Mit dem Hund in Grindelwald

Kanton Bern Bezirk Interlaken-Oberhasli 3.930 Einw. 1034 m ü.M. PLZ 3818

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Leinenpflicht im WaldDetails ↓
Hund anmeldenAMICUS ↓

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Anreise mit Hund

ÖV mit Hund

TarifverbundGrindelwald gehoert zum Tarifverbund Libero (Kantone Bern und Solothurn); der fruehere Tarifverbund Berner Oberland wurde 2019 in Libero integriert (Berner Oberland-Bahnen und Grindelwald Bus).

Kleine Hunde bis 30 cm Schulterhoehe reisen in einem geschlossenen Behaelter (Tasche, Korb) gratis wie Handgepaeck.

Groessere Hunde brauchen ein eigenes Billett: halber Preis 2. Klasse, alternativ Hunde-Tageskarte oder Hunde-Pass.

Unterwegs

Wegegut vernetzt
Wasserstellenvorhanden

Fachleute im Umkreis

Tierärzte, Trainer und Betreuung in und um Grindelwald.

Umkreis
Alle auf der grossen Karte

Hintergrund zur Region

Grindelwald liegt im Berner Oberland, eingebettet zwischen Eiger, Mönch und Jungfrau — eine Kulisse, die selbst abgebrühte Bergwanderer sprachlos macht. Das Dorf auf rund 1000 Metern über Meer ist kein Geheimtipp, aber für Hundehaltende ein echter Treffer: Weitläufige Alpweiden, rauschende Bäche und gut markierte Wege laden zum Entschleunigen ein. Wer hier mit Hund anreist, spürt sofort, dass das Tier kein Anhängsel ist, sondern ein selbstverständlicher Teil des Bergalltags.

Der Duft von frisch gemähtem Alpgras, das Klingeln der Kuhglocken in der Ferne, kühle Morgenluft über dem Grindelwaldgletscher — all das gehört zum Erlebnis, das du mit deinem Hund teilst. Das Dorf selbst ist überschaubar, die Infrastruktur auf Besucher ausgerichtet, und viele Gastbetriebe sind Berghunden gegenüber aufgeschlossen. Dennoch gilt: Grindelwald ist ein Tourismusdorf mit klaren Regeln, Schutzzonen und saisonalen Einschränkungen, die du kennen solltest, bevor du losläufst.

Ob du für einen Tagesausflug heraufkommst oder gleich eine ganze Woche bleibst — Grindelwald belohnt Vorbereitung. Die Wege sind oft steil, die Höhe zehrt an Mensch und Tier, und nicht jede Gondel akzeptiert Hunde gleich problemlos. Wer das im Hinterkopf behält, erlebt mit seinem Hund eines der schönsten Bergdörfer der Schweiz in vollen Zügen.

Tagesausflüge mit Hund in Grindelwald

Kaum irgendwo sonst stehst du so schnell inmitten echter Bergwelt — die Trailoptionen beginnen direkt im Dorf. Schmale Pfade führen aus dem Ortskern heraus auf Höhenwege, vorbei an Alphütten und über sanfte Geländestufen bis auf über 2000 Meter. Für Tagesausflüge empfiehlt es sich, früh zu starten, genug Wasser mitzunehmen und den Wetterbericht ernstzunehmen — Grindelwald kann bei Gewittern schnell ungemütlich werden.

Gletscherschlucht und Unterer Grindelwaldgletscher

Die Gletscherschlucht südöstlich des Dorfs gehört zu den beeindruckendsten Naturphänomenen im Berner Oberland. Türkisblaues Schmelzwasser hat sich tief in den Kalkfels gefräst, und der Weg durch die Schlucht führt über Stege und Brücken, die eng an der Felswand kleben. Für Hunde ist die Schlucht ein intensives Sinneserlebnis: Wassergischt, enge Passagen und der Hall des Wassers fordern Nerven und Gehorsam. Prüfe vor dem Besuch, ob Hunde aktuell zugelassen sind und ob Leinenpflicht gilt — die Bedingungen können sich je nach Saison und Betreiber ändern; aktuelle Informationen findest du auf der offiziellen Website von Grindelwald Tourismus.

Unterhalb der Schlucht kannst du auf einem gut ausgebauten Wanderweg weiter in Richtung Pfingstegg aufsteigen. Der Weg ist abwechslungsreich und bietet immer wieder freie Sicht auf die Eigernordwand. Hunde mit gutem Grundgehorsam geniessen die Strecke erfahrungsgemäss sehr — die Geruchsvielfalt in dieser Zone ist enorm.

Bachalpsee und Faulhorn-Weg

Der Bachalpsee auf 2265 Metern ist eines der meistfotografierten Ziele im Grindelwald-Gebiet — und das zurecht. Die Bergsilhouette spiegelt sich im stillen Wasser, und der Weg hinauf ab der Bergstation First ist auch für ältere oder kleinere Hunde gut machbar. Start ist die Gondelbahn First; prüfe vorab beim Betreiber, ob Hunde in der Gondel mitfahren dürfen und welche Bedingungen gelten. Der Weg vom Sees zum Faulhorn ist für trittsichere Hunde und fitte Halter eine der lohnendsten Hochalpinrouten im Kanton Bern.

Am See selbst ist die Frequenz an Wanderern hoch — besonders in der Hauptsaison. Hunde sollten hier zuverlässig bei dir bleiben, da Wildtiere in der unmittelbaren Umgebung keine Seltenheit sind. Die Brut- und Setzzeit im Frühjahr bringt zusätzliche Schutzmassnahmen mit sich; halte dich an die aufgestellten Hinweistafeln und bleibe auf den markierten Wegen.

Grindelwald Grund und Lütschine-Ufer

Im Talboden des Dorfs fliesst die Schwarze Lütschine durch eine breite Schotterrinne — und genau hier findest du eine der entspanntesten Hundeauslauf-Möglichkeiten im Ort. Der Bereich rund um Grindelwald Grund, die untere Talstation, bietet flaches Gelände und einen naturbelassenen Flusslauf, der an heissen Tagen zur Erfrischung einlädt. Der Schotter ist grob, das Wasser klar und kühl, und abseits des Hauptwegs gibt es ruhige Ecken, wo dein Hund sich austoben kann.

Beachte dabei: Die Lütschine führt je nach Jahreszeit und Witterung sehr schnell und kalt. Lass deinen Hund nur an sicheren, flachen Stellen ins Wasser — Strömungen können täuschend sein. Entlang des Uferwegs verbinden sich kurze Spaziergänge mit Blicken auf die umliegenden Bergketten; die Strecke ist ideal für entspannte Morgen- oder Abendrunden.

Männlichen und Kleine Scheidegg — Panoramaweg

Der Panoramaweg vom Männlichen zur Kleinen Scheidegg gilt als einer der schönsten Höhenwege der Schweiz — und er ist tatsächlich auch mit Hund begehbar. Der Weg verläuft grösstenteils auf breitem Gelände, ist gut beschildert und bietet einen ungestörten Blick auf die gesamte Jungfraugruppe. Hinauf gelangst du mit der Gondel Grindelwald–Männlichen; informiere dich beim Betreiber vorab über die Mitnahmeregeln für Hunde.

Auf dem Weg begegnest du Schafen, Ziegen und mitunter auch Rinderherden — Hunde an der Leine sind hier ein Gebot der Vernunft und der Rücksicht. Die Kleine Scheidegg ist gut frequentiert, bietet aber auch ruhigere Abschnitte, wenn du früh startest. Der Abstieg nach Grindelwald zu Fuss ist lang, aber gut machbar; wer die Zugverbindung zurück nimmt, sollte Hunde im Zug grundsätzlich an der Leine führen und eine Maulkorbpflicht im Blick haben — dazu mehr im Regelabschnitt.

Hund und lokale Regeln in Grindelwald

Alpines Terrain, viel Weidetierhaltung und ein hoher Tourismusandrang — das ergibt einen Regelrahmen, den du als Hundehaltende ernst nehmen solltest. Grindelwald gehört zur Gemeinde Grindelwald im Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli, und die einschlägigen Vorschriften stützen sich auf kantonales Recht (Kanton Bern) sowie kommunale Verordnungen. Wer informiert ist, vermeidet Ärger — und schützt gleichzeitig Weidevieh, Wildtiere und andere Erholungssuchende.

Leinenpflicht: Was gilt wo?

Im Kanton Bern gilt eine generelle Leinenpflicht auf öffentlichen Strassen, Plätzen und in bestimmten Naturschutzgebieten. In Grindelwald betrifft das den Ortskern, die Haltestellen und alle ausgewiesenen Schutzzonen. Ausserhalb des Siedlungsgebiets — auf freiem Alpgelände — kannst du deinen Hund unter Umständen frei laufen lassen, sofern er zuverlässig abrufbar ist und keine Weidetiere in der Nähe sind.

Die entscheidende Einschränkung: Sobald du Weideflächen mit Tieren passierst, muss der Hund an die Leine — ohne Ausnahme. Das ist nicht nur eine Verordnungsfrage, sondern auch eine Sicherheitsfrage für deinen Hund: Muttertiere, besonders Kühe mit Kälbern, reagieren auf frei laufende Hunde teils sehr aggressiv. Prüfe die aktuellen lokalen Vorschriften direkt beim Kantonspolizei Bern oder über die Gemeindeverwaltung Grindelwald; Regeln können sich ändern und saisonale Schutzgebietsausweisungen kommen hinzu.

In Waldgebieten gilt im Kanton Bern ausserdem eine erweiterte Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit (typischerweise April bis Juli). Auch ausserhalb dieser Zeit sind Hunde in der Nähe von Wildtieren oder Wegen durch Schutzwälder an der Leine zu führen. Hinweistafeln am Wegesrand geben Aufschluss; halte dich im Zweifel immer an das, was die Schilder vor Ort sagen.

Anmeldung und Hundeabgabe

Wer in der Gemeinde Grindelwald Wohnsitz nimmt und einen Hund hält, ist verpflichtet, diesen bei der Gemeindeverwaltung anzumelden. Die Schweiz führt ausserdem eine nationale Hundedatenbank (AMICUS), in der alle Hunde registriert sein müssen. Die Microchip-Pflicht besteht für alle Hunde; ergänzend dazu ist eine Haftpflichtversicherung für Hunde im Kanton Bern gesetzlich vorgeschrieben.

Die Gemeinde erhebt eine Hundeabgabe — die genaue Höhe richtet sich nach der aktuellen kommunalen Verordnung. Informiere dich direkt bei der Gemeindeverwaltung Grindelwald über die aktuellen Tarife und Modalitäten; es wäre falsch, hier konkrete Beträge zu nennen, da diese Verordnungen regelmässig angepasst werden. Als Tagesgast musst du deinen Hund nicht ummelden, solltest aber die Hundesteuermarke oder die Versicherungsbestätigung mitführen können, wenn du in der Schweiz wohnhaft bist.

Öffentlicher Verkehr und Bergbahnen

Mit dem Zug nach Grindelwald zu fahren ist komfortabel — die Berner Oberland-Bahn (BOB) und die Wengernalpbahn (WAB) verkehren regelmässig ins Dorf. Im öffentlichen Verkehr der Schweiz dürfen Hunde grundsätzlich mitgenommen werden, sofern sie angeleint sind; eine generelle Maulkorbpflicht besteht nicht. Kleine Hunde im geschlossenen Transportbehälter fahren gratis, grössere Hunde brauchen ein ermässigtes Billett (halber Preis 2. Klasse) oder eine Hunde-Tageskarte; die genauen Regeln variieren je nach Transportunternehmen, also prüfe sie vorab beim jeweiligen Betreiber oder auf der SBB-Website.

Bei den Bergbahnen — First Gondelbahn, Gondelbahn Männlichen, Pfingstegg — ist die Mitnahme von Hunden in der Regel möglich, aber an Bedingungen geknüpft. Oft sind Hunde im Transportbehälter oder angeleint zugelassen; manchmal ist ein Maulkorb vorgeschrieben. Da sich die Regelungen je nach Betreiber und Saison unterscheiden können, kontaktiere die jeweilige Bahn direkt vor deiner Reise — eine Enttäuschung am Eingang der Gondel sparst du dir so leicht.

Restaurants und Cafés in Grindelwald sind Hunden gegenüber unterschiedlich aufgestellt. Auf der Terrasse ist der Hund in vielen Betrieben willkommen; im Innenbereich gilt das weniger selbstverständlich. Frag beim Eintreten kurz nach — die meisten Betriebe kommunizieren ihre Politik freundlich und klar. Wasserschalen für Hunde sind in gut frequentierten Bergrestaurants oft vorhanden, aber nicht überall Standard.

Listenhunde und Kotentsorgung

Im Kanton Bern existiert kein generelles Verbot für bestimmte Rassen (kein kantonales Rasselistengesetz im engeren Sinne), aber es gelten Bundesnormen sowie besondere Anforderungen für das Halten von Hunden, die als potenziell gefährlich eingestuft werden. Wer einen Hund einer Rasse hält, für die besondere Auflagen gelten können, sollte die aktuelle Rechtslage beim zuständigen kantonalen Veterinäramt klären. Das Amt für Veterinärwesen des Kantons Bern gibt Auskunft über geltende Anforderungen, Bewilligungspflichten und allfällige Einschränkungen für bestimmte Hunde.

Zur Kotentsorgung: Im Ortskern von Grindelwald gibt es Hundetoiletten und Kotbeutelspender — nutze sie konsequent. Auf Wanderwegen und Alpweiden entsorge Kotbeutel nicht in der Natur, sondern nimm sie bis zum nächsten Abfallbehälter mit. Das ist nicht nur eine Frage des guten Benehmens, sondern auch des Tierschutzes: Hundekot auf Weideflächen kann für Nutztiere gefährlich sein (u.a. Neosporose bei Rindern). Ein schlichtes Mitbringen eines Reservebeutels auf jede Wanderung kostet nichts und vermeidet jede unangenehme Situation.

Praktisches vor Ort in Grindelwald

Grindelwald liegt abgeschieden im Berner Oberland — wer hier mit Hund unterwegs ist, tut gut daran, sich vorab um Tierarzt, Betreuung und Auslaufmöglichkeiten zu kümmern. Die Infrastruktur im Dorf ist überschaubar, aber vorhanden. Mit etwas Planung läuft der Alltag mit Hund auch im Hochgebirge rund.

Tierärztliche Versorgung und Notfälle

Im Dorf selbst ist die tierärztliche Versorgung begrenzt. Für Routinebehandlungen und kleinere Verletzungen gibt es vereinzelte Praxen im erweiterten Einzugsgebiet des Grindelwalds — prüfe die aktuelle Verfügbarkeit vor deiner Reise. Bei Notfällen ist die nächste grössere tierärztliche Klinik in Interlaken oder Thun erreichbar; die Fahrt dauert je nach Strassenlage zwischen 30 und 60 Minuten. Speichere die Nummer einer Notfallpraxis, bevor du ins Tal fährst — im Gebirge gibt es keine Zeit für lange Suchen.

  • Praxen im Raum Interlaken: über die kantonale Tierärzteliste des Kantons Bern auffindbar
  • Tierärztlicher Notfalldienst Kanton Bern: vol.be.ch — Veterinärdienst Kanton Bern
  • Im Berggebiet: auf Wunden an Pfoten, Überhitzung und Erschöpfung achten

Wanderst du auf höheren Routen, kann dein Hund auf scharfem Geröll oder Schneefeldern die Pfoten verletzen. Ein kleines Erste-Hilfe-Set für Hunde — Verbandsmaterial, Wundspray, Kühlpad — gehört in jeden Rucksack. Kenne ausserdem die Notrufnummer 144 (Sanität) und 117 (Polizei), falls du selbst in Not gerätst und deinen Hund nicht mehr versorgen kannst.

Hundeschulen und Training

Eine eigene Hundeschule direkt in Grindelwald existiert nach aktuellem Stand nicht. Ausgebildete Hundetrainer findest du im Raum Interlaken und im Berner Oberland; einige bieten auch Hausbesuche oder Beratungen für Feriengäste an. Wenn dein Hund zum ersten Mal in alpines Gelände kommt, lohnt sich eine kurze Einheit zur Sicherheit am Fels und im Schnee — nicht jeder Hund kennt Geröll, Brücken oder Seilbahnen. Erkundige dich über den offiziellen Tourismusdienst Grindelwald oder direkt beim Kanton nach lokalen Anbietern.

Für Einheimische, die ihren Hund dauerhaft in Grindelwald halten, ist das Grundgehorsam-Training besonders wichtig: Abruf und Rückruf funktionieren im Gebirge anders als im Flachland — Wildgeruch, Murmeltiere und Schafe lenken selbst gut erzogene Hunde ab. Ein solider Rückruf kann im Berggelände buchstäblich Leben retten. Der Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) listet geprüfte Trainer schweizweit.

Auslaufzonen und hundefreundliche Flächen

Grindelwald verfügt nicht über eingezäunte städtische Auslaufzonen wie grössere Schweizer Städte — die Natur selbst übernimmt diese Rolle. Ausserhalb der Schonzeiten und abseits von Schutzgebieten bieten Wiesen, Waldränder und Bachtäler viel Platz zum Toben, Schnüffeln und Rennen. Halte deinen Hund dabei stets im Sichtbereich; das Gelände kann unübersichtlich und steil werden. Welche Flächen tatsächlich für freilaufende Hunde geeignet sind, hängt von Jahreszeit, Wildschutz und Weidetierhaltung ab — informiere dich vor Ort oder bei der Gemeindeverwaltung Grindelwald.

Im Dorfkern selbst gilt es, Rücksicht auf Gäste und Einheimische zu nehmen. Spielende Kinder, Schulwege und Marktbereiche sind keine geeigneten Freilaufflächen. Für kontrolliertes Spielen eignen sich die Wiesen entlang der Schwarzen Lütschine im unteren Talbereich — dort ist der Untergrund weich, der Platz grosszügig und der Weg zum Wasser kurz. Prüfe dennoch, ob auf der jeweiligen Fläche aktuelle Einschränkungen gelten.

Pensionen, Betreuung und hundefreundliche Unterkünfte

Wer für einen Tagesausflug auf einen Gipfel möchte, auf dem Hunde nicht zugelassen sind, braucht eine zuverlässige Betreuungslösung vor Ort. Spezialisierte Hundetagesstätten gibt es in Grindelwald kaum; die nächsten Anbieter für Hundebetreuung und Pensionen findest du im Raum Interlaken. Frage bei deiner Unterkunft nach — einige Hotels und Ferienwohnungen im Ort vermitteln lokale Hundesitter oder haben selbst Erfahrung mit Gästehunden. Buchungsplattformen für hundefreundliche Unterkünfte in Grindelwald listen zunehmend Häuser, die Hunde ausdrücklich willkommen heissen; kläre vor der Buchung Grösse, Anzahl und Rasse deines Hundes ab.

Für längere Aufenthalte oder wenn du deinen Hund während einer Bergtour unterbringen möchtest, lohnt ein Blick auf Bergbauernhöfe in der Region: Manche Höfe bieten informelle Betreuung an, kennen das Gelände genau und haben selbst Hunde. Das schafft Vertrauen — sowohl für dich als auch für deinen Hund. Plane solche Arrangements frühzeitig und verbindlich, denn in der Hochsaison sind Kapazitäten schnell belegt.


Saisonal in Grindelwald

Die Jahreszeiten in Grindelwald sind keine sanften Übergänge — sie wechseln mit der Wucht des Hochgebirges. Was im Sommer ein breiter Wanderweg ist, kann im März noch unter Schnee liegen. Wer seinen Hund das ganze Jahr durch dieses Tal begleitet, erlebt extreme Kontraste und muss sich jedes Mal neu anpassen.

Frühling: Brut- und Setzzeit im Hochgebirge

Der Frühling kommt nach Grindelwald spät — oft erst ab April ins Tal, auf den Höhen deutlich später. Wenn der Schnee schmilzt, erwacht die Tierwelt: Gämsen, Rehe und Murmeltiere sind besonders empfindlich in dieser Phase. Viele Weibchen setzen ihren Nachwuchs genau dann ab, wenn die ersten Wanderer und Hunde die Trails wieder benutzen. Hunde müssen in dieser Zeit in Waldgebieten und an Waldrändern angeleint bleiben — die genauen Regeln und Schutzgebiete erfährst du bei der zuständigen Wildhutbehörde oder über die Jagd- und Wildtierverwaltung des Kantons Bern.

Achte im Frühling besonders auf Schutzzäune für Weidegebiete: Mit Beginn der Alpung, meist ab Mai, kommen die ersten Rinder, Ziegen und Schafe auf die Weiden rund ums Dorf. Ein Hund, der in eine Herde einbricht, kann das Vieh in Panik versetzen und sich selbst in Gefahr bringen — Leinenpflicht gilt in der Nähe von Nutztieren immer, unabhängig von der Jahreszeit. Trockne Böden und hohe Zeckenaktivität im Frühjahr machen ausserdem eine regelmässige Zeckenkontrolle nach jedem Ausgang zur Pflicht.

Sommer: Hitze, Gletscher und alpine Gefahren

Im Hochsommer kann es im Grindelwalder Tal überraschend heiss werden — Temperaturen über 25 Grad sind an sonnigen Tagen keine Seltenheit. Für Hunde bedeutet das: früh morgens oder am Abend wandern, ausreichend Wasser mitführen und schattige Rastplätze einplanen. Die Bäche und der Grindelsee bieten willkommene Abkühlung — prüfe aber, ob Hunde im jeweiligen Gewässer offiziell schwimmen dürfen, und halte sie von starken Strömungen der Lütschine fern, die bei Schneeschmelze reissend sein kann.

Auf Hochtouren lauern besondere Risiken: Schneefelder und Gletschereis können Hundepfoten schnell verletzen, und viele Hunde verlieren auf eisigem Untergrund die Kontrolle über ihre Bewegungen. Klettersteige und ausgesetzte Passagen sind für Hunde ungeeignet und oft explizit verboten. Seilbahnbetreiber in Grindelwald — etwa die Jungfraubahn-Gruppe — haben individuelle Regeln zur Mitnahme von Hunden; erkundige dich vor jeder Fahrt direkt beim Anbieter, da sich Vorschriften ändern können. Im Sommer herrscht auf den populären Trails wie dem First-Grat oder dem Pfad zum Bachalpsee viel Betrieb; ein sicherer Rückruf ist kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung.

Herbst: Raureif, Jagd und goldene Wälder

Der Herbst ist in Grindelwald oft der schönste und ruhigste Teil des Jahres — die Touristen sind weniger, das Licht ist golden, und die Luft riecht nach nassem Laub und frischem Heu. Für Hunde ist es eine herrliche Zeit: kühlere Temperaturen machen längere Wanderungen angenehmer, und die Wege sind weniger überfüllt. Achte aber auf die Jagdsaison, die im Kanton Bern in der Regel ab September beginnt: In bejagten Gebieten ist es Pflicht, Hunde angeleint zu führen, und es empfiehlt sich, deinen Hund mit einem auffällig orangefarbenen Halsband oder einer Warnweste zu kennzeichnen.

Im Herbst steigen die Schafe und Rinder von den Alpen ab — die sogenannte Alpabfahrt ist in Grindelwald ein lebendiges Dorfereignis, bei dem Hunderte von Tieren durch das Dorf getrieben werden. Halte deinen Hund an diesen Tagen sicher angeleint und mit Abstand zum Viehtrieb; Aufregung und Gedränge können auch entspannte Hunde stressen. Frühzeitige Laubfeuchte erhöht zudem die Rutschgefahr auf schmalen Bergpfaden — verlasse dich nicht darauf, dass dein Hund selbst bremst.

Winter: Schnee, Skibetrieb und Kälteschutz

Grindelwald ist eine der bekanntesten Skiregionen der Schweiz — im Winter verwandelt sich das Tal in ein Hochdruckgebiet aus Tourismus, Pistenfahrzeugen und Après-Ski. Für Hunde bedeutet das einige klare Einschränkungen: Präparierte Pisten sind grundsätzlich keine Hundeauslaufflächen. Pistenraupen und Skifahrer stellen ernsthafte Gefahren dar, und viele Skistationen schliessen Hunde explizit aus bestimmten Bereichen aus — prüfe die Regelung bei Jungfrau Ski Region direkt auf der offiziellen Website. Abseits der Pisten bieten Winterwanderwege um Grindelwald eine schöne Alternative; diese sind oft ausgeschildert und für Hunde an der Leine zugänglich.

Achte im Winter auf die Pflegebedürfnisse deines Hundes bei Kälte und Salz: Im Dorfbereich und auf Strassen kann Streusalz die Pfoten reizen. Wasche die Pfoten nach jedem Ausgang mit lauwarmem Wasser und trage bei empfindlichen Hunden Pfotenbalsam oder Schutzsocken auf. Bei Temperaturen deutlich unter null Grad schützt ein Hundemantel kurzhaarige Rassen. Gleichzeitig brauchen gut behaarte Gebirgsrassen wie Berner Sennenhunde oder Huskys im Schnee oft weniger Schutz — kenne deinen eigenen Hund und seine Grenzen. Lawinenschutzgebiete und gesperrte Hänge dürfen auch mit Hund nicht betreten werden; respektiere Absperrungen konsequent, denn im Ernstfall gefährdest du Rettungskräfte und dich selbst.

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Eckdaten auf einen Blick

Gemeinde-Stammdaten
KantonBern
BezirkInterlaken-Oberhasli
Einwohner3.930
Postleitzahl3818
Höhe ü.M.1034 m
Fläche171.38 km²
BFS-Nr.576
Websitegemeinde-grindelwald.ch
Tourismus & Kontakt
RegionBern-Hub
Stand: Juni 2026 – amtliche Angaben aus verifizierter Quelle.

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