Wandern, Baden, Schnüffeln – Mit Hund durch die beliebtesten Regionen Vorarlbergs
Du stehst am Lünersee und fragst dich, ob dein Labrador ins Wasser darf. Oder du planst eine Wanderung zur Roten Wand und weißt nicht, wo Leinenpflicht herrscht. Vorarlberg ist hundefreundlich – aber nur wenn du die Regeln kennst und die richtigen Routen wählst.
Wo darf mein Hund in Vorarlberg frei laufen?
In Vorarlberg gilt grundsätzlich Leinenpflicht in Naturschutzgebieten, auf Almflächen mit Weidevieh und in Ortschaften. Freien Auslauf hat dein Hund auf markierten Waldwegen außerhalb der Brut- und Setzzeit (15. April bis 15. Juli) und an ausgewiesenen Hundestränden am Bodensee.
Die Gemeinden handhaben das unterschiedlich: In Lech am Arlberg ist ganzjährig Leinenpflicht auf allen Wanderwegen. Im Kleinwalsertal darfst du oberhalb der Waldgrenze ableinen – aber nur außerhalb der Schutzzeit für Murmeltiere von Mai bis September.
Meiner Einschätzung nach solltest du bei jeder Tour vorher bei der örtlichen Tourismusinfo nachfragen. Die Strafen bei Verstößen liegen zwischen 50 und 500 Euro.
Welche Wanderwege sind für Hunde geeignet?
Nicht jeder Vorarlberger Wanderweg taugt für Hunde. Hier sind fünf getestete Routen mit klaren Angaben zu Schwierigkeit und Hundeverträglichkeit:
Lünersee Rundwanderung (6 km, 2h): Perfekt für Anfänger. Breite Wege, keine Kletterstellen. Dein Hund darf ins Wasser – aber nur am Nordostufer. Die Bergbahn nimmt Hunde für 7 Euro mit.
Körbersee Rundweg (3 km, 1h): Kurz aber spektakulär. Steinige Abschnitte können für Hunde mit empfindlichen Pfoten problematisch werden. Pack Hundeschuhe ein.
Formarinsee über Freiburger Hütte (8 km, 4h): Mittelschwer. Dein Hund braucht Kondition. Die letzten 500 Meter zum See sind steil und rutschig – hier sollten große Hunde an die Leine.
Wo kann mein Hund im Vorarlberg baden?
Am Bodensee gibt es drei offizielle Hundestrände: in Bregenz zwischen Hafenkai und Yachtclub, in Hard bei der Bregenzerachmündung und in Lochau östlich des Schwimmbads. Hier ist Baden auch in der Hauptsaison erlaubt.
Bei den Bergseen ist es komplizierter. Der Lünersee erlaubt Hundebaden nur am bereits erwähnten Nordostufer. Am Formarinsee ist es geduldet – aber nicht offiziell gestattet. Der Spullersee ist Trinkwasserreservoir, hier ist jedes Baden verboten.
Ein Geheimtipp: Der Seewaldsee bei Fontanella. Hier badet kaum jemand, dein Hund kann ungestört planschen und das Wasser ist auch im Hochsommer erfrischend kühl.
Welche Waldwege bieten guten Auslauf?
Die Rappenlochschlucht bei Dornbirn ist spektakulär – aber für Hunde ungeeignet. Die Stege sind rutschig, der Lärm der Wasserfälle stresst ängstliche Hunde und Leinenpflicht herrscht durchgehend.
Besser: Der Walderlebnispfad Schetteregg im Bregenzerwald. 4 Kilometer durch Mischwald, breite Wege, interaktive Stationen die auch Hunde interessieren. Hier darfst du zwischen Oktober und März ableinen.
Der Diedamskopf-Rundweg ab Bergstation ist hundetechnisch perfekt. Offene Almflächen, weite Sicht, keine Kletterstellen. Aber Vorsicht: Zwischen Mai und August grasen hier Rinder. Dann ist Leinenpflicht.
Was kostet ein Hundeausflug in Vorarlberg?
Bergbahnen berechnen meist die Hälfte des Erwachsenentarifs. Die Pfänderbahn kostet für Hunde 7 Euro, die Lünerseebahn 6 Euro. Manche Hütten verlangen Liegegebühr für Hunde – zwischen 2 und 5 Euro.
Parken ist oft kostenpflichtig. Am Formarinsee zahlst du 5 Euro für den ganzen Tag, am Spullersee 3 Euro. Die Bodensee-Hundestrände haben alle kostenlosen Parkplätze.
Pack immer genug Wasser ein. Auf vielen Almwegen gibt es zwischen Juni und September keine zuverlässigen Wasserquellen für Hunde.
Häufige Fragen zu Hundeausflügen in Vorarlberg
Braucht mein Hund eine spezielle Ausrüstung für Vorarlberger Wanderungen?
Eine Schleppleine ist sinnvoll, wenn du zwischen erlaubten und verbotenen Auslaufbereichen wechselst. Bei Steinwegen empfehlen sich Hundeschuhe – viele Wege haben scharfkantige Kalksteine.
Welche Gefahren lauern auf Vorarlberger Wanderwegen?
Steinschlag ist das größte Risiko, besonders unter der Roten Wand. Zecken sind von März bis Oktober aktiv. Murmeltiere können Hunde durch ihr Pfeifen stark aufregen und zu unkontrolliertem Laufen animieren.
Sind Vorarlberger Hütten hundefreundlich?
Etwa die Hälfte der Hütten erlaubt Hunde in den Gasträumen. Die Freiburger Hütte hat sogar Hundekörbe zum Ausleihen. Anmeldung ist bei allen Hütten Pflicht, wenn du mit Hund kommst.
Gibt es Hundepensionen für mehrtägige Touren?
Das Kleinwalsertal und Lech haben mehrere hundefreundliche Hotels. Im Montafon findest du Ferienwohnungen mit eingezäunten Gärten – ideal wenn dein Hund nicht stubenrein ist.