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Weiden (Kreisfreie Stadt)

Weiden (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Weiden WEN 091.jpg · CC BY-SA 4.0
Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund in Weiden in der Oberpfalz: Was wirklich gilt

Weiden liegt mittendrin – ins Oberpfälzer Hügelland und den Oberpfälzer Wald eingebettet, vom Landkreis Neustadt an der Waldnaab ringsum umschlossen. Knapp 71 Quadratkilometer auf etwa 400 Metern Höhe, die Waldnaab als grüne Ader durch alles hindurch. Rund 34 Prozent Agrarfläche, über 31 Prozent Wald – der Name der Stadt ist also kein Zufall. Für Hundehalter heißt das: echte Natur liegt gleich vor der Tür. Aber eben auch Äcker, Weideland und Wildgehege, wo Regeln nicht bloß auf Papier stehen.

Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald schließt den gesamten Landkreis Neustadt an der Waldnaab ein – und Weiden dazu, obwohl die Stadt als kreisfreie Kommune verwaltungstechnisch für sich steht. Naturräumlich ist sie trotzdem Teil dieses 138.000-Hektar-Grüngürtels an der tschechischen Grenze. Wer das nicht weiß und einfach losläuft, wird früher oder später auf Schilder stoßen, die ihn überraschen.

Leinenpflicht in Weiden: Was kommunal gilt

Bayern kennt keine bayernweite Leinenpflicht. Das klingt entspannter, als es ist. Denn das Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) erlaubt Kommunen, selbst nachzuschärfen – und das tun viele. Bayernweit wird vor allem zwischen kleinen Hunden und großen Hunden ab 50 cm Schulterhöhe unterschieden; Letztere müssen grundsätzlich an die Leine. Dazu kommen kommunale Sonderregeln, die je nach Stadtrat ganz unterschiedlich aussehen können.

Innenstadt und öffentliche Anlagen

Wer an einem Sonntagmorgen im Oktober durch die Weidener Innenstadt läuft, merkt schnell: Hier ist immer was los. Marktbesucher, Kinder auf den Plätzen, Spaziergänger. In Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und vergleichbar belebten innerörtlichen Bereichen, ebenso in der S- und U-Bahn, auf Bahnsteigen und im Nahverkehr gilt für Hunde Leinenpflicht. Gemäß Art. 18 Abs. 1 LStVG kann die Gemeinde per Verordnung generell für Kampfhunde und große Hunde einschränkend eingreifen; Art. 18 Abs. 2 LStVG erlaubt Einzelfallanordnungen für jede Rasse. Ob Weiden darüber hinaus spezifische Satzungen für Parks oder Grünanlagen erlassen hat, erfährst du direkt beim Stadtportal Weiden oder beim Ordnungsamt.

Wald und freie Landschaft

Über 31 Prozent Wald im Stadtgebiet – das ist viel, und das merkt man. Trotzdem: Das bayerische Jagdrecht gilt auch hier, und es ist unmissverständlich. Jagdschutzberechtigte dürfen wildernde Hunde erschießen. Keine Drohung, kein Ermessen – das ist geltendes Recht. Auf Weideland kommt ein weiteres Risiko dazu: Hundekot auf Futtergras kann Rinder, Schafe oder Pferde krank machen, und weidende Tiere reagieren auf freilaufende Hunde anders als auf Spaziergänger. Im Wald selbst gibt es in Bayern keinen generellen Leinenzwang, aber die Verantwortung für das Verhalten deines Hundes liegt bei dir – immer.

Naturschutzgebiete

Das Naturschutzgebiet Waldnaabtal zwischen Falkenberg und Neuhaus bei Windischeschenbach gehört zu den eindrücklichsten Orten im gesamten Naturpark. Die Waldnaab hat sich dort in einen rund 12 km langen Canyon gegraben, an dessen Rändern bis zu 50 Meter hohe Granitfelsen stehen. Ob und unter welchen Bedingungen du ein Naturschutzgebiet mit Hund betreten darfst, steht in der jeweiligen Schutzgebietsverordnung – nicht auf allgemeinen Wanderkarten. Beschilderung vor Ort lesen, im Zweifel vorher beim Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald nachfragen (oberpfaelzerwald.de).

Listenhunde in Weiden: Bayerische Rasseliste und kommunale Schicht

Bayern hat eine der strengsten Hundehaltungsverordnungen in Deutschland. Die „Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit“ teilt betroffene Rassen in zwei Kategorien.

Kategorie I umfasst Pitbull (auch American Pitbullterrier), Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Tosa-Inu sowie alle Kreuzungen dieser Rassen – untereinander oder mit anderen Hunden. Für diese Tiere gilt in Bayern ein faktisches Haltungsverbot; eine Ausnahmegenehmigung wird nur in seltenen Einzelfällen erteilt.

Kategorie II umfasst Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin und Rottweiler. Diese Rassen gelten nicht als Kampfhunde, wenn ein Sachverständigengutachten keine gesteigerte Aggressivität nachweist – dann gibt es das sogenannte Negativzeugnis.

Wer in Bayern einen Listenhund halten will, braucht die Erlaubnis seiner Wohnsitzgemeinde (Art. 37 LStVG). In Weiden ist dafür das Ordnungsamt zuständig. Aktuelle Auflagen direkt dort erfragen. Die vollständige Verordnung ist bei der Bayerischen Polizei abrufbar.

Seit Anfang 2024 hat Weiden die Hundesteuersätze spürbar angehoben – besonders für Halter mehrerer Tiere und für Listenhunde. Wer einen Listenhund hält, zahlt deutlich mehr als Halter nicht gelisteter Rassen. Das betrifft auch die steuerliche Einstufung, nicht nur die Genehmigungspflicht.

Mehr zur bayernweiten Rechtslage für Listenhunde findest du in unserer Übersicht Bayern.

Hundesteuer und Anmeldung in Weiden

Die Hundesteuer ist Gemeindesache. Jede Stadt legt ihre Sätze selbst fest, per Stadtratsbeschluss – und kann sie jederzeit wieder ändern. In Weiden gilt das seit Anfang 2024 erhöhte Niveau, das vor allem Mehrfachhalter und Listenhundbesitzer stärker belastet als vorher.

Ob Dackel oder Dogge: Die Größe des Hundes spielt bei der Weidener Steuer keine Rolle. Entscheidend sind die Anzahl der Hunde im Haushalt und ob es sich um einen Listenhund handelt. Die aktuell gültigen Tarife erfährst du direkt beim Stadtportal Weiden (Steueramt) – pauschale Angaben wären hier ohnehin bald überholt.

Neu angeschafft, zugezogen, Erbschaft: In allen Fällen gilt dieselbe Regel. Den Hund unverzüglich nach Beginn der Haltereigenschaft beim Stadtsteueramt anmelden. Wer zuzieht, meldet um – und zwar nicht irgendwann, sondern sofort.

Die besten Routen in Weiden, mit korrekter Rechtslage

Waldnaab-Ufer: Kies unter den Pfoten, Reiher über dem Wasser

Früh morgens, wenn der Nebel noch über den Weihern hängt und die Waldnaab nach einem Herbstregen dunkler fließt als sonst – das ist die Stunde für diese Strecke. Die Uferwege sind ruhig, im Herbst und Winter besonders. Die Waldnaab verläuft durch das Stadtgebiet und bietet naturnahe Zonen, die man zu Fuß gut erschließen kann. Auf belebten Abschnitten und in der Nähe von Grünanlagen gilt die kommunale Satzung der Stadt Weiden. Schilder lesen. Aktuelle Routeninfos beim Weiden Tourismus.

Max-Reger-Park: Grün mitten in der Stadt

Der Max-Reger-Park liegt direkt in der Innenstadt und ist einer der beliebtesten Treffpunkte für Hund und Halter in Weiden. Kotbeutelspender gibt es entlang der Hauptwege. Was beim Thema Leine gilt, steht auf den Schildern vor Ort – und Schilder lesen lohnt sich hier wirklich, denn Gemeinden können per Satzung auch in Grünanlagen Leinenzwang anordnen, unabhängig von Rasse oder Größe. Was im Max-Reger-Park konkret gilt, klärt das Ordnungsamt der Stadt Weiden.

Oberpfälzer Wald: Fels, Moos und weite Wege

Der Steinwald ist etwas für alle, die es ruhig und ein bisschen mythisch mögen: dichte, moosige Wälder, Bäche überall, und zwischendrin Felsbrocken, die aussehen, als hätte sie jemand absichtlich dorthin gewuchtet. Von Weiden aus ist der nördliche Oberpfälzer Wald schnell erreichbar. Im Frühjahr, wenn die Rehkitze im hohen Gras liegen und der Waldboden noch feucht ist, gilt: Leine dran – auch wenn kein Schild es fordert. Das bayerische Jagdrecht gibt Jagdschutzberechtigten das Recht, wildernde Hunde zu töten. Kein Ermessen, keine Ausnahme. Detailrouten und aktuelle Wegebedingungen findest du bei Erlebe Bayern.

Waldnaabtal-Naturschutzgebiet: Granitfelsen, Stille, Kanyon

Zwischen Falkenberg und Neuhaus bei Windischeschenbach hat sich die Waldnaab durch rund 12 Kilometer Gestein gearbeitet – bis zu 50 Meter hohe Granitfelsen auf beiden Seiten, auf einer Seite ein breiter, leicht zu gehender Weg, auf der anderen ein echter Abenteuerweg über Stock und Stein. Das Waldnaabtal liegt außerhalb des Weidener Stadtgebiets, ist aber ein klassisches Tagesziel von hier. Naturschutzgebiete haben eigene Verordnungen. Was genau erlaubt ist, steht an der Beschilderung vor Ort – oder du fragst vorher beim Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald nach.

Was in Weiden anders ist als im Rest Bayerns

Weiden ist kreisfreie Stadt – keine Landkreisverwaltung darüber, alle kommunalen Entscheidungen trifft der Stadtrat selbst. Das macht sich beim Thema Hundesteuer direkt bemerkbar. Seit Anfang 2024 zahlen Weidener Hundehalter spürbar mehr, vor allem wer mehrere Hunde hat oder einen Listenhund hält. Wer aus dem ländlichen Umland zuzieht, erlebt diesen Unterschied ziemlich direkt im Geldbeutel.

Gleichzeitig ist Weiden ein kompakter urbaner Kern, um den herum sich Wald und Hügelland in wenigen Minuten Fahrzeit öffnen. Du wohnst in der Stadt, bist aber in zehn Minuten im Wald – das ist ein echter Vorteil. Der Haken: In städtischen Parks und Grünanlagen gelten schärfere Regeln als auf dem Land. Wer vom Dorf zuziehst, sollte die kommunalen Satzungen kennen, bevor der Hund das erste Mal frei läuft. Überregionale Routen-Inspiration findest du bei Bayern Tourismus.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es in Weiden eine generelle Leinenpflicht für Hunde?

Eine generelle Leinenpflicht kennt Bayern nicht. Der Freistaat unterscheidet hauptsächlich zwischen kleinen und großen Hunden ab 50 cm Schulterhöhe – Letztere müssen an die Leine. Darüber hinaus kann die Stadt Weiden per kommunaler Satzung Leinenpflicht in Parks, Grünanlagen und anderen öffentlichen Bereichen anordnen. Was konkret gilt, erfährst du beim Ordnungsamt Weiden oder auf dem Stadtportal Weiden.

Was kostet die Hundesteuer in Weiden?

Hundesteuer ist Gemeindesache – jede Stadt legt ihre Sätze selbst fest. Weiden hat die Tarife seit Anfang 2024 spürbar angehoben. Maßgeblich sind die Anzahl der Hunde im Haushalt und ob es sich um einen Listenhund handelt; die Größe des Tieres spielt keine Rolle. Die aktuell gültigen Sätze für den ersten, zweiten und jeden weiteren Hund sowie für Listenhunde erfährst du direkt beim Steueramt der Stadt Weiden – Tarife können sich per Stadtratsbeschluss jederzeit ändern.

Darf ich mit meinem Rottweiler oder Bullterrier in Weiden wohnen?

Wer in Bayern einen Listenhund halten will, braucht die Erlaubnis seiner Wohnsitzgemeinde – das regelt Art. 37 LStVG. Bullterrier, Rottweiler, Cane Corso und weitere Rassen der Kategorie II gelten dann nicht als Kampfhunde, wenn ein Sachverständigengutachten keine gesteigerte Aggressivität nachweist. Das sogenannte Negativzeugnis beantragst du beim Ordnungsamt Weiden. Wer einen Kampfhund ohne gemeindliche Erlaubnis hält, riskiert eine Geldbuße bis zu 10.000 Euro.

Darf mein Hund im Oberpfälzer Wald frei laufen?

Einen generellen Leinenzwang im Wald gibt es in Bayern nicht. Aber das bayerische Jagdrecht gilt überall und ohne Ausnahme: Jagdschutzberechtigte dürfen wildernde Hunde schießen. Wer seinen Hund nicht sicher bei sich halten kann, geht ein echtes Risiko ein. In Naturschutzgebieten können Schutzgebietsverordnungen zusätzlich Leinenpflicht vorschreiben. Beschilderung vor Ort lesen – im Zweifel vorher beim Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald nachfragen.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer