Dortmund (Kreisfreie Stadt)
Hund in Dortmund: Was wirklich gilt
Wer sagt, Dortmund sei grau, war noch nie an einem frühen Herbstmorgen im Süggelwald. Zwischen den Buchen liegt Nebel, der Boden ist weich vom letzten Regen, und der Hund spurtet durch Laubschichten, die seit Wochen niemand geharkt hat. Dortmund ist die größte Stadt Westfalens, rund 593.000 Einwohner, tief ins östliche Ruhrgebiet gegraben. Trotzdem stehen fast 40 Prozent des Stadtgebiets als Grün- und Freifläche zur Verfügung. Im Süden beginnt das Bergische Übergangsland, im Norden öffnet sich die Westfälische Bucht. Dazwischen: Parks, Waldstücke, ein Industriesee, Heideflächen.
Als kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen gilt das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) als unveränderliche Basis. Kommunal kommt dazu: Ordnungsamt-Vorgaben für Parks, ein dichtes Netz ausgewiesener Hundeauslaufgebiete und eine Hundesteuersatzung, die im NRW-Vergleich im oberen Drittel liegt. Wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch kommt, tut gut daran, beides zu kennen.
Leinenpflicht in Dortmund: Was landesweit gilt und wo die Stadt draufsattelt
Das LHundG NRW schreibt vor, dass du deinen Hund an geeigneter Leine führst: in Fußgängerzonen und Haupteinkaufsbereichen, in öffentlich zugänglichen umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen sowie bei Versammlungen und Volksfesten. Das gilt überall in NRW. Dortmund konkretisiert diesen Rahmen in der Praxis des Ordnungsamts: Auf belebten Park-Hauptwegen, rund um Spielflächen und in der Innenstadt wird kontrolliert.
Innenstadt und Parks: Leine als Grundregel
Im Westfalenpark, am Fredenbaum oder im Stadtgarten teilen sich Jogger und Familien die Wege. Hier gilt Leinenpflicht. Innerhalb geschlossener Ortschaften führst du deinen Hund an der Leine. In Parkanlagen und auf Grünflächen ebenso, außer auf ausgewiesenen Hundeauslaufzonen. Kinderspielplätze sind für Hunde verboten. Friedhöfe auch. Wer die Leine trotzdem abnimmt, riskiert ein Bußgeld. Der Rahmen nach LHundG NRW reicht bis zu 100.000 Euro. Typische Verstöße liegen deutlich darunter, aber der Beamte am Stadtsee kann trotzdem empfindlich zuschlagen.
Wald: Brut- und Setzzeit als härteste Phase
Im Dellwiger Wald, im Süggelwald oder im Bittermark gilt: Wege halten, Hund an der Leine. Vom 1. April bis 15. Juli ist die Anleinpflicht im Wald konsequent einzuhalten. Das ist die Brut- und Setzzeit. Außerhalb dieser Phase tolerieren viele Waldabschnitte das Laufen abseits des Weges faktisch, rechtlich bleibt das Gebot bestehen, das Wild zu schonen. Wer im März den Hund durch den Frühlingswald schickt und dabei auf einen Förster trifft, hat schlechte Karten.
Naturschutzflächen: Süggelwald und Deininghauser Heide
Die Deininghauser Heide im Nordwesten des Stadtgebiets ist ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Wer im August dort steht, wenn die Heide violett leuchtet, versteht warum, und versteht auch, warum die Wegegebote hier ernst genommen werden. In Kernzonen gilt verschärfte Leinenpflicht. Die Beschilderung vor Ort ist bindend. Im Süggelwald im Dortmunder Süden gibt es ebenfalls Schutzzonen. Wege sind markiert, Regeln stehen an den Eingängen.
Listenhunde in Dortmund: LHundG NRW als Grundlage, Ordnungsamt als Ansprechstelle
Das Landeshundegesetz NRW unterscheidet zwischen gefährlichen Hunden, Hunden bestimmter Rassen und großen Hunden. Gefährliche Hunde sind per Definition Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen.
Hunde bestimmter Rassen umfassen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu, einschließlich Kreuzungen und Mischlinge. Für diese Rassen gelten Leinenpflicht und Maulkorbpflicht. Die Haltung ist erlaubnispflichtig.
Gefährliche Hunde trägst du in der Öffentlichkeit stets angeleint und mit Maulkorb. Hunde aus den genannten Kategorien meldest du nicht nur steuerrechtlich an. Du zeigst sie zusätzlich beim Ordnungsamt der Stadt Dortmund an.
Dazu kommt die NRW-Besonderheit: Alle Hunde, die ausgewachsen mindestens 40 cm Widerristhöhe oder mindestens 20 kg Gewicht erreichen, gelten als „große Hunde“ und unterliegen eigenen Bestimmungen. Pflicht sind ein Mikrochip und eine Haftpflichtversicherung. Wer mit einem Labrador, einer Deutschen Dogge oder einem Berner Sennenhund nach Dortmund zieht, landet automatisch in dieser Kategorie, anzeigepflichtig, aber nicht verboten. Mehr zu den Rasselisten findest du in der Übersicht Nordrhein-Westfalen.
Hundesteuer und Anmeldung in Dortmund
Dortmund liegt im bundesweiten Vergleich im teuren Bereich. Die Hundesteuersatzung gilt seit 2015. Ein Ersthund kostet 156 Euro pro Jahr. Bei zwei Hunden werden jeweils 204 Euro fällig. Ab dem dritten Hund sind es 228 Euro pro Tier. Für einen als gefährlich eingestuften Hund beträgt die Steuer 468 Euro jährlich. Vergünstigungen gibt es für Bezieher von Bürgergeld und vergleichbaren Sozialleistungen, aber nur für einen Hund. Eine Befreiung für Tierheim-Hunde sieht Dortmund nicht vor, was regelmäßig Kritik einbringt.
Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Anschaffung oder Zuzug an. Versäumst du die Frist, drohen Bußgelder. Die Anmeldung läuft über das Stadtsteueramt Dortmund, online, schriftlich oder persönlich. Danach erhältst du eine Hundesteuermarke. Dein Hund trägt sie außerhalb des Grundstücks sichtbar.
Hund mit in den ÖPNV: VRR macht es einfach
Wer in Dortmund keinen eigenen Wagen hat oder die U-Bahn zum Westfalenpark nehmen will, hat es gut. Im VRR-Gebiet ist die Hundemitnahme kostenfrei. Das ist eine echte Ausnahme im bundesweiten Vergleich. In den meisten anderen Verbünden wird für größere Hunde ein Kinderticket fällig. Hunde müssen kurz angeleint werden. Einen Maulkorb tragen sie, wenn sie andere Fahrgäste gefährden könnten. Wer das beachtet, kommt mit Hund bequem von der Innenstadt in jeden Zipfel des Stadtgebiets.
Die besten Routen in Dortmund, mit korrekter Rechtslage
Phoenix-See: Wo Stahl war, ist jetzt Wasser
Früher glühte hier Erz, heute glitzert Wasser. Der Phoenix-See im Stadtteil Hörde entstand auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerks Phoenix-Ost. Morgens um acht ist die Luft über dem See noch still, der Beton der Promenade kühlt, und du hast drei Kilometer befestigten Uferweg beinahe für dich allein. Später kommen Jogger, Radfahrer, Familien. Hunde sind an der Promenade angeleint willkommen. In Strandbereichen und auf Spielflächen gilt Leinenpflicht. Wer dort die Leine abnimmt, riskiert nicht nur einen Konflikt mit anderen Besuchern, sondern auch ein Gespräch mit dem Ordnungsamt. Ob Gastronomiebetriebe am See Hunde an der Außenterrasse dulden, klärst du direkt vor Ort beim jeweiligen Betrieb.
Rombergpark und Westfalenpark: Zwei Klassiker, zwei Regeln
Der Rombergpark in Brünninghausen ist einer der ältesten Botanischen Gärten Westfalens. Alte Baumriesen werfen im Sommer so viel Schatten, dass der Boden selbst an heißen Tagen kühl bleibt. Hunde laufen auf den Spazierwegen mit. Auf Hauptwegen und im botanischen Bereich gilt Leinenpflicht. Die ruhigen Waldpfade am Rand laufen sich entspannter. Der nahe gelegene Westfalenpark mit rund 70 Hektar Parkfläche und dem markanten Florianturm funktioniert ähnlich: Hunde willkommen, Leine Pflicht auf Hauptwegen, rund ums Rosarium und auf Spielflächen. Im Westpark in der Innenstadt-West gibt es eine ausgewiesene, nicht eingezäunte Hundewiese an der Ritterhausstraße, wer kürzere Wege sucht, ist dort gut aufgehoben. Aktuelle Routen-Empfehlungen für das Ruhrgebiet findest du bei Tourismus NRW.
Süggelwald: Das naturbelassenste Stück
Wer im Oktober durch den Süggelwald im Dortmunder Süden geht, spürt, wie die Stadt hinter sich bleibt. Die Wege sind teils ungepflastert, lehmig nach dem ersten Herbstregen. Die Buchen werfen Kupferblätter. Der Süggelwald ist das naturbelassenste Waldgebiet innerhalb des Stadtgebiets, weitverzweigte Pfade, kleine Bachläufe, wenig Trubel. Von April bis Mitte Juli gilt Anleinpflicht konsequent. In den übrigen Monaten läuft es ruhiger ab. Schutzzonen bleiben aber immer bindend. Die Schilder stehen an den Eingängen. Wer hier an einem nebligen Novembermorgen losmarschiert, macht ein Naturerlebnis, das kaum zu glauben ist für eine Stadt von knapp 600.000 Menschen.
Dellwiger Wald und Deininghauser Heide: Nordwesten mit Charakter
Weniger bekannt, aber lohnend. Der Dellwiger Wald im Nordwesten des Stadtgebiets hat den Charme eines unterschätzten Reiseziels. Wege schlängeln sich durch gemischten Laubwald, der Boden federt. Unmittelbar benachbart liegt die Deininghauser Heide. Ende August steht sie in Lila, ein kurzer, dichter Moment des Jahres. Freilauf gibt es dort trotzdem nicht. Die Heide ist Naturschutzgebiet. Leinenpflicht gilt ohne Ausnahme, die Wege sind klar markiert. Abseits davon eignet sich der Bereich für ausgedehnte Runden, auch wenn er etwas Anfahrt erfordert.
Hundeauslaufgebiete: Freilauf ohne Konflikte
Dortmund hat ein vergleichsweise dichtes Netz ausgewiesener Freiflächen. Stand Juni 2024 führt der Tierschutzverein Groß-Dortmund e.V. zahlreiche Hundewiesen im Stadtgebiet auf: in Dortmund-Scharnhorst (Werzenkamp), Innenstadt-Nord (Erwinstraße/Uhlandstraße), im Westpark (Ritterhausstraße) und in der Innenstadt-Ost (Hannöversche Straße). Auf diesen ausgewiesenen Flächen gilt gemäß LHundG NRW kein Leinenzwang. Eingezäunte Anlagen gibt es in Aplerbeck (Weiße-Ewald-Straße) und Hörde (Auf’m Brautschatz). Die Nutzung ist kostenlos. Kotbeutel bringst du mit, die Stadt stellt in vielen Bereichen Tüten bereit, aber nicht überall zuverlässig.
Was in Dortmund anders ist als anderswo in NRW
Dortmund ist kein klassisches Naherholungsgebiet für Besucher. Es ist eine Industriegroßstadt, die Grünflächen als Gegenpol zur dichten Bebauung entwickelt hat. Das prägt die Atmosphäre: Parks sind Alltagsraum, keine Kulisse. Die Hundepolitik ist pragmatisch, viele ausgewiesene Auslaufgebiete, klare Leinenpflicht in Parks und auf Wegen, aber kein sonderlich restriktives Stadtklima verglichen etwa mit Düsseldorf oder Köln.
Was wirklich auffällt: Die Hundemitnahme im VRR-Nahverkehr ist für alle kostenlos. Ein konkreter Alltagsvorteil, den viele Städte nicht bieten. Dafür ist die Hundesteuer mit 156 Euro für den Ersthund vergleichsweise hoch. Dortmund rangiert laut Ruhr24 unter den Top Ten der teuersten Kommunen für Hundehalter, bezogen auf die 338 Kommunen in NRW zählt die Stadt zu denen mit den höchsten Abgaben. Wer mit mehreren Hunden zuzieht, sollte das im Haushaltsplan berücksichtigen.
Häufig gestellte Fragen
Darf mein Hund in den Westfalenpark?
Hunde sind im Westfalenpark willkommen. Auf den Hauptwegen, in der Nähe des Rosariums und auf Spielflächen gilt Leinenpflicht nach LHundG NRW § 2 Abs. 2. In ruhigeren Randbereichen ist die Situation entspannter. Die Beschilderung an den Eingängen ist verbindlich. Hinterlassenschaften musst du immer beseitigen, Bußgelder bei Verstößen sind möglich.
Wo kann mein Hund in Dortmund ohne Leine laufen?
Die Stadt Dortmund und der Tierschutzverein Groß-Dortmund e.V. unterhalten ausgewiesene eingezäunte Hundeauslaufflächen, auf denen gemäß LHundG NRW kein Leinenzwang gilt. Konkrete Standorte: Aplerbeck (Weiße-Ewald-Straße), Hörde (Auf’m Brautschatz), Scharnhorst (Werzenkamp) und weitere. Die aktuelle Liste führt der Tierschutzverein Groß-Dortmund e.V. auf seiner Website (Stand: Juni 2024).
Was kostet die Hundesteuer in Dortmund, und wann muss ich anmelden?
Der Steuersatz beträgt 156 Euro pro Jahr für den ersten Hund, 204 Euro pro Hund bei zwei Hunden und 228 Euro pro Hund ab dem dritten Tier. Für einen gefährlichen Hund fallen 468 Euro jährlich an. Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Anschaffung oder Zuzug beim Stadtsteueramt Dortmund an. Das geht online unter dortmund.de/services/hundesteuer.html.
Gilt mein Hund in NRW als Listenhund?
Gefährliche Hunde nach LHundG NRW sind Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Hunde bestimmter Rassen (§ 10 LHundG NRW) umfassen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu. Für beide Gruppen gilt Leinenpflicht und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit sowie Erlaubnispflicht. Das Ordnungsamt Dortmund ist die zuständige Stelle. Alle Rassenregelungen findest du auf der Seite des Ordnungsamts Dortmund.
Was muss ich als Neuzuzug mit Hund sofort erledigen?
Innerhalb von zwei Wochen nach Zuzug meldest du deinen Hund beim Stadtsteueramt Dortmund zur Hundesteuer an. Pflicht nach LHundG NRW ist außerdem die Mikrochip-Kennzeichnung, sowie für große Hunde ab 40 cm Widerrist oder 20 kg eine Haftpflichtversicherung. Wer einen Hund bestimmter Rasse oder einen gefährlichen Hund hält, zeigt diesen zusätzlich beim Ordnungsamt an und holt eine Haltungserlaubnis ein. Wer das versäumt, riskiert empfindliche Bußgelder.
Quellen
- Stadt Dortmund – Hundesteuer: Anmeldung, Abmeldung, Formulare
- Stadt Dortmund – Landeshundegesetz NRW: Rassen, Pflichten, Formulare
- LHundG NRW (Volltext) auf recht.nrw.de
- VRR, Deutschlandticket und Hundemitnahme im VRR-Gebiet
- Tierschutzverein Groß-Dortmund e.V., Hundeauslaufflächen im Stadtgebiet (Stand: Juni 2024)
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer
Bild: Wikimedia Commons –