Ausflugsziel · Schleswig-Holstein

Von der Nordsee bis zur Ostsee: Eine Reise durch die hundefreundlichsten Städte in Schleswig-Holstein

Von der Nordsee bis zur Ostsee: Eine Reise durch die hundefreundlichsten Städte in Schleswig-Holstein

Welche Hundestrände an der Nordsee sind das ganze Jahr geöffnet?

Husum hält zwei Strände bereit, die auch im Januar niemanden wegschicken – weder dich noch deinen Hund. Östlich des Dockkooges erstreckt sich ein rund 800 Meter langer Abschnitt, am Porrenkoog ist es etwas kürzer und ruhiger. Eintritt zahlt ihr nirgendwo, was an der Nordseeküste längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Am Dockkoog-Hundestrand trifft bei Flut das Wasser direkt und tief – wer einen Hund hat, der am liebsten kopfüber ins Nasse springt, ist hier richtig. Bei Ebbe zieht das Meer zurück und lässt weite Wattflächen frei, in denen sich kein Hund das Buddeln verkneifen kann. Etwas anders verhält es sich am Porrenkoog: Ein Priel sorgt dafür, dass auch bei Niedrigwasser immer etwas Wasser steht.

Vom Husumer Bahnhof läufst du beide Strände in einer Viertelstunde zu Fuß an. Wer mit dem Auto kommt: Am Dockkoog kostet der Parkplatz 2 Euro am Tag, am Porrenkoog parkst du kostenlos.

Wo in Lübeck darf mein Hund ohne Leine laufen?

Die Wakenitz-Auen zwischen Kleinensee und Falkenhusen – das ist Lübecks gut gehütetes Geheimnis unter Hundebesitzern. Keine Leinenpflicht, solange dein Hund auf den Wegen bleibt, und trotzdem fast immer ruhig.

Der Rundweg misst 4 Kilometer und startet am Kleinensee-Parkplatz, Ratzeburger Allee 160. Drei Stellen laden zum Baden ein: direkt am Kleinensee, an der Wakenitz-Furt nach 1,5 Kilometern und am Mühlenteich kurz vor Falkenhusen. Das ist für einen Sommertag eigentlich schon fast zu viel des Guten.

Ein Hinweis für alle, die Lübeck nur vom Stadtpark kennen: Der ist am Wochenende regelmäßig so voll, dass man kaum Platz findet. In den Wakenitz-Auen begegnet man dagegen selbst an Sonntagnachmittagen kaum jemandem – sie liegen einfach zu weit abseits der üblichen Touristen-Routen.

Welche Kieler Strände akzeptieren Hunde auch im Sommer?

Der Falckensteiner Strand, etwa 20 Minuten südlich von Kiel, hat einen 600 Meter langen Abschnitt zwischen den Buhnen 12 und 18, der Hunden das ganze Jahr offen steht. Die Anfahrt über die B503 ist unkompliziert, der Parkplatz kostet 3 Euro täglich.

Wer schon in Laboe oder Schönberg war und dort im Sommer mit Hund abgewiesen wurde, weiß den Unterschied zu schätzen: Falckenstein bleibt auch in der Hochsaison hundefreundlich. Das Wasser fällt flach ab – gut für Hunde, die sich langsam herantasten wollen, oder für kleine Rassen, denen tiefes Wasser nichts nützt.

Die Strandbar „Düne 13″ zwischen den Buhnen 13 und 14 stellt Hundewasser kostenlos raus und hat schattige Plätze unter Strandkörben. Geöffnet ist von April bis Oktober, täglich von 10 bis 22 Uhr.

Gibt es in Neustadt versteckte Wanderwege ohne Menschenmassen?

Rund 3 Kilometer westlich von Neustadt liegt der Grönwohld-Rundweg – ein Buchenwald, der laut Einheimischen seit etwa 150 Jahren so dasteht und den die meisten Durchreisenden schlicht nicht auf dem Schirm haben. Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Grönwohlder Weg 15.

Die 5-Kilometer-Schleife führt an zwei kleinen Teichen vorbei, beide zum Baden geeignet. Der Weg ist größtenteils befestigt, also auch nach einem verregneten Wochenende kein Schlammparcours. Rehe sieht man hier öfter als andere Wanderer – das ist keine Übertreibung.

Was die alten Buchen leisten, merkt man erst bei Hitze richtig: Ihr dichtes Kronendach hält selbst bei 30 Grad eine spürbar kühlere Temperatur unten durch. Für Hunde, denen der Sommer zu warm wird, ist das kein unwichtiger Punkt.

Welche Restaurants in Schleswig-Holstein begrüßen Hunde besonders herzlich?

Im „Fischkutter“ am Binnenhafen 1 in Husum stellen sie automatisch einen Wassernapf auf die Terrasse, sobald jemand mit Hund Platz nimmt – ohne dass man fragen muss. Die Fischbrötchen kosten zwischen 4,50 und 6,80 Euro. Und wer einen Hund dabei hat, bekommt ein Stück ungewürzte Scholle gratis obendrauf.

In Lübeck führt das „Café Niederegger“ in der Breiten Straße 89 hundegerechte Leckerli aus Leberwurst und Haferflocken im Angebot – 2,50 Euro das Stück. Klingt nach einer Randnotiz, ist aber tatsächlich der einzige Ort in der Altstadt, der speziell für Hunde etwas auf der Karte hat.

Das „Fördeblick“ am Düsternbrooker Weg 50 in Kiel hält die ersten drei Fenstertische für Gäste mit Hund frei. Von dort schaut man direkt auf die Förde, der Hund liegt unter dem Tisch, und alle sind zufrieden. Reservierung lohnt sich: 0431-554422.

Was kostet eine Hundepension in Schleswig-Holstein pro Tag?

Die Spanne ist groß: 25 Euro für einfache Unterbringung bis 65 Euro für eine Luxuspension mit Einzelzimmer. Von Juni bis August kommen in der Regel rund 30 Prozent Saisonaufschlag dazu.

Das „Hundeparadies Ostsee“ in Grömitz liegt bei 35 Euro täglich – dafür gibt es dreimal täglich Gassi-Service und eine Auslaufwiese von 2000 Quadratmetern. Die „Villa Wuffington“ in Kiel verlangt 55 Euro, bietet dafür klimatisierte Einzelzimmer für jeden Hund. Ob das nötig ist, muss jeder selbst entscheiden.

Wichtig: Mindestens zwei Wochen vorher buchen. Wer kurzfristig anruft, zahlt oft 50 Prozent Aufschlag – und hat trotzdem keine Garantie auf einen freien Platz.

Wie erkenne ich seriöse Tierpensionen an der Küste?

Eine einfache Probe: Bitte vor der Buchung um eine vollständige Besichtigung – auch die Schlafbereiche der Hunde. Wer dich nur durch einen aufgeräumten Präsentationsraum führt und für alles andere Ausreden findet, hat meistens etwas zu verbergen.

Schau auf die Gruppengrößen im Auslauf. Mehr als 8 Hunde gleichzeitig ist ein Warnsignal. Gute Pensionen trennen nach Körpergröße und Temperament – ein Yorkshire Terrier hat in einer Gruppe mit drei Deutschen Schäferhunden nichts zu suchen, egal wie freundlich alle Beteiligten wirken mögen.

Frag direkt nach dem Notfallprotokoll. Jede professionell geführte Pension nennt dir sofort den zuständigen Tierarzt und sagt dir, wer nachts Bereitschaft hat. Kommt da Zögern oder Ausweichen, ist das ein klares Signal.

Häufige Fragen zu Hundereisen in Schleswig-Holstein

Darf mein Hund in Schleswig-Holstein ins Wattenmeer?

Ja – aber nur an ausgewiesenen Stellen und immer an der Leine. Das Wattenmeer ist Nationalpark, und freilaufende Hunde sind für Seehunde und Brutvögel ein echtes Problem. Geführte Wattwanderungen speziell mit Hund bietet „Wattlaufen Nord“ in Husum an: 15 Euro pro Person, Hunde kostenlos.

Welche Fähren zwischen den Inseln nehmen Hunde mit?

Alle Fähren nach Sylt, Föhr und Amrum transportieren Hunde für 8 bis 12 Euro pro Strecke. Auf dem Sylt-Shuttle der DB Autozug fahren Hunde zwar kostenlos mit, müssen aber im Auto bleiben. Die Hallig-Fähren verlangen 5 Euro pro Hund.

Brauche ich eine Hundehaftpflicht in Schleswig-Holstein?

Ja. Seit 2016 ist die Hundehaftpflichtversicherung in Schleswig-Holstein gesetzlich vorgeschrieben. Wer ohne gültige Versicherung unterwegs ist, riskiert Bussgelder bis 10.000 Euro. Die Police muss mindestens 500.000 Euro Sachschäden und 1 Million Euro Personenschäden abdecken.

Wo finde ich hundefreundliche Ferienwohnungen an der Ostsee?

„Fewo-direkt“ und „Hundeurlaub.de“ listen beide hundefreundliche Unterkünfte gefiltert nach verschiedenen Kriterien. Wer einen eingezäunten Garten braucht, findet die entsprechende Suchoption auf beiden Plattformen. Durchschnittlich kostet eine Ferienwohnung für 4 Personen plus Hund zwischen 80 und 120 Euro pro Nacht.

Welche Impfungen braucht mein Hund für Schleswig-Holstein?

Besondere Vorschriften über den üblichen Impfschutz hinaus – Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza, Zwingerhusten – gibt es nicht. Wer allerdings an der Küste unterwegs ist, sollte seinen Tierarzt auf eine Borreliose-Impfung ansprechen. In den Dünengebieten ist die Zeckendichte vergleichsweise hoch.