München (Kreisfreie Stadt)
KI-generiertes Beispielbild für München. Du kennst diesen Ort? Schick uns dein Foto – wir tauschen es gerne aus. Hund in München: Was wirklich gilt
Die Isar teilt die Stadt in zwei Hälften. Wer sie im Frühsommer von der Wittelsbacher Brücke betrachtet, sieht unten das gleiche Bild wie seit Jahrzehnten: Kiesbänke, dazwischen Hunde, die im Gegenlicht durch das flache Wasser sprinten. München trägt erstaunlich viel Natur in sich, den Englischen Garten, der größer ist als mancher Stadtwald, den Forstenrieder Park im Süden, die Isarauen, Stadtparks in fast jedem Viertel. Auf rund 1,5 Millionen Einwohner kommen geschätzte 80.000 registrierte Hunde. Die brauchen Platz.
München ist kreisfreie Stadt in Bayern, eingebettet zwischen dem Landkreis München und den Landkreisen Dachau, Freising und Ebersberg. Das Bayerische Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) setzt den Rahmen. München hat diesen Rahmen mit einer eigenen Hundeverordnung gefüllt, präziser und strenger als das reine Landesrecht. Wer die Regeln nicht kennt, zahlt. Die Kontrolleure des Kreisverwaltungsreferats (KVR) sind regelmäßig unterwegs. Mehr zum bayernweiten Rahmen findest du in der Übersicht Bayern.
Leinenpflicht in München: Was kommunal gilt
Bayern kennt keine generelle Leinenpflicht. Das klingt nach Freilauf-Freiheit, und für viele Ecken der Stadt stimmt das sogar. Im Münchner Stadtgebiet besteht kein genereller Leinen- und Maulkorbzwang, soweit die Hundeverordnung, andere Satzungen oder Nutzungsverordnungen von Betreibern und Eigentümern nichts anderes festlegen. Die entscheidende Einschränkung liegt im Kleingedruckten.
Münchner Hundeverordnung, die „Neue Münchner Linie“
Seit 2013 regelt die „Neue Münchner Linie“, wo Leinenpflicht gilt und wo Hunde Zutritt haben. Zwei Schichten sind für den Alltag entscheidend.
Laut der Hundeverordnung der Landeshauptstadt München gilt ein Betretungsverbot für alle Hunde auf mit grünen Pollern gekennzeichneten Spiel- und Liegewiesen, auf Zieranlagen und Biotopflächen städtischer Grünanlagen, auf Bade- und Liegebereichen der Freibadgelände sowie auf der Theresienwiese während des Oktoberfestes und Frühlingsfestes. Der grüne Poller mit dem durchgestrichenen Dackel ist Münchens Zeichen für „hier kein Hund“. Den solltest du vor dem Betreten kennen, nicht danach.
Leinenpflicht für alle Hunde gilt im gesamten Westpark und auf Wegen städtischer Grünanlagen, wo die grünen Poller mit durchgestrichenem Hundesymbol stehen.
Seit dem 11. Juli 2013 gilt zudem eine Leinenpflicht speziell für große Hunde: Hunde mit einer Schulterhöhe ab 50 cm sowie, unabhängig von der Schulterhöhe, erwachsene Schäferhunde, Boxer, Dobermänner und Deutsche Doggen müssen innerhalb des Altstadtrings an einer Leine von höchstens zwei Metern geführt werden. Das gilt ebenso in ausgewiesenen Fußgängerzonen und verkehrsberuhigten Bereichen, bei öffentlichen Märkten, Veranstaltungen und Versammlungen sowie im unmittelbaren Umgriff von Kinderspielplätzen.
Für Kampfhunde ohne gültiges Negativzeugnis gilt die schärfste Regel: Leinenpflicht, maximal zwei Meter, zu jeder Tages- und Nachtzeit im gesamten Stadtgebiet. Einen Maulkorb kann das KVR nicht per Verordnung anordnen. Das ist nur im Einzelfall durch eine KVR-Verfügung möglich. Die aktuelle Hundeverordnung ist auf stadt.muenchen.de abrufbar. Die Zamperl-App zeigt Leinen- und Freilaufzonen per GPS im Stadtgebiet an.
Wald und Naturschutz in München
Bayern schreibt im Waldgesetz keine generelle Leinenpflicht vor. Das gilt auch für den Forstenrieder Park und den Grünwalder Forst am Stadtrand. Das Bayerische Naturschutzgesetz schreibt jedoch Leinenpflicht in Naturschutzgebieten mit entsprechender Schutzgebietsverordnung vor. In den Isarauen brüten Wiesenvögel. In bestimmten Teilbereichen gilt deshalb Leinenpflicht, erkennbar an der Beschilderung vor Ort. Jagdwilderei ist nach § 292 StGB strafbar. Jäger dürfen wildernde Hunde töten. Das ist kein theoretisches Szenario, es gilt für Forstenrieder Park und Grünwalder Forst gleichermaßen.
Listenhunde in München: Bayerische Rasseliste und kommunale Schicht
Die Grundlage ist die bayerische „Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit“. Bayern unterscheidet zwei Kategorien.
Kategorie 1: Diesen Rassen werden Aggressivität und Gefährlichkeit unwiderlegbar unterstellt. Dazu zählen Pitbull/American Pitbullterrier, Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Tosa-Inu sowie alle Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden. Die Haltung ist nur in Ausnahmefällen erlaubt. Wer einen Kampfhund ohne gemeindliche Erlaubnis hält, riskiert eine Geldbuße bis zu 10.000 Euro.
Kategorie 2: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario (Dogo Canario), Perro de Presa Mallorquin sowie Rottweiler. Bei Kategorie 2 lässt sich die unterstellte Eigenschaft widerlegen. Du weist der Gemeinde per Sachverständigengutachten nach, dass dein Hund keine gesteigerte Aggressivität zeigt. Das KVR München stellt dann ein Negativzeugnis aus. Zuständig ist das KVR HA I/112, Tel. 089-233 455-55.
Eine Münchner Besonderheit: Wer einen Hundeführerschein absolviert und damit Sachkunde nachweist, zahlt im darauffolgenden Jahr keine Hundesteuer.
Hundesteuer und Anmeldung in München
Wenige Wochen nach dem Einzug schnüffelt der Hund noch an jedem Türrahmen, und die Frist läuft bereits. Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme zur Hundesteuer an. Die Anmeldung läuft über die Stadtkämmerei München (SKA 4.2, Herzog-Wilhelm-Straße 11, 80331 München, hundesteuer.ska@muenchen.de).
Pro Hund fallen jährlich 100 Euro Hundesteuer an. Für Kampfhunde sind es 800 Euro pro Jahr. Im Vergleich mit Hamburg, Frankfurt oder Köln ist das moderat. Wer seinen Hund nach dem 1. Januar 2024 aus dem Tierheim München übernimmt, kann nach einem Jahr Haltungsdauer eine zweijährige Steuerbefreiung beantragen. Blindenhunde und andere Assistenzhunde sind vollständig befreit, ebenso Arbeits- und Diensthunde.
Nach der Anmeldung bekommst du eine Steuermarke. Dein Hund trägt sie außerhalb der Wohnung gut sichtbar. Die Hundesteuer ist jährlich zum 15. Januar fällig. Eine automatische Zahlungserinnerung gibt es nicht.
Mit dem Hund im MVV, Münchens starker Vorteil
Ein Hund fährt kostenlos im MVV mit, wenn du eine gültige MVV-Fahrkarte oder ein Deutschlandticket hast. Weitere Hunde brauchen eine Kinderfahrkarte, außer sie reisen in einem Korb oder einer Tasche. Das macht spontane Ausflüge per Tram oder S-Bahn realistisch. Grünwalder Forst, Stadtpark Pasing, Luitpoldpark, alles ohne Auto erreichbar. In allen Fahrzeugen sowie in S- und U-Bahnstationen muss dein Hund angeleint sein. Wenn eine Gefahr für Fahrgäste besteht, ist zusätzlich ein Maulkorb Pflicht. Kampfhunde ohne Negativzeugnis sind von der Mitnahme ausgeschlossen.
Die besten Routen im Stadtgebiet München, mit korrekter Rechtslage
Isar und Flaucher – Kies, Strömung, Sonnenhitze
Im Juli liegt der Geruch von erwärmten Kieseln und Flusswasser schon von der Brücke aus in der Luft. Der Flaucher im Münchner Süden ist das Herzstück der Isar-Gassi-Kultur: breite Kiesbänke, flache Übergänge ins Wasser, Familien, Grillende und Hunde zwischen all dem. Die Strecke entlang des Isarufers von der Thalkirchner Brücke stadtauswärts lässt sich ausdehnen, so weit die Beine tragen.
In weiten Teilen des Isarufers gilt keine generelle Leinenpflicht, solange kein grüner Poller mit durchgestrichenem Dackel steht. In Teilbereichen der Isarauen, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind, gilt Anleinpflicht, besonders von März bis Juli, wenn Vögel brüten. An naturbelassenen Uferabschnitten dürfen Hunde ins Wasser. Offizielle Freibäder sind tabu. Aktuelle Routen-Empfehlungen bietet Erlebe Bayern.
Englischer Garten, weitläufig, aber mit Regeln
Mehr als 370 Hektar Parklandschaft im Herzen einer Millionenstadt. Im Herbst rascheln Blätter alter Platanen auf den breiten Wegen. Der Monopteros steht früh morgens im Nebel. Wer kurz nach Sonnenaufgang kommt, hat ihn fast für sich.
Der Englische Garten hat eigene Nutzungsregeln. In weiten Teilen gilt Leinenpflicht, zusätzlich zu den Regeln der städtischen Hundeverordnung. Freilaufen ist nicht überall verboten, aber auch nicht überall erlaubt. Die Beschilderung variiert je nach Wegeabschnitt. Ob und wo dein Hund konkret freilaufen darf, prüfst du auf der offiziellen Seite des Englischen Gartens oder mit der Zamperl-App vor Ort.
Luitpoldpark – Freilauf legal, Blick über die Stadt
Der Schütthügel im Luitpoldpark ist aus Trümmern des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttet. An klaren Wintertagen sieht man von oben die Zugspitze. Nördlich des Hügels liegt eine der wenigen innerstädtischen Freilaufflächen. Der Rasen knirscht im Sommer trocken unter den Pfoten. Im März riecht er nach nassem Lehm. Für Hunde, die täglich mehr wollen als Leinenspaziergang, ist das ein echter Fixpunkt.
Die Freilauffläche nördlich des Schütthügels ist ausgewiesen. Auf den Wegen des Parks und in Wiesenzonen mit grünem Poller gilt Anleinpflicht. Die Grenze ist vor Ort durch Beschilderung erkennbar.
Grünwalder Forst und Perlacher Forst – Stadtwald mit Waldgeruch
Die Föhren riechen anders, wenn man in den Grünwalder Forst einbiegt, trockener, harziger, wie ein Urlaubswald. Die Tram 25 bringt dich bis zur Endhaltestelle. Von dort sind es Minuten bis zu den ersten langen Waldschneisen. Der benachbarte Perlacher Forst hat seinen eigenen Charakter: einsame Pfade, weniger Ausflügler, der Perlacher Mugl als markanter Punkt eines begrünten Trümmerhügels.
Im bayerischen Waldrecht gilt kein genereller Leinenzwang, also auch nicht im Grünwalder und Perlacher Forst. Rehe, Wildschweine und Fasane sind aber präsent. Jäger in Bayern dürfen zum Schutz des Wildes auf freilaufende Hunde schießen. Das ist kein theoretisches Szenario. Hunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb bleiben hier an der Leine.
Stadtpark Pasing und Würmufer – Westmünchens ruhiger Geheimtipp
Wer nach Pasing fährt, hat meistens kein Ziel, und findet dann den Stadtpark. Die Würm fließt mittig durch, träge und braun nach Regentagen, klar und schnell im Hochsommer. Hunde können ins Wasser, auf den Wiesen laufen. Wer weiter will, folgt dem Fluss Richtung Gauting durch eine Auenlandschaft, in der Biber Bäume angenagt haben. Abdrücke im Ufer, halbfertige Dämme, das Revier ist besetzt.
Im Stadtpark Pasing gibt es ausgewiesene Freilaufflächen, aber auch Bereiche mit Leinenpflicht und Betretungsverboten. Auf dem Fußballplatz im Park gilt trotz gegenteiliger Praxis mancher Hundehalter ein klares Verbot. Am Würmufer außerhalb des Parks ist die Lage lockerer, solange keine Naturschutz-Beschilderung vorhanden ist.
Was in München anders ist als im Rest Bayerns
Bayern hat kein Landeshundegesetz mit genereller Leinenpflicht. München hat mit seiner Hundeverordnung von 2013 und regelmäßigen KVR-Kontrollen einen eigenen Standard gesetzt. Das unterscheidet die Stadt von ländlichen Gemeinden im Freistaat, wo Regeln zwar gelten, aber kaum kontrolliert werden. In München zählt der Beamte am Stadtpark tatsächlich nach.
Ein Hund fährt im MVV kostenlos mit. Das macht München zur hundefreundlichsten deutschen Großstadt im ÖPNV-Vergleich. Grünflächen, Stadtwald und Naturräume sind ohne Auto erreichbar. In Berlin, Hamburg oder Frankfurt ist das nicht so selbstverständlich. Wer vom Englischen Garten zur Freilauffläche im Luitpoldpark oder zum Grünwalder Forst will, braucht kein Auto.
Die Hundesteuer liegt bei 100 Euro pro Jahr, bei einem der teuersten Pflaster Deutschlands ein vergleichsweise niedriger Satz. Dazu kommen die Tierheim-Befreiungsregel und die Sachkundebefreiung für Hundeführerschein-Absolventen. Beides ist bundesweit selten. Aktuelle Informationen zu Ausflügen rund um München bietet auch Bayern Tourismus.
Häufig gestellte Fragen
Darf mein Hund im Englischen Garten frei laufen?
Nicht generell. Der Englische Garten hat eigene Nutzungsregeln, die in weiten Bereichen Leinenpflicht vorschreiben, zusätzlich zur städtischen Hundeverordnung. In bestimmten Abschnitten ist Freilaufen möglich, aber nicht überall. Die Zamperl-App zeigt per GPS, wo welche Regel gilt. Gesicherte Freilaufflächen ohne Leinenpflicht gibt es im Luitpoldpark nördlich des Schütthügels.
Was kostet die Hundesteuer in München, und wo melde ich meinen Hund an?
Die Hundesteuer beträgt 100 Euro pro Jahr und Hund. Für Kampfhunde ohne Negativzeugnis sind es 800 Euro. Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme an, online über muenchen.de, per Post oder telefonisch über die Stadtkämmerei (hundesteuer.ska@muenchen.de, Tel. 089 233-28118). Wer seinen Hund aus dem Tierheim München übernimmt, kann nach einem Jahr Haltungsdauer eine zweijährige Steuerbefreiung beantragen. Hundeführerschein-Inhaber zahlen im Folgejahr keine Steuer.
Muss mein Hund im MVV an der Leine?
Ja. In allen MVV-Fahrzeugen sowie in S- und U-Bahnstationen muss dein Hund angeleint sein. Wenn er Fahrgäste gefährden könnte, ist zusätzlich ein Maulkorb Pflicht. Ein Hund fährt kostenlos mit, wenn du ein gültiges MVV-Ticket oder ein Deutschlandticket hast. Jeder weitere Hund braucht eine Kinderfahrkarte. Kampfhunde ohne Negativzeugnis dürfen weder in MVV-Fahrzeugen noch in S- und U-Bahnhöfen mitgenommen werden.
Was gilt für meinen Listenhund (Kategorie 2) in München?
Hunde der Kategorie 2, zum Beispiel Rottweiler, Cane Corso, Bullterrier, gelten als potenziell gefährlich. Du kannst diese Vermutung durch einen Wesenstest widerlegen. Mit bestandenem Test stellt das KVR München ein Negativzeugnis aus. Dein Hund wird dann rechtlich wie ein normaler Hund behandelt. Ohne Negativzeugnis gilt stadtweite Leinenpflicht, die Hundesteuer beträgt 800 Euro jährlich, und die Mitnahme im MVV ist verboten. Für Junghunde zwischen 6 und 18 Monaten ist ein vorläufiges Negativzeugnis erforderlich. Anfragen an das KVR München, HA I/112, Tel. 089-233 455-55.
Wo gibt es in München legale Freilaufflächen ohne Leinenpflicht?
München hat mehrere ausgewiesene Freilaufflächen im Stadtgebiet. Bekannte Standorte sind die Freilauffläche im Luitpoldpark nördlich des Schütthügels, Bereiche im Stadtpark Pasing, Teile des Ostparks sowie kleinere Wiesenflächen in verschiedenen Stadtteilen. Die Zamperl-App zeigt per GPS tagesaktuell Freilaufzonen und Leinenpflichtbereiche an. Die offizielle Karte ist auch auf muenchen.de abrufbar.
Quellen
- Hundeverordnung der Landeshauptstadt München (KVR, Stand 2013, zuletzt aktualisiert)
- Hundesteuer München – Landeshauptstadt München, Stadtkämmerei
- MVV Mitnahmeregelungen – Hunde (mvv-muenchen.de)
- BayernPortal: Erlaubnis zum Halten eines Kampfhundes / Negativzeugnis (Bayerische Kampfhundeverordnung, LStVG Art. 18, 37, 37a)
- Hundesteuersatzung München (MüABl. 20.09.2021, geändert 04.12.2024)
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Herbst