Brandenburg an der Havel liegt mitten im Herzen des gleichnamigen Bundeslandes — umgeben von Wasser, Wiesen und ruhigen Kiefernwäldern. Die Stadt ist von Flussarmen der Havel durchzogen, gesäumt von alten Brücken und mittelalterlichen Kirchtürmen, die sich im Wasser spiegeln. Wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch kommt, findet eine entspannte Mischung aus Stadtflair und weiter Natur — oft nur wenige Minuten voneinander entfernt.
Das Besondere an Brandenburg an der Havel ist die Dichte an Gewässern. Die Havel selbst, der Beetzsee, der Plauer See und zahlreiche Kanäle schaffen ein Netz aus Uferwegen, das Gassi-Runden zu kleinen Abenteuern macht. Dein Hund wird das feuchte Gras morgens im Gegenlicht kennen — und du wirst verstehen, warum viele Brandenburger sagen, diese Stadt atme langsamer als andere.
Ob du hier wohnst oder nur für einen Tag herschaust: Brandenburg an der Havel lohnt sich mit Hund. Die weitläufige Umgebung bietet Raum zum Schnuppern, Toben und Entschleunigen. Gleichzeitig gibt es klare Regeln, die du kennen solltest — damit der Ausflug für Mensch, Tier und Mitbewohner reibungslos läuft.
Tagesausflüge mit Hund in Brandenburg an der Havel
Wasser rauscht, Möwen ziehen Kreise, und dein Hund zieht die Nase tief in das feuchte Uferlaub — so fühlen sich viele Spaziergänge rund um Brandenburg an der Havel an. Die Stadt und ihre Umgebung bieten Wanderwege, Uferpromenaden und stille Waldpfade, die sich für jeden Hundetyp eignen.
Havelpromenade und Stadtkanal
Die Havelpromenade zieht sich durch das Stadtgebiet und verbindet mehrere Stadtteile auf einem bequemen, meist asphaltierten Weg direkt am Wasser. Hier spazierst du an alten Speichern, kleinen Bootsstegen und gepflegten Grünanlagen vorbei. Besonders der Abschnitt zwischen der Jahrtausendbrücke und dem Stadtkanal ist beliebt — breit genug, um Begegnungen mit anderen Hunden entspannt zu navigieren. Achte auf die ausgeschilderten Hinweise vor Ort, da einzelne Bereiche saisonale Einschränkungen haben können.
Der Stadtkanal selbst windet sich durch die Altstadt und bietet ruhigere Alternativrouten abseits des Verkehrs. Hier begegnest du Enten, Schwänen und gelegentlich Fischerbooten — für reizfreudige Hunde ein echter Ablenkungsparcours. Kurze Runden von 30 bis 60 Minuten sind genauso möglich wie ausgedehnte Touren von zwei Stunden und mehr. Prüfe vorher, ob in den parkähnlichen Abschnitten Leinenpflicht gilt — entsprechende Schilder sind meist gut sichtbar angebracht.
Beetzsee und die Seen-Kette westlich der Stadt
Wer etwas mehr Natur sucht, fährt wenige Kilometer westlich zum Beetzsee — einem der größten natürlichen Seen Brandenburgs. Die Uferwege sind teils unbefestigt, schattig und herrlich weitläufig. Im Sommer lockt das flache Ufer wasserbegeisterte Hunde zum Planschen, wobei du auf ausgewiesene Badestellen für Menschen achten und deinen Hund dort fernhalten solltest. Informiere dich vor Ort über die aktuell geltenden Regelungen an den einzelnen Zugängen.
Die Seen-Kette setzt sich über den Breitlingsee bis in Richtung Plaue fort und lässt sich auf dem Havelradweg auch zu Fuß gut erkunden. Stille Buchten, bewaldete Hänge und gelegentliche Ausblicke auf die Wasseroberfläche machen diese Strecken besonders im Frühling und Herbst attraktiv. Der Untergrund wechselt zwischen Sand, Schotter und Waldpfad — robuste Pfoten und rutschfeste Wanderschuhe sind von Vorteil. Schnüffelaktive Hunde kommen hier auf ihre Kosten.
Dom-Insel und Dominsel-Umrundung
Die Dominsel ist das historische Herzstück von Brandenburg an der Havel — umschlossen von einem Havelarm und geprägt vom mächtigen Dom St. Peter und Paul. Eine Umrundung der Insel zu Fuß dauert je nach Tempo etwa 20 bis 40 Minuten und verbindet mittelalterliche Atmosphäre mit ruhigen Uferpfaden. Alte Kopfsteinpflasterstraßen, hohe Linden und der Blick aufs Wasser machen diese Route zu einem stadthistorischen Erlebnis. Für Hunde bedeutet das: viele Eindrücke auf kleinem Raum.
Rund um den Dom gibt es Grünflächen, die sich als kurze Verschnaufpause eignen. Im Innenhof und im Bereich der Domgärten gelten möglicherweise besondere Regeln — halte deinen Hund an der Leine und prüfe aktuelle Hinweisschilder. Die Dominsel ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für längere Touren in Richtung Stadtwald oder Havelinsel. Sie lässt sich mit einem Besuch der Altstadt kombinieren, ohne dass du das Auto bewegen musst.
Stadtwald und Marienberg
Am südlichen Stadtrand erstreckt sich der Stadtwald Brandenburg — ein ruhiges, weitverzweigtes Kiefernwaldgebiet mit sandigen Wegen und kaum Autoverkehr. Hier findest du Luft zum Durchatmen und Wege, die sich stundenlang erkunden lassen. Der Marienberg bietet einen der wenigen Aussichtspunkte der flachen Region und belohnt den kurzen Aufstieg mit einem Panorama über Stadtdächer und Wasserflächen. Im Frühling und Sommer zwitschern hier zahlreiche Vogelarten — besonders in der Brutzeit solltest du deinen Hund in der Nähe von dichten Gebüschzonen an der Leine führen.
Die Waldwege sind überwiegend unbefestigt und sandig, was vielen Hunden gut tut — gelenkschonend und reich an Gerüchen. Offizielle Hinweisschilder zeigen an, wo Wegegebote oder Betretungsverbote gelten, etwa in forstlich genutzten Bereichen. Eine aktuelle Übersicht zu Wanderwegen und Schutzgebieten rund um Brandenburg an der Havel findest du beim Tourismusportal Reiseland Brandenburg. Nimm ausreichend Wasser für deinen Hund mit — Quellen und Bäche sind im Sandgebiet rar.
Hund und lokale Regeln in Brandenburg an der Havel
Zwischen dem Duft frischer Brötchen vom Markt und dem Plätschern der Havel liegt manchmal nur ein gut ausgeschildertes Schild — und der Unterschied zwischen einer entspannten Runde und einem ärgerlichen Moment. Wer die wichtigsten Regeln kennt, genießt Brandenburg an der Havel mit Hund deutlich gelassener.
Leinenpflicht im Stadtgebiet
In Brandenburg an der Havel gilt in öffentlichen Bereichen innerhalb der Ortschaft grundsätzlich Leinenpflicht für Hunde. Das betrifft Bürgersteige, Straßen, Parks, Grünanlagen und Plätze der Innenstadt. Ausgewiesene Auslaufflächen, auf denen Hunde frei laufen dürfen, sind meist entsprechend beschildert. Prüfe immer die aktuellen Hinweisschilder vor Ort — sie geben die verbindliche Information für den jeweiligen Bereich.
Auf Waldwegen außerhalb bebauter Gebiete ist die Situation manchmal anders geregelt, aber auch dort können saisonale Leinenpflichten greifen — etwa während der Brut- und Setzzeit von März bis Juli in der Nähe von Schutzgebieten. Das Brandenburger Naturschutzrecht sieht in bestimmten Gebieten eine ganzjährige Leinenpflicht vor. Aktuelle Informationen zu Schutzgebieten und Betretungsregelungen bietet das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg. Im Zweifel leinst du deinen Hund an — das schützt Wildtiere und schont dich vor Bußgeldern.
Anmeldung und Hundesteuer
Wer in Brandenburg an der Havel mit Hauptwohnsitz gemeldet ist und einen Hund hält, ist verpflichtet, diesen beim Ordnungsamt oder der Stadtverwaltung anzumelden. Die Stadt erhebt eine Hundesteuer — die genaue Höhe regelt die örtliche Steuersatzung, weshalb du dich direkt bei der Stadt Brandenburg an der Havel informieren solltest. Dort findest du auch Formulare zur Anmeldung sowie Informationen zur Befreiung, etwa für Blindenführhunde oder Hunde aus dem Tierschutz.
Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundemarke, die dein Hund beim Spaziergang tragen sollte. Sie dient als Nachweis der Steuerentrichtung und erleichtert die Zuordnung, falls dein Hund einmal entläuft. Die Nicht-Anmeldung gilt als Ordnungswidrigkeit und kann geahndet werden. Wer nur zu Besuch ist, unterliegt nicht der lokalen Steuerpflicht — sollte aber trotzdem alle anderen Regeln einhalten.
Hunde im öffentlichen Nahverkehr und in der Gastronomie
Im öffentlichen Nahverkehr in und um Brandenburg an der Havel gelten die Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Kleine Hunde in geeigneten Transportbehältern werden in der Regel kostenfrei oder gegen geringes Entgelt befördert. Größere Hunde benötigen meist einen eigenen Fahrschein und müssen an der Leine geführt werden — prüfe die aktuellen Tarife direkt beim VBB, da sich die Konditionen ändern können.
In der Gastronomie entscheidet der Betreiber selbst, ob Hunde willkommen sind. Im Außenbereich sind Hunde vielerorts geduldet, im Innenraum seltener. Frage vor dem Betreten eines Restaurants oder Cafés kurz nach — das vermeidet unangenehme Situationen. Viele Brandenburger Gaststätten an der Havelpromenade haben hundefreundliche Außenbereiche, aber eine verbindliche Aussage dazu lässt sich von hier aus nicht treffen. Ein freundliches Nachfragen öffnet oft mehr Türen als eine Annahme.
Listenhunde und Entsorgungspflicht
Das Land Brandenburg regelt den Umgang mit sogenannten gefährlichen Hunden im Hundehaltergesetz des Landes Brandenburg. Bestimmte Rassen oder Kreuzungen unterliegen besonderen Auflagen, etwa Leinen- und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit, besondere Sachkundenachweise für Halter oder eine gesonderte Erlaubnispflicht. Die aktuelle Liste der betroffenen Rassen und die genauen Anforderungen findest du beim zuständigen Ordnungsamt der Stadt oder beim Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises. Verlasse dich nicht auf veraltete Quellen — die Rechtslage kann sich ändern.
Die Entsorgungspflicht für Hundekot gilt im gesamten Stadtgebiet. In Parks, auf Gehwegen und in Grünanlagen sind Hinterlassenschaften sofort zu beseitigen. An vielen Standorten stellt die Stadt Tütenspender und Abfallbehälter bereit — nutze sie konsequent. Wer seinen Hund sein Geschäft auf Gehwegen, Spielplätzen oder in Parkanlagen unerledigt lassen lässt, riskiert ein Bußgeld. Ein eigener Vorrat an Kotbeuteln ist Pflicht — Spender sind nicht überall vorhanden und können gelegentlich leer sein.
Praktisches vor Ort in Brandenburg an der Havel
Brandenburg an der Havel verteilt sich über Inseln, Kanäle und Stadtteile — wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, tut gut daran, die wichtigsten Adressen schon vor dem Ausflug zu kennen. Tierarztpraxen, Hundeschulen und Betreuungsangebote sind über das Stadtgebiet verstreut. Ein kurzer Check im Voraus spart Stress, besonders wenn dein Hund unterwegs Hilfe braucht.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst
In Brandenburg an der Havel gibt es mehrere niedergelassene Tierarztpraxen, die Hunde in der Regelversorgung behandeln. Für Notfälle außerhalb der Sprechzeiten ist es wichtig, die aktuelle Notfallnummer deiner Praxis zu kennen — viele Praxen geben beim Anrufbeantworter einen diensthabenden Kollegen an. Alternativ erreichst du über die Tierärztekammer Brandenburg Auskunft zu Notfalldiensten in der Region; die offizielle Suche findest du unter tkaebb.de. Notiere dir Adresse und Telefonnummer deiner Stammpraxis, bevor du einen langen Ausflug ans Havelufer oder in die Wälder rund um die Stadt startest. Bei lebensbedrohlichen Situationen ist die nächste Tierklinik mit Notaufnahme in Richtung Berlin erreichbar — prüfe die genaue Route und Erreichbarkeit vorab.
- Mehrere Kleintierpraxen im Stadtgebiet vorhanden
- Notfalldienst über Praxisansage oder Tierärztekammer erfragen
- Nächste Tierklinik mit 24h-Notaufnahme: Richtung Berlin recherchieren
- Wichtige Nummern am besten im Handy speichern
Wenn dein Hund im Sommer am Wasser unterwegs ist, lohnt ein Blick auf typische Risiken: Blaualgen in stehenden Gewässern, Angelhaken am Ufer und Hitzschlag bei langen Strecken in der Mittagssonne. Reagiere bei ungewöhnlichem Verhalten deines Hundes schnell und suche im Zweifel sofort eine Praxis auf.
Hundeschulen und Trainingsangebote
Rund um Brandenburg an der Havel gibt es Hundeschulen und Trainer, die Einzel- und Gruppentraining für verschiedene Altersgruppen und Rassen anbieten. Welpen- und Junghundekurse helfen dabei, Hunde früh zu sozialisieren — gerade in einer Stadt mit viel Wasserverkehr, Radfahrern und Brücken ist eine gute Reizgewöhnung wertvoll. Frag in örtlichen Tierarztpraxen oder im Tierheim nach Empfehlungen, da sich die lokale Szene regelmäßig verändert. Achte beim Auswählen einer Hundeschule auf anerkannte Ausbildung der Trainer und positive Trainingsmethoden ohne Zwang.
Einige Anbieter arbeiten auch mobil und kommen zu dir nach Hause oder treffen sich direkt an einem Übungsplatz im Freien. Das kann praktisch sein, wenn du frisch zugezogen bist und deinen Hund gezielt an die Havellandschaft gewöhnen möchtest. Prüfe Bewertungen und sprich vor einer Buchung offen über deine Ziele und die Bedürfnisse deines Hundes. Ein erstes Kennenlerngespräch ohne Kosten ist bei seriösen Schulen üblich.
Auslaufflächen und eingezäunte Bereiche
Brandenburg an der Havel bietet dank seiner Wasserlagen und Grünflächen viel Raum für Hunde — offizielle eingezäunte Hundeauslaufflächen sind jedoch rar. Prüfe beim Stadtbüro oder direkt beim zuständigen Ordnungsamt, welche Flächen aktuell als Auslaufbereich ausgewiesen sind; die Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel ist über stadt-brandenburg.de erreichbar. Außerhalb ausgewiesener Bereiche gilt je nach Zone Leinenpflicht — verlasse dich nicht auf mündliche Aussagen anderer Hundehalter, sondern schau in die aktuelle Verordnung. Viele Halter nutzen die weiten Wiesen entlang der Havel für den Freilauf, aber auch dort können saisonale Einschränkungen gelten, etwa in der Brut- und Setzzeit.
- Offizielle Auslaufflächen: beim Ordnungsamt anfragen
- Havelufer und Stadtparks: Leinenpflicht prüfen
- Saisonale Einschränkungen in Naturschutzbereichen beachten
- Eingezäunte Privat-Hundewiesen in der Umgebung über lokale Gruppen recherchieren
Für Hunde, die Sozialkontakt brauchen, lohnt der Austausch in lokalen Hundehalter-Gruppen — dort kursieren oft Tipps zu informellen Treffpunkten, Kiesgruben mit Bademöglichkeit oder Feldwegen, auf denen andere Halter mit Leine, aber ohne Gedränge unterwegs sind. Beachte dabei, dass informelle Tipps keine rechtliche Grundlage ersetzen.
Pensionen, Tagesbetreuung und Pflegedienste
Wer geschäftlich in Brandenburg an der Havel zu tun hat oder tagsüber verhindert ist, findet in der Stadt und im Umland Hundetagesstätten und private Pensionen. Die Angebote reichen von Einzelbetreuung im privaten Zuhause bis zu kleinen Gruppen auf einem Landgrundstück. Frag gezielt nach, wie viele Hunde gleichzeitig betreut werden und ob die Betreuungsperson einen Sachkundenachweis hat — das ist in Brandenburg gesetzlich vorgeschrieben. Wer seinen Hund regelmäßig in Betreuung gibt, sollte außerdem Impfschutz und Sozialverhalten des Hundes realistisch einschätzen.
Für längere Abwesenheiten lohnt ein Blick auf Tierheime in der Region, die manchmal Kurzzeitpensionsplätze anbieten. Das Tierheim Brandenburg an der Havel ist eine erste Anlaufstelle für lokale Empfehlungen und Vermittlung. Buche Plätze in Ferienzeiten rechtzeitig — gerade im Sommer sind viele Betreuungsplätze früh vergeben. Gute Pensionen erlauben einen Besuch vor der ersten Buchung, damit sich dein Hund die Umgebung ansehen kann.
Saisonal in Brandenburg an der Havel
Die Havel und die umliegenden Seen spiegeln jede Jahreszeit anders. Was im Frühling noch ein weicher Wiesenrand ist, kann im Sommer zur Hitzetestrecke werden — und im Winter liegt manchmal dichter Nebel über den Kanälen. Wer die saisonalen Eigenheiten kennt, plant sicherer und schöner.
Frühling: Brut- und Setzzeit am Wasser
Im Frühling erwacht die Havellandschaft — und gleichzeitig beginnt für viele Tiere die sensibelste Zeit des Jahres. Wasservögel, Reiher und Enten brüten an den Ufern der Havel, des Beetzsees und der kleineren Kanäle. In dieser Zeit gelten in ausgewiesenen Naturschutzbereichen oft verschärfte Regeln: Hunde müssen angeleint bleiben, manche Uferbereiche sind ganz gesperrt. Informiere dich über aktuelle Schutzzonen beim Landesamt für Umwelt Brandenburg unter lfu.brandenburg.de — die Karten der Schutzgebiete helfen dir, Wege gezielt auszuwählen.
Auch Feldwege rund um die Stadt sind im Frühling zu beachten: Feldhasen setzen ihre Jungen in flachen Mulden ab, oft kaum sichtbar im hohen Gras. Ein Hund mit starkem Jagdtrieb kann dort enormen Schaden anrichten. Kurze Leine und ruhige Wege schützen Wildtiere und ersparen dir rechtlichen Ärger — das Aufscheuchen oder Stören von Wildtieren ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Gerade im April und Mai lohnt es sich, bekannte Wege zu bevorzugen statt neue Trampelpfade abseits der Wege zu erkunden.
- Ufer der Havel und Seen: Anleinpflicht in Schutzzonen prüfen
- Feldwege: Bodenbrüter und Junghasen meiden
- Aktuelle Sperrungen beim Landesamt für Umwelt abrufen
- Hund bei starkem Jagdtrieb an der Leine lassen
Positiv ist: Im Frühling sind die Temperaturen angenehm, der Boden trocknet langsam ab und längere Runden werden wieder möglich. Der Stadtpark und die Wallanlagen zeigen sich mit frischem Grün — schöne Kulisse für eine Morgenrunde ohne Hitze und Gedränge.
Sommer: Hitze, Wasser und Blaualgen
Sommer in Brandenburg an der Havel bedeutet oft tagelange Hitze, klares Wasser und Hochbetrieb an den Ufern. Die Havel und die umliegenden Seen laden zum Baden ein — für Hunde und Menschen. Doch gerade in Hitzeperioden können Blaualgen in stehenden und schwach fließenden Gewässern für Hunde lebensgefährlich sein. Cyanobakterien-Toxine wirken schnell und können innerhalb von Stunden zum Tod führen. Lass deinen Hund nicht in trübem, grünlich-schimmerndem Wasser schwimmen und prüfe aktuelle Meldungen beim Gesundheitsamt oder dem Badegewässer-Monitoring des Landes Brandenburg.
Plane Spaziergänge in den frühen Morgen oder Abendstunden — Asphalt und Pflastersteine speichern die Tageshitze und können Hundepfoten verbrennen. Ein einfacher Test: Halte deinen Handrücken sieben Sekunden auf den Boden. Ist er zu heiß für dich, ist er zu heiß für deinen Hund. Wasser zum Trinken immer mitführen, Schatten auf der Route einplanen. Besonders kurzköpfige Rassen wie Möpse oder Bulldoggen sind hitzegefährdet und sollten in der Mittagshitze drinnen bleiben.
- Badewasser: auf Blaualgen-Warnungen achten
- Spaziergänge: morgens oder abends planen
- Pfoten: Bodentemperatur mit der Hand prüfen
- Trinkwasser immer dabei haben
- Kurzköpfige Rassen besonders schützen
Brandenburg an der Havel ist im Sommer touristisch beliebt — Fähren, Ausflugsboote und Radfahrer bevölkern die Ufer. Dein Hund sollte sicher auf Begegnungen mit fremden Menschen, Rädern und Bootsgeräuschen reagieren. Falls er dort noch unsicher ist, wähle ruhigere Stadtteile und Zeiten außerhalb des Wochenendrummels.
Herbst: Pilze, Nebel und Jagdsaison
Der Herbst verwandelt die Wälder rund um Brandenburg an der Havel in eine bunte, feuchte Landschaft. Für Hunde bedeutet das: Pilzgefahr. Viele wild wachsende Pilze — darunter Knollenblätterpilz, Pantherpilz und Speitäubling — sind für Hunde giftig. Hunde fressen Pilze manchmal neugierig und schnell, ohne dass du es bemerkst. Halte deinen Hund im Wald nah bei dir, trainiere ein zuverlässiges "Aus"-Kommando und beobachte ihn nach Waldausflügen auf Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Apathie. Im Verdachtsfall sofort zum Tierarzt.
Ab Herbst beginnt in Brandenburg die Jagdsaison — je nach Wildart von September bis Januar. In Wäldern und Feldfluren rund um die Stadt kann es zu Treibjagden kommen, an denen Hunde durch Schussgeräusche erschrecken oder in Gebiete geraten können, die für die Jagd gesperrt sind. Informiere dich über Jagdruhe-Tage und Jagdgebiete bei der zuständigen unteren Jagdbehörde des Landkreises. Ein reflektierendes Halsband oder eine orangefarbene Weste macht deinen Hund in der Dämmerung sichtbar — und signalisiert Jägern, dass es sich um einen zahmen Hund handelt.
- Pilze im Wald: Hund beaufsichtigen, "Aus" üben
- Symptome nach Waldausflug beobachten
- Jagdsaison: Sperrzonen und Jagdtage anfragen
- Reflektierendes Halsband oder Warnweste für Dämmerstunden
Die kühleren Temperaturen machen längere Runden wieder angenehm. Der Marienberg und die Feldwege Richtung Kirchmöser bieten im Herbst stille, farbenprächt ige Strecken ohne Sommerhitze. Achte auf nasse Laubschichten auf Brücken und Holzstegen — sie werden rutschig und können für Hunde gefährlich sein.
Winter: Eis, Streumittel und kurze Tage
Winter an der Havel bringt Frost, Nebel und manchmal zugefrorene Kanäle. Betrete kein Eis auf der Havel oder den Seen und lass deinen Hund nicht darauf laufen — die Eisdecke ist oft dünner als sie aussieht, besonders an strömungsreichen Stellen. Brich einen Ausflug ans Ufer ab, sobald dein Hund beginnt, eigenständig Richtung Eisfläche zu ziehen. Stelle deinen Hund auf sicheres Terrain und halte ihn dabei an der Leine.
Auf Gehwegen und Straßen in der Innenstadt wird im Winter oft Streusalz oder Split eingesetzt. Salz reizt die Pfoten, trocknet die Haut aus und kann bei Aufnahme zu Erbrechen führen. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang mit lauwarmem Wasser. Pfotenwachs bietet zusätzlichen Schutz vor Kälte und chemischen Streumitteln. Für Hunde mit kurzen Beinen oder wenig Unterfell kann ein Hundemantel bei Temperaturen unter null Grad sinnvoll sein — das ist keine Frage von Optik, sondern von Komfort und Gesundheit.
- Eis auf Havel und Seen: nie betreten oder belasten
- Pfoten nach Stadtspaziergängen waschen
- Pfotenwachs als Schutz vor Streusalz nutzen
- Kurzhaarige und kleine Hunde mit Mantel ausstatten
Die Tage sind kurz — viele Runden finden in der Dämmerung oder Dunkelheit statt. Ein LED-Leuchthalsband oder eine Stirnlampe macht euch für Autos und Radfahrer sichtbar. Die ruhigen Wintermonate sind außerdem eine gute Zeit, um mit einem Trainer an Fähigkeiten zu arbeiten, die im Sommer im Freien schwerer zu üben sind.
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