasser
Der Sommer in St. Moritz ist kurz und intensiv. Die Temperaturen steigen selten über 25 Grad, was für Hunde grundsätzlich angenehmer ist als das Schweizer Mittelland. Doch die UV-Strahlung auf fast 1800 Metern ist deutlich höher als im Tal — das betrifft auch Hunde mit heller Haut an Nase und Ohren.
Die Seen im Engadin — Silsersee, Silvaplanersee, St. Moritzersee — sind verlockend. Ob und wo Hunde ins Wasser dürfen, ist von See zu See und von Abschnitt zu Abschnitt unterschiedlich geregelt. Prüfe die Beschilderung am Seeufer, bevor du deinen Hund ins Wasser lässt — Badezonen für Menschen sind in der Regel für Hunde gesperrt. Naturufer ausserhalb der Badezonen sind oft zugänglicher, aber auch das ist saisonal und lokal unterschiedlich.
Gewitterstürme entwickeln sich im Engadin schnell und ohne viel Vorwarnung — besonders am Nachmittag. Hunde reagieren auf Donner und Blitze sehr unterschiedlich; manche geraten in Panik. Plane Wanderungen in der frühen Tagesstunde und kehre vor dem Mittag auf tieferes Gelände zurück. Auf exponierten Graten und Gipfeln bist du mit Hund bei aufziehendem Gewitter besonders gefährdet.
Hochalpine Wanderwege können steinig und felsig sein — Hundepfoten leiden auf scharfem Fels. Schau regelmässig nach den Pfoten deines Hundes und mache bei längeren Touren Pausen in schattigen Abschnitten. Wasser ist auf den meisten Engadiner Wegen vorhanden, aber trage im Zweifel immer eine eigene Flasche mit.
Herbst: Brunftzeit und goldenes Licht
Der Herbst gehört zu den eindrücklichsten Jahreszeiten im Engadin. Die Lärchenwälder färben sich goldgelb, die Touristenströme ebben ab, und die Luft riecht nach Pilzen und feuchter Erde. Für Hunde ist der Herbst eine sensorische Hochsaison — jeder Schritt birgt neue Gerüche.
Gleichzeitig beginnt die Brunftzeit des Rotwildes, typischerweise von September bis Oktober. Hirsche sind in dieser Phase aggressiver und reagieren auf Störungen empfindlicher. Hunde, die unkontrolliert in Wildgehege oder Waldränder laufen, können Hirsche aufscheuchen und sich selbst in Gefahr bringen. Leinenpflicht im Wald ist im Herbst noch wichtiger als sonst — halte dich an die Vorgaben und die Beschilderung der Jagdbehörden.
Die Jagdsaison beginnt im Engadin im September. In bestimmten Gebieten ist das Betreten der Wälder für Hunde und Halter zeitweise eingeschränkt oder gesperrt. Die aktuellen Jagdzeiten und Sperrgebiete findest du beim Amt für Jagd und Fischerei Graubünden. Ignoriere diese Regelungen nicht — für freilaufende Hunde im Jagdgebiet kann es ernste Konsequenzen geben.
Der erste Schnee fällt im Engadin oft schon im Oktober. Bereite dich auf schnell wechselnde Wetterbedingungen vor: Morgens Sonne, nachmittags Schnee — das ist im Herbst normal. Kürze Touren ein, wenn der Wetterbericht unsicher ist, und prüfe nach jedem Ausflug die Pfoten deines Hundes auf Schneeballbildung zwischen den Ballen.
Winter: Schnee, Eis und alpine Sicherheit
St. Moritz ist eine der bekanntesten Winterdestinationen der Alpen — und der Winter dauert hier lange. Von November bis April liegt Schnee, die Temperaturen sinken regelmässig unter minus zehn Grad. Für Hunde ist das ein besonderes Abenteuer, aber auch eine ernst zu nehmende Herausforderung.
Schneeschuhe und Winterpfotenpflege gehören zusammen. Streusalz auf Gehwegen und Strassen greift die Pfoten an — in St. Moritz wird wie in vielen Bergorten im Winter gestreut. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Spaziergang in der Ortschaft. Pfotenschutzwachs oder spezielle Hundeschuhe sind für häufige Wintergänger eine sinnvolle Investition.
Präparierte Loipen, Skipisten und Rodelbahnen haben in der Regel klare Regeln für Hunde — meist sind sie gesperrt. Das gilt auch für viele Winterwanderwege in Pistenähe. Halte dich an ausgewiesene hundefreundliche Wege und informiere dich beim Bergbahnbetreiber Engadin St. Moritz Mountains über aktuelle Vorschriften. Das Betreten von Pisten mit Hund ist gefährlich und in den meisten Fällen verboten.
Für Winterwanderungen abseits der Ortschaft gilt: Lawinen- und Kälteschutz sind keine Übertreibung. Hunde verlieren bei extremer Kälte schneller Körperwärme als in tieferen Lagen — kurzhaarige Rassen und kleine Hunde brauchen einen Hundemantel. Geh nie allein auf ungesicherte Winterwege und sage jemandem, wohin du gehst. Der Lawinenwarndienst des SLF gibt täglich aktuelle Gefahrenstufen aus — nutze ihn konsequent: slf.ch.
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