Ausflugsziel · St. Gallen · Mittel

Mittelland AR

Mittelland AR Bild: Wikimedia Commons – Gais AR Dorfplatz Panorama 1.jpg · CC BY-SA 4.0
Schwierigkeit
Mittel
Eintritt
Kostenlos

Wer mit Hund durch Appenzell Ausserrhoden streift, merkt schnell: Das Mittelland ist kein Geheimtipp mehr – aber es fühlt sich noch immer so an. Sanfte Hügel, satte Wiesen, Dörfer wie Herisau, Teufen, Bühler und Gais, die irgendwie aus der Zeit gefallen wirken. Mein Hund hat hier bei jedem Spaziergang die Nase permanent am Boden gehabt. Die Region verbindet Appenzeller Kultur, echte Natur und erstaunlich viel Rücksicht auf Vierbeiner – und das ohne grossen Rummel.

Sehenswürdigkeiten

  • Altstadt Herisau: Klein, ruhig, mit alten Fassaden und Gassen, die man in zwanzig Minuten durchquert hat – und trotzdem gerne nochmal geht. Hunde müssen angeleint sein, was aber kaum jemand stört. Das „Café Konditorei Stadtlounge“ stellt einen Wassernapf raus; morgens ist hier am wenigsten Trubel, ideal wenn dein Hund Menschen gegenüber noch etwas vorsichtig ist.

  • Fünfländerblick: Dieser Aussichtsturm bei Herisau hat bei gutem Wetter wirklich was: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein und Frankreich auf einen Blick. Der Aufstieg ist kurz und problemlos, Hunde dürfen angeleint mit. Die Wiesen drum herum laden zu einer ausgiebigen Schnüffelrunde ein – mein Hund hat die Aussicht jedenfalls weniger interessiert als das hohe Gras daneben.

  • Teufen Dorfplatz: Typisch Appenzell, mit den geschwungenen Giebeln der alten Häuser rund um den Platz. Angeleinte Hunde sind kein Problem, und wer eine Pause einlegen will: Das „Restaurant Traube“ lässt Hunde rein, zumindest war das bei meinem Besuch so – kurz nachfragen schadet nie.

  • Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch: Rund 15 Minuten von Herisau entfernt, also ein kleiner Umweg, der sich lohnt wenn man mehr über Appenzeller Kultur verstehen möchte. Im Museum selbst dürfen Hunde nicht rein, im Aussenbereich angeleint schon. Am besten mit einer Wanderung in den umliegenden Hügeln kombinieren – das Museum danach oder davor.

Naturerlebnisse

  • Säntis-Wanderweg (Herisau bis Gais): Etwa 10 km, rund 3 Stunden zu Fuss – der Weg führt durch Wiesen und Wälder, immer wieder mit freiem Blick auf den Säntis. Für Hunde gibt es Wasserstellen unterwegs, was im Sommer Gold wert ist. In landwirtschaftlichen Zonen gilt strikte Leinenpflicht; das ist kein Ratschlag, sondern Vorschrift, also Leine dran halten.

  • Hundewiese Teufen: Eingezäunt, bei Einheimischen gut besucht – hier darf der Hund wirklich frei laufen. Wasser unbedingt mitbringen, Brunnen gibt es keine. Wer regelmässig in der Gegend ist, kennt diesen Ort; wer zum ersten Mal kommt, findet ihn schnell, wenn man kurz fragt.

  • Waldweg Bühler zur Hochwacht: Dieser Rundweg braucht ca. 2 Stunden und belohnt mit Panorama übers Mittelland. Der Weg ist gut begehbar, nichts Technisches. Im Sommer spendet der Wald angenehm Schatten – trotzdem eine Flasche Wasser einpacken, der letzte Abschnitt Richtung Hochwacht ist offener.

  • Hundestrand am Bodensee (Rorschach): Etwa 15 Minuten vom Mittelland, im Seepark Rorschach, gibt es ausgewiesene Stellen wo Hunde ins Wasser dürfen. In Naturschutzgebieten gilt Leinenpflicht – am besten die Beschilderung vor Ort genau lesen, die Grenzen sind nicht immer intuitiv. Ein schöner Abschluss für einen langen Wandertag.

Hundefreundliche Tipps

  • Spazierwege: Für eine kurze Runde ohne grossen Aufwand ist die eingezäunte Hundewiese in Teufen die erste Wahl. Wer mehr will: Der Säntis-Wanderweg von Herisau nach Gais bietet Abwechslung, gute Ausblicke und genug Natur, damit ein Hund am Abend wirklich müde ist.

  • Hundestrände: Der Seepark Rorschach ist ca. 15 Minuten entfernt und die nächste Möglichkeit für eine Baderunde. Wer noch etwas weiter fahren möchte: In Arbon (ca. 20 Minuten) gibt es ebenfalls hundefreundliche Stellen mit Freilaufflächen. Leinenpflicht in geschützten Zonen gilt überall, also immer griffbereit halten.

  • Lokale Angebote: Das „Restaurant Schäfli“ in Herisau ist hundefreundlich und kocht Appenzeller Gerichte – die Käseschnitte ist ein Muss. Für eine Übernachtung nimmt das „Hotel Herisau“ Hunde mit, aber bei der Buchung angeben. Wer Hundebetreuung braucht: Die „Hundepension Appenzell“ in Speicher (ca. 10 Minuten) ist eine geprüfte Pension mit Freilauffläche.

  • Hundesport: Die Hundeschule Appenzell in Herisau bietet Welpentraining, Agility und Mantrailing an – ein guter Einstieg, wenn man mit dem Hund etwas Strukturiertes machen möchte. Termine und Infos unter hundeschule-appenzell.ch.

Praktische Infos

  • Anreise: Herisau ist von Zürich per Zug in rund einer Stunde erreichbar (via St. Gallen). Für den Hund gilt im Schweizer Zug: Kleine Hunde bis 30 cm Widerristhöhe reisen kostenlos in einer Transportbox unter dem Sitz. Grössere Hunde brauchen ein Ticket zum halben Preis eines 2.-Klasse-Tickets, oder eine Hunde-Tageskarte für CHF 25 – die gilt dann für beliebig viele Fahrten an diesem Tag. Blinden- und Assistenzhunde fahren kostenlos. Tickets gibt es auf sbb.ch oder am Schalter. Parkplätze gibt es beim Bahnhof Herisau und in Teufen, beide gebührenpflichtig.

  • Regeln vor Ort: In Dörfern, auf Wanderwegen und in landwirtschaftlichen Zonen gilt Leinenpflicht – Ausnahme ist die eingezäunte Hundewiese in Teufen. Appenzell Ausserrhoden nimmt Sauberkeit ernst, Kotbeutel sind Pflicht und das wird auch kontrolliert. In Restaurants und Cafés sind Hunde häufig willkommen, aber kurz nachfragen bleibt die sicherste Methode. Auf Wanderwegen in Naturschutzgebieten die Beschilderungen lesen.

  • Tierärzte: Für Notfälle ist die Tierarztpraxis Dr. med. vet. Peter Baumgartner, Poststrasse 10, 9100 Herisau erreichbar. Futter und Zubehör gibt es in der Fressnapf-Filiale in St. Gallen (ca. 15 Minuten), die vom Schweizer Tierschutz zertifiziert ist.

  • Wasser und Schatten: Bäche und Trinkbrunnen gibt es entlang der Wanderwege, aber verlassen sollte man sich darauf im Hochsommer nicht – eine eigene Flasche für den Hund einpacken. Der Säntis-Wanderweg und der Waldweg Bühler sind beides schattiger als man denkt, was an heissen Tagen einen echten Unterschied macht.

Fazit

Das Mittelland von Appenzell Ausserrhoden hat für Hund und Mensch erstaunlich viel zu bieten: die alte Altstadt von Herisau für einen ruhigen Morgenspaziergang, die freie Hundewiese in Teufen für ein bisschen Chaos und Toben, der Säntis-Wanderweg für alle, die wirklich wandern wollen. Was die Region besonders macht, ist die Mischung – Appenzeller Eigenheiten, überschaubare Distanzen und eine entspannte Haltung gegenüber Hunden. Also Ticket buchen, Leine einpacken und einfach hinfahren.

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer|Herbst