Ausflugsziel · Vorarlberg

Bregenzerwald / Bezau

Bezau
Bregenzerwald / Bezau
Leine
Leinenpflicht

Vorarlberg – das ist für die meisten Arlberg, Après-Ski und Liftanlagen. Der Bregenzerwald liegt daneben und interessiert sich herzlich wenig dafür. Hügelige Waldwege, das Rauschen der Bregenzer Ache, Alpwiesen ohne Menschengedränge. Für Hundehalter, die keine Lust auf vollgestopfte Trailheads haben, ist das kein Kompromiss – das ist die bessere Wahl.

Wo dürfen Hunde – und wo nicht?

Die Antwort ist nicht schwarz-weiss. Im Bregenzerwald gilt, laut Vorarlberger Jagdgesetz, auf Waldwegen während der Schonzeiten eine Leinenempfehlung – das ist keine fixe Vorschrift, aber eine ernstzunehmende Orientierung. Wer seinen Hund trotzdem freilaufen lässt, riskiert Konflikte mit Jägern und Wildtieren. Aus unserer Einschätzung: lieber Leine anlegen und dafür entspannt wandern, als auf Konfrontation setzen.

Auf Alpweiden mit Rindern oder Schafen gilt Leinenpflicht – ohne Ausnahme. Das klingt nach Komforthinweis. Ist es nicht. Herdengebundene Rinder gehen auf Hunde los, auch auf kleine. Die Leine schützt hier den Hund, nicht das Vieh.

Ausgedehnte Waldwege abseits der Weiden sind dagegen entspannt. Freilauf ist möglich, solange keine Nutztiere in Sichtweite stehen und die jagdliche Schonzeit nicht aktiv ist. Den genauen Schonzeitkalender veröffentlicht die Jagdbehörde Vorarlberg auf ihrer Website.

Praktische Infos für den Wandertag

Wasser ist im Bregenzerwald kein Problem. Die Bregenzer Ache durchzieht die Region und bietet in ruhigen Abschnitten gute Badestellen für Schwimmhunde. Nebenläufe und Quellen gibt es zusätzlich – der Bregenzerwald ist eine der quellenreichsten Regionen Vorarlbergs. Wassernapf kann man getrost zuhause lassen, ein Auffangbehälter für den Hund reicht.

Das Gelände ist hügelig, mit Waldwegen und offenen Alpwiesen im Wechsel. Für Hund und Halter auf mittlerem Fitness-Level gut machbar – weder alpines Klettergelände noch flacher Spazierweg. Wer Routen plant, findet auf bregenzerwald.at eine solide Übersicht nach Schwierigkeitsgrad.

Schatten gibt es auf Waldwegen reichlich, auf exponierten Alpwiesen weniger. An Hitzetagen empfiehlt sich ein früherer Start – vor neun Uhr morgens sind die Wege im Wald noch kühl und der Untergrund nicht aufgeheizt.

Gasthäuser im Bregenzerwald öffnen ihre Aussenbereiche überwiegend für Hunde. Eine explizite Vorab-Anfrage schadet trotzdem nie, vor allem in kleineren Betrieben. Das Gasthof Hirschen in Bezau ist einer der bekanntesten Anlaufpunkte in der Region – der Aussenbereich ist nach aktuellem Stand hundefreundlich.

Warum ist der Bregenzerwald für Hundehalter ruhiger als das Montafon?

Der Bregenzerwald ist touristisch weniger erschlossen als das Montafon oder der Arlberg – das ist keine Meinung, das spiegelt sich in den Übernachtungszahlen und der Infrastruktur wider. Gondeln, Bergbahntrubel, organisierte Trailrunning-Events: das findet man hier seltener. Die Käsestrasse Bregenzerwald zieht Besucher an, aber einen anderen Typ – eher Geniesser als Extremsportler.

Für Hundehalter bedeutet das: weniger Begegnungen auf engen Wegen, weniger Fahrradverkehr auf Forstwegen, weniger Stress für nervöse Hunde. Die Region hat schlicht noch nicht den Massentourismus-Umbau hinter sich, den andere Vorarlberger Täler längst durchlaufen haben. Ob das so bleibt, ist offen – nach aktuellem Stand ist es ein echter Vorteil.

Hofbesuche entlang der Käsestrasse Bregenzerwald mit Hund sind möglich, aber abhängig vom jeweiligen Betrieb. Auf Schaukäsereien und Sennereien gilt auf dem Hofgelände meistens Leinenpflicht, manchmal auch Hundeverbot in Produktionsnähe. Soweit bekannt, gibt es keine einheitliche Regelung – immer vorab anfragen.

Wann lohnt sich die Reise – und wann nicht?

Der Bregenzerwald ist ganzjährig zugänglich. Der Sommer ist für Hunde die angenehmste Jahreszeit – Wasserquellen offen, Wege trocken, Alpwiesen zugänglich. Im Frühling können Wege nach der Schneeschmelze aufgeweicht und rutschig sein, was für Hunde mit empfindlichen Pfoten unangenehm wird.

Herbst hat seinen eigenen Reiz: weniger Wanderer, kühlere Temperaturen, kein Hitzestress. Die Alpweiden sind nach dem Almabtrieb, der laut Gemeindeordnung im Bregenzerwald meistens im September stattfindet, wieder frei von Nutztieren. Freilauf wird damit auf mehr Flächen möglich.

Winter ist möglich, aber anspruchsvoller. Einige Forstwege werden geräumt, andere nicht. Schneeschuhe für den Halter können notwendig sein. Hunde mit dichtem Fell kommen gut zurecht, Kurzhaarrasssen brauchen bei längerem Aufenthalt einen Schutz.

Gefahren, die man kennen sollte

Zecken sind im Bregenzerwald präsent – vor allem in Waldrandnähe und auf Wiesenwegen bis in Höhen von etwa 1500 Metern. Nach jeder Wanderung den Hund gründlich absuchen. Wer Hunde ohne Zeckenschutz in die Region mitnimmt, handelt fahrlässig – die FSME-Risikogebiete umfassen Teile Vorarlbergs.

Weidewirtschaft ist im Bregenzerwald aktiv. Auf Alpweiden mit Mutterkühen – besonders wenn Kälber dabei sind – entstehen gefährliche Situationen schnell. Hund an die Leine, Abstand halten, notfalls Leine loslassen und selbst in Sicherheit bringen: das ist keine Hysterie, das ist die korrekte Reaktion laut alpinen Sicherheitsempfehlungen.

Die Bregenzer Ache hat in engen Abschnitten starke Strömung. Für Schwimmhunde nur in klar ruhigen, flachen Bereichen geeignet. Nach Starkregen steigt der Pegelstand rasch – dann gilt: kein Kontakt mit dem Wasser.

FAQ

Dürfen Hunde im Bregenzerwald frei laufen?

Freilauf ist auf Waldwegen ausserhalb der jagdlichen Schonzeiten und abseits von Weiden möglich. Auf Alpweiden mit Nutztieren gilt Leinenpflicht. Den Schonzeitkalender gibt die Jagdbehörde Vorarlberg heraus.

Kann mein Hund in der Bregenzer Ache schwimmen?

In ruhigen, flachen Abschnitten ja – die Ache bietet gute Einstiegsmöglichkeiten. Nach Regenfällen oder bei sichtbar schneller Strömung unbedingt meiden.

Sind Gasthäuser im Bregenzerwald hundefreundlich?

Die meisten Betriebe lassen Hunde im Aussenbereich zu – ein kurzer Anruf vorher ist trotzdem sinnvoll, besonders in kleineren Familienbetrieben abseits der Hauptorte.

Ist der Bregenzerwald für Welpen oder ältere Hunde geeignet?

Auf kürzeren Waldwegen im Tal ja, für beide. Die hügeligen Abschnitte und längeren Alpaufstiege sind für Junghunde unter einem Jahr und für Senioren mit Gelenkproblemen zu anspruchsvoll – Streckenwahl anpassen.

Gibt es ausgewiesene Hundezonen im Bregenzerwald?

Speziell ausgewiesene Hundezonen gibt es nach aktuellem Stand im Bregenzerwald nicht. Die Waldwege funktionieren de facto als Freilauffläche, solange die beschriebenen Einschränkungen beachtet werden.

Mit Hund unterwegs

Leinenpflicht
Quelle: Vorarlberg Jagdgesetz: Leine in Schonzeiten auf Waldwegen empfohlen; Alpweiden: Leine bei Nutztieren

Freilaufzonen in der Nähe: Ja – ausgedehnte Waldwege

Beutel-Spender: In Ortschaften gut

Vor Ort

Schwimmgelegenheit
Schatten vorhanden
Hundefreundliche Gastro

Saisonale Hinweise

Ganzjährig; Sommer ideal

⚠ Gefahren / Risiken

Alpweiden mit Rindern und Schafen Zecken

Gelände

Hügelig, Waldwege, Alpwiesen