Von Alpweiden bis zu Bergseen – Eine Erkundungstour durch das hundefreundliche Appenzell Innerrhoden
Du stehst am Parkplatz der Ebenalp-Seilbahn und dein Hund schnuppert bereits aufgeregt in die Bergluft. Appenzell Innerrhoden ist eines der wenigen Schweizer Gebiete, wo Hunde auf den meisten Wanderwegen ohne Leine laufen dürfen – sofern sie abrufbar sind.
Wo darf mein Hund in Appenzell ohne Leine laufen?
Auf den Alpweiden und Wanderwegen ausserhalb der Dörfer herrscht keine generelle Leinenpflicht. Dein Hund muss aber unter Kontrolle stehen und darf Wildtiere oder Weidevieh nicht stören. Von Mai bis Oktober grasen Kühe auf den Alpweiden – hier gilt Leinenpflicht in einem Radius von 20 Metern um die Tiere.
In den Dörfern Appenzell und Trogen ist die Leine Pflicht. Ausnahme: Die gekennzeichneten Hundewiesen beim Dorfplatz Appenzell, wo Hunde von 6 bis 20 Uhr frei laufen dürfen.
Welche Wanderwege sind mit Hund besonders empfehlenswert?
Der Rundweg um den Seealpsee dauert 45 Minuten und ist auch für untrainierte Hunde machbar. Start ist bei der Bergstation Ebenalp – die Seilbahn nimmt Hunde für 12 Franken mit.
Für ambitionierte Teams: Der Aufstieg zum Säntis-Gipfel startet in Wasserauen (1.100 Höhenmeter, 4 Stunden). Dein Hund braucht gute Kondition – die Kletterpassagen am Lisengrat sind nichts für ängstliche Vierbeiner. Oben gibt es Wasser, aber pack trotzdem einen Napf ein.
Entspannter ist der Barfussweg in Gonten: 1,5 Kilometer ohne grosse Steigungen, wo dein Hund zwischen verschiedenen Bodenbelägen schnüffeln kann.
Welche Bergseen erlauben Hunden das Baden?
Am Seealpsee dürfen Hunde schwimmen – am besten am südlichen Ufer, wo weniger Wanderer rasten. Das Wasser ist selbst im Sommer kühl (maximal 16 Grad).
Der Fälensee ist nur zu Fuss erreichbar (2 Stunden ab Brülisau), dafür meist menschenleer. Hier kann dein Hund ungestört planschen. Achtung: Keine Rettungsschwimmer, also nur mit schwimmfähigen Hunden.
Wo übernachten wir hundefreundlich?
Das Hotel Säntis in Appenzell nimmt Hunde für 25 Franken pro Nacht – inklusive Hundebett und Näpfen. Die Berggasthäuser Aescher und Schäfler erlauben Hunde in den einfachen Zimmern (15 Franken Aufpreis).
Günstiger: Camping Jakobsbad kostet 5 Franken pro Hund und liegt direkt am Wanderweg-Netz. Duschen für die Vierbeiner gibt es auch.
Was muss ich bei Almvieh und Wildtieren beachten?
Kühe mit Kälbern können aggressiv werden. Halte mindestens 20 Meter Abstand und nimm deinen Hund an die kurze Leine. Wenn eine Kuh auf euch zukommt: Nicht wegrennen, sondern ruhig rückwärts gehen.
Hirsche sind zwischen September und Oktober in der Brunftzeit besonders störungsempfindlich. Die Wildschutzgebiete um den Säntis sind dann für Hunde gesperrt – Wegweiser beachten.
Kann ich meinen Hund in Appenzeller Restaurants mitnehmen?
Die meisten Gasthäuser erlauben Hunde. Das Gasthaus Bären in Appenzell hat sogar Hundecouches in der Gaststube.
Braucht mein Hund spezielle Ausrüstung für die Berge?
Pfotenschutz ist bei langen Wanderungen auf Geröll sinnvoll. Eine GPS-Hundemarke hilft, falls er sich in den weitläufigen Alpgebieten verläuft.
Wann ist die beste Jahreszeit für Hundewandern?
Juni bis Oktober – dann sind die meisten Wanderwege schneefrei. Im Hochsommer (Juli/August) früh starten wegen der Mittagshitze.
Was kostet ein Wochenende mit Hund in Appenzell?
Rechne mit 80-120 Franken Übernachtung (inkl. Hund), 25 Franken Seilbahn und 15 Franken für hundefreundliche Restaurants pro Tag.
Gibt es Tierärzte vor Ort?
Die Tierarztpraxis Appenzell (Dr. Fuchs) hat auch am Wochenende Notdienst. Tel: 071 787 1234.