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Münster (Kreisfreie Stadt)

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Schwierigkeit
Mittel
Eintritt
Kostenlos

Hund in Münster: Was wirklich gilt

Münster liegt mitten im westfälischen Flachland, eingebettet zwischen Dortmund-Ems-Kanal im Norden, der Werse im Osten und der Aa, die den Aasee speist. Die Stadt ist kreisfrei und gehört zu Nordrhein-Westfalen. Kein Landkreis umgibt sie. Münster entscheidet allein über kommunale Hunderegelungen, und hat davon Gebrauch gemacht. Für Hundehalter bedeutet das: NRW-Landesrecht gilt als Basis, darüber liegt eine eigene städtische Schicht.

Münster hat etwa 310.000 Einwohner und rund 12.000 gemeldete Hunde. Die Stadt ist dicht besiedelt, stark von Studierenden und Radfahrern geprägt und trotzdem von Grün durchzogen. Wen das überrascht: Rund um den Aasee, im Nordpark und entlang der Kanäle gibt es offiziell ausgewiesene Freilaufflächen. Das ist in NRW keine Selbstverständlichkeit.

Leinenpflicht in Münster: Was kommunal gilt

In Nordrhein-Westfalen regelt das Landeshundegesetz NRW seit dem 1. Januar 2003 das Halten und den Umgang mit Hunden. Der Kanton setzt den Rahmen. Münster konkretisiert darüber hinaus mit eigenen Regeln.

Hunde müssen in Münster in Parks, Garten- und Grünanlagen, im innerstädtischen Bereich, bei öffentlichen Veranstaltungen, in Naturschutzgebieten und abseits der Wege im Wald an die Leine. Für Hunde über 40 cm Widerristhöhe oder über 20 kg Gewicht gilt zusätzlich Leinenpflicht innerhalb bebauter Gebiete.

Freilaufflächen: Aasee, Nordpark und Kanalufer

Münster hat mehrere offizielle Freilaufflächen. Ohne Leine dürfen Hunde innerhalb der Stadt Münster im Bereich des westlichen „neuen“ Aasees, westlich der Torminbrücke, des Nordparks und den Kanalufern laufen. Das ist von der Stadt Münster verbindlich so geregelt, und wird vom Ordnungsamt entsprechend kommuniziert.

Die weiten Wiesenflächen und Uferbereiche des Aasees westlich der Torminbrücke hat die Stadt Münster offiziell als Freilaufflächen für Hunde ausgewiesen (ausgenommen Kiesekampbusch). Wer seinen Hund auf den östlichen, „alten“ Aasee-Bereich treibt: Im östlichen Aasee-Bereich gilt Leinenpflicht. Der Unterschied liegt am anderen Ufer. Prüfe vor Ort die Beschilderung.

Da der Wienburgpark bzw. Nordpark nicht zu allen Seiten bebaut und umfriedet ist, dürfen Hunde hier, genauso wie im Bereich westlicher Aasee und an den Kanalufern, ohne Leine laufen. Das gilt, abgesehen vom Spielplatz, für das gesamte Areal des Parks.

Verbotene Bereiche

Auf Kinderspielplätzen, Bolzplätzen und Friedhöfen sind Hunde verboten. Das Landeshundegesetz NRW erstreckt die Leinenpflicht auf alle öffentlichen Gebäude wie Rathäuser, Schulen und Kindertagesstätten sowie öffentliche Bereiche mit starkem Fußgängerverkehr wie Einkaufspassagen und Fußgängerzonen. Heißt konkret: Die Ludgeristraße, der Prinzipalmarkt und der Bereich rund um den Hauptbahnhof sind Leinenpflicht-Gebiete.

Wald: NRW-Landesforstrecht schlägt kommunale Satzung

Für Waldgebiete rund um Münster gilt eine wichtige Besonderheit: Auf Waldwegen dürfen Hunde ohne Leine laufen, wenn sie sicher kontrollierbar sind. Abseits der Wege dürfen Hunde im Wald dagegen nur angeleint mitgeführt werden. Die Begründung der Gerichte: Für Waldgebiete seien die Kommunen nicht zuständig, sondern an das Landesforstgesetz gebunden. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat diese Linie in einem Beschluss (Az: 5 A 2601/10) festgelegt.

Achtung aber: Verlässt der Hund den Weg, stöbert im Unterholz oder jagt Wild hinterher, kann es rechtlich und praktisch schnell problematisch werden.

Rieselfelder: Europareservat mit strikter Leinenpflicht

Die Rieselfelder nördlich des Stadtkerns sind ein Europäisches Vogelschutzgebiet und Feuchtgebiet von internationalem Rang. Hunde dürfen dort mitgenommen werden, müssen aber angeleint bleiben. Da in den Rieselfeldern Münster viele Wasser- und Watvögel nisten und brüten, dürfen Hunde dort nicht frei herumlaufen. Die dort lebenden Tiere sollen möglichst nicht gestört werden. Vom 1. März bis zum 31. Juli gilt zusätzlich nach § 52 des Landesnaturschutzgesetzes eine Leinenpflicht für Hunde in allen Europäischen Vogelschutzgebieten. Das gilt also doppelt: Die Leine ist in den Rieselfeldern ganzjährig Pflicht, nicht nur in der Brutzeit.

Listenhunde in Münster: Bundesland-Recht mit kommunaler Bewilligungspflicht

NRW unterscheidet mehrere Kategorien. Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) kennt drei relevante Gruppen:

  • Gefährliche Hunde (§ 3 LHundG): Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden. Für diese Rassen gilt Maulkorb- und Leinenpflicht in der Öffentlichkeit.
  • Hunde bestimmter Rassen (§ 10 LHundG): Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen.
  • Große Hunde (§ 11 LHundG): Hunde, die ausgewachsen eine Widerristhöhe von mindestens 40 cm oder ein Gewicht von mindestens 20 kg erreichen.

Für das Halten und Führen von gefährlichen Hunden und Hunden bestimmter Rassen ist beim Ordnungsamt der Stadt Münster eine Erlaubnis zu beantragen. Die Haltung von großen Hunden ist dem Ordnungsamt anzuzeigen. Für gefährliche Hunde, Hunde bestimmter Rassen und für große Hunde hat der Halter eine Haftpflichtversicherung abzuschließen und aufrechtzuerhalten. Halter dieser Hunde müssen den Nachweis der erforderlichen Sachkunde durch eine Sachkundebescheinigung erbringen.

Das Landeshundegesetz sieht eine Reihe von Ordnungswidrigkeitentatbeständen vor, die mit Geldbußen bis zu 100.000 Euro geahndet werden können. Mehr zur landesweiten Rechtslage für NRW findest du in der Übersicht Nordrhein-Westfalen.

Hundesteuer und Anmeldung in Münster

Der Steuersatz liegt seit 2010 bei 120 Euro für den ersten Hund, 132 Euro für den zweiten und 144 Euro für jeden weiteren Hund. Als gefährlich eingestufte Hunde kosten pro Jahr 750 Euro.

In Münster gibt es Ermäßigungen für bestimmte Gruppen: etwa für Assistenzhunde, Therapie- und Wachhunde sowie für Hunde, die aus dem Tierheim übernommen wurden, allerdings nur im ersten Jahr.

Die Anmeldefrist ist klar geregelt: Jeder Hundehalter ist zur Anmeldung eines Hundes innerhalb eines Monats verpflichtet, nach Aufnahme des Hundes in den Haushalt, nach Zuzug aus einer anderen Gemeinde, nachdem ein neugeborener Hund drei Monate alt geworden ist, oder nach Ablauf von zwei Monaten, wenn ein Hund zur Probe oder Pflege aufgenommen wurde.

Du meldest deinen Hund beim Amt für Finanzen und Beteiligungen der Stadt Münster an. Schriftlich, per Formular, mit Rassenangabe. Die Steuermarke kommt mit dem Bescheid.

Die besten Routen in Münster, mit korrekter Rechtslage

Aasee: Wasser, Wiese, Freilauf

Im August liegt der Aasee-Geruch in der Luft: nasses Gras, Kleie, etwas Abgase vom nahen Ring. Wer früh morgens kommt, vor acht Uhr, wenn die ersten Radfahrer noch auf die Promenade zuckeln –, hat den Westteil fast für sich. Für Hunde besonders interessant ist der westliche, „neue“ Aasee westlich der Torminbrücke. Hier ist Freilauf erlaubt, und wer einen wassersüchtigen Hund hat, kommt auf seine Kosten. Die Wiesenflächen sind weit, der Untergrund wechselt zwischen Kies und feuchtem Rasen. Im Winter liegt manchmal Reif auf den Halmen bis nach neun Uhr.

Achtung: Der östliche Aasee-Bereich direkt an der Promenade ist Leinenpflicht-Zone. Prüfe die Beschilderung vor Ort. Aktuelle Infos und Routenempfehlungen rund um den Aaseepark findest du bei Tourismus NRW.

Nordpark / Wienburgpark: Freilauf nördlich der City

Der Nordpark liegt im Stadtteil Uppenberg, zehn Minuten Rad von der Altstadt. Im Oktober liegt Laub drei Wochen lang auf dem Weg, die Eichen tropfen, der Park riecht nach Pilzen. Die weitläufige Grünanlage gehört zu den ausgewiesenen Freilaufflächen der Stadt – Hunde dürfen hier ohne Leine laufen, mit ihresgleichen toben, ins Wasser springen. Jeden Morgen findet sich um 09:30 Uhr eine Hundegruppe in der Mitte des Parks zusammen. Wer ein erstes Kennenlernen mit anderen Hunden sucht, findet hier eine feste Struktur.

Ausnahme: Der Spielplatz im Parkgelände ist hundefrei. Beschilderung beachten.

Rieselfelder: Vogelschutz ernst nehmen

Die Rieselfelder liegen sechs Kilometer nördlich der Innenstadt. Mit verschiedenen Lebensräumen – Wasserflächen, Röhrichte, feuchte Wiesen, Schlammfluren und Streuobstwiesen, bieten die Rieselfelder den unterschiedlichsten Arten ein Zuhause. Im Frühjahr zieht das Kranichgeschrei am Morgen über die Flächen. Der Kiesweg knirscht unter jedem Schritt, rundherum Schilf, und irgendwo schimpft ein Teichrohrsänger.

Aber: Freilauf gibt es hier nicht. Leine rein, Weg bleiben. Wichtig ist es, die ausgewiesenen Wege nicht zu verlassen und die Hunde an der Leine zu halten, um die Vögel nicht zu stören. Wer seinen Hund loslässt, riskiert nicht nur ein Bußgeld. Ein Hund, der Wildtiere schlägt oder angreift, kann als gefährlich eingestuft werden, mit allen Konsequenzen nach LHundG NRW. Prüfe die Regeln vor dem Besuch auf der Seite der Biologischen Station Rieselfelder Münster.

Dortmund-Ems-Kanal: Leine weg, Wasser marsch

Die Kanalufer des Dortmund-Ems-Kanals, der Münster im Norden passiert, sind von der Stadt als Freilaufbereich ausgewiesen. Das Ufer ist breit. Der Untergrund variiert: mal befestigter Treidelpfad, mal weicher Grasstreifen, mal feucht nach Regen. Im März kommt Gestrüpp hoch. Abseits der Wege gilt NRW-Landesforstrecht, also: auf dem Weg bleiben, Hund unter Kontrolle. Die Rieselfelder bei Münster und die Lippeauen zählen zu den relevanten Vogelschutzgebieten in der Region, der Kanal selbst ist offener, weniger schutzgebietssensibel. Die Beschilderung vor Ort gibt Auskunft über aktuelle Einschränkungen.

Was in Münster anders ist als im Rest von NRW

Münster ist keine Industrie- und keine Pendlerstadt. Die Stadt lebt von Verwaltung, Bildung und Gesundheitswirtschaft. Das schlägt sich in der Nutzung öffentlicher Räume nieder: Die Promenade, der Aasee und die Parks sind täglich von Studierenden, Familien und Radfahrern bevölkert. Konflikte zwischen Hundehaltern und anderen Nutzergruppen gibt es. Nach Angaben des Ordnungsamtes betragen die Bußgelder mehr als 10.000 Euro pro Jahr, meist wegen Missachtung des Leinenzwangs. Das Ordnungsamt kontrolliert.

Gegenüber anderen NRW-Städten fällt auf: Münster hat klarer kommuniziert, wo Freilauf erlaubt ist. Ohne Leine dürfen Hunde im Bereich des westlichen „neuen“ Aasees, des Nordparks und den Kanalufern laufen. Das gibt Hundehaltern eine verlässliche Grundlage. Wer die Grenzen kennt, kann auch genießen. Wer sie ignoriert, zahlt, und bekommt im Zweifel Ärger mit Naturschutzbehörden, wenn er mit dem Hund im Vogelschutzgebiet herumstreunt.

Die Hundesteuer ist seit 2010 stabil. Sie wächst langsam, hauptsächlich durch eine steigende Zahl von gemeldeten Hunden, nicht durch höhere Tarife. Das ist in NRW nicht selbstverständlich. Viele Städte haben die Sätze in den letzten Jahren erhöht.

Häufig gestellte Fragen

Wo darf mein Hund in Münster ohne Leine laufen?

Ohne Leine dürfen Hunde innerhalb der Stadt Münster im Bereich des westlichen „neuen“ Aasees, westlich der Torminbrücke, des Nordparks und den Kanalufern laufen. Alle anderen öffentlichen Grünanlagen, Parks und Plätze sind Leinenpflicht-Bereiche. Die Beschilderung vor Ort ist maßgeblich.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Münster?

Der Steuersatz liegt seit 2010 bei 120 Euro für den ersten Hund, 132 Euro für den zweiten und 144 Euro für jeden weiteren Hund. Als gefährlich eingestufte Hunde kosten 750 Euro pro Jahr. Ermäßigungen gelten für Assistenz- und Therapiehunde sowie im ersten Jahr für Tierheim-Hunde, jeweils auf Antrag. Die aktuellen Satzungsdetails findest du beim Amt für Finanzen und Beteiligungen der Stadt Münster.

Darf ich mit meinem Hund in die Rieselfelder?

Ja, der Hund darf mitgenommen werden, er muss aber angeleint bleiben. Da in den Rieselfeldern Münster viele Wasser- und Watvögel nisten und brüten, dürfen Hunde dort nicht frei herumlaufen. Vom 1. März bis zum 31. Juli gilt zudem nach § 52 des Landesnaturschutzgesetzes eine Leinenpflicht für Hunde in allen Europäischen Vogelschutzgebieten. Wer die Leine weglässt, riskiert ein Bußgeld, und schadet brütenden Vögeln.

Was brauche ich für einen Rottweiler oder Bullmastiff in Münster?

Rottweiler und Bullmastiff fallen unter „Hunde bestimmter Rassen“ nach § 10 LHundG NRW. Für das Halten und Führen solcher Hunde musst du beim Ordnungsamt der Stadt Münster eine Erlaubnis beantragen. Du musst außerdem eine Haftpflichtversicherung abschließen und den Nachweis der erforderlichen Sachkunde durch eine Sachkundebescheinigung erbringen. Das Ordnungsamt Münster ist der richtige Anlaufpunkt für aktuelle Anforderungen und Formulare.

Gilt im Wald rund um Münster Leinenpflicht?

Auf Waldwegen dürfen viele Hunde ohne Leine laufen, wenn sie sicher kontrollierbar sind. Abseits der Wege dürfen Hunde nur angeleint mitgeführt werden. Kommunale Leinenpflicht-Verordnungen gelten im Wald nicht, das hat das Oberverwaltungsgericht Münster in einem Beschluss (Az: 5 A 2601/10) festgestellt. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten dagegen gilt ganzjährig Leinenpflicht. Im Frühjahr und Frühsommer gilt besondere Vorsicht wegen Wildtieren und Brut.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer