Garmisch-Partenkirchen liegt am Fuß der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, und bietet Hundehaltenden eine der wildesten Kulissen im ganzen Land. Morgens zieht Nebelschleier durch die Loisach-Auen, mittags glitzert die Partnach in ihrem tiefen Felsenbett, abends färbt das Alpenglow die Waxenstein-Kette rosa. Wer mit Hund hier lebt oder zu Besuch ist, bekommt eine Stadt, die sich zwischen Kurort-Tradition und Bergwelt-Abenteuer bewegt — und das spürt man auf jedem Schritt.
Der Markt Garmisch-Partenkirchen zählt rund 27 000 Einwohner und ist gleichzeitig Tor zu Alpspitze, Reintal und Partnachklamm. Hunde gehören hier zum Straßenbild: auf der Ludwigstraße, am Kurpark, an den Berggasthöfen. Dennoch gelten in Schutzgebieten, auf Wanderwegen und in der Innenstadt klare Regeln, die du kennen solltest, bevor du die Leine einpackst.
Diese Seite sammelt alles, was du für einen entspannten Alltag oder Tagesausflug mit Hund in Garmisch-Partenkirchen brauchst: die schönsten Routen, die wichtigsten Vorschriften, praktische Adressen und saisonale Hinweise. Die Angaben basieren auf dem Stand der Recherche — prüfe aktuelle Regelungen immer direkt bei der Gemeinde oder den zuständigen Behörden.
Tagesausflüge mit Hund in Garmisch-Partenkirchen
Der Geruch von Latschenkiefer, das Rauschen der Partnach, kühle Talluft selbst im Hochsommer — Garmisch-Partenkirchen ist für Hunde ein Sinnenfest. Die Region bietet Routen für jede Kondition, vom flachen Spaziergang durch die Loisach-Auen bis zur anspruchsvollen Wanderung ins Reintal. Bedenke: Im Alpenraum ändern sich Wegeverhältnisse und Sperrungen schnell — informiere dich vor dem Aufbruch beim Markt Garmisch-Partenkirchen oder beim lokalen Alpenvereins-Stützpunkt.
Partnachklamm und Reintalweg
Die Partnachklamm gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Bayerns und beginnt direkt am Olympia-Skistadion. Der in den Fels gesprengten Galerie entlang braust die Partnach mit voller Kraft — ein Erlebnis, das Mensch und Hund gleichermaßen in den Bann zieht. Der Eintrittskassenbereich ist eng, Hunde müssen in der Klamm angeleint bleiben; prüfe die aktuelle Besucherordnung der Klammbetreiber vor Ort, da sich Regelungen ändern können. Wer die Klamm passiert hat, wandert auf dem Reintalweg weiter Richtung Partnachalm — hier öffnet sich das Tal, und dein Hund kann auf ruhigen Abschnitten neben dir herlaufen.
Der Weg ins Reintal ist gut markiert und führt über mehrere Stunden bis zur Reintalangerhütte. Für einen Tagesausflug mit Hund eignen sich die ersten vier bis fünf Kilometer bis zur Bockhütte besonders gut. Die Wegoberfläche ist steinig; robuste Pfoten sind im Vorteil, Hundeschuhe können auf langen Abschnitten sinnvoll sein. Plane ausreichend Pausen ein — an der Partnach gibt es viele Stellen, an denen dein Hund trinken und kühlen kann.
Loisach-Auen und Kurpark
Wer es flacher mag, ist in den Loisach-Auen richtig. Der Fluss schlängelt sich nördlich des Ortszentrums durch breite Wiesenflächen; auf vielen Abschnitten ist der Uferweg gut begehbar und für Hunde ein olfaktorisches Paradies. Die Auen sind Lebensraum für Wasser- und Wiesenvögel — in der Brut- und Setzzeit (März bis Juni) solltest du deinen Hund konsequent anleinen und ausgeschilderte Schutzzonen meiden. Informiere dich beim Bayerischen Landesamt für Umwelt über aktuelle Schutzgebietsregelungen in der Region.
Der Kurpark im Herzen von Garmisch-Partenkirchen lädt zu entspannten Spaziergängen ein, verlangt aber in den gepflegten Parkbereichen Leinenpflicht. Die Wege sind breit und asphaltiert, ideal für ältere Hunde oder nach einem langen Bergtag. Am Kurpark-Kiosk und in den angrenzenden Cafés wirst du als Hundehaltender oft herzlich begrüßt — frage dennoch immer kurz nach, bevor du deinen Hund mit an den Tisch nimmst.
Alpspitze-Umrundung und Kreuzeckgebiet
Das Kreuzeckgebiet oberhalb von Garmisch ist mit der Bayerischen Zugspitzbahn erreichbar — ob Hunde in Gondeln und Bahnen mitfahren dürfen, variiert je nach Linie und Saison, also frage vor der Fahrt direkt bei der Bayerischen Zugspitzbahn nach. Zu Fuß erreichst du das Kreuzeck über den Hausbergsteig, einen mittelschweren Anstieg mit lohnenden Panoramablicken. Oben angekommen, eröffnen sich weite Almweiden, auf denen du deinen Hund — außerhalb der Beweidungszeiten und fern von Weidetieren — freier laufen lassen kannst. Weidetiere, insbesondere Rinder und Schafe mit Lämmern, sind hier im Sommer allgegenwärtig: Hunde immer anleinen, wenn Weidetiere in Sichtweite sind.
Die Almwirtschaft rund um das Kreuzeck ist aktiv bewirtschaftet. Halte deinen Hund von Zäunen und Herden fern, und vermeide es, durch eingezäunte Weiden zu laufen. Auf den Höhenlagen kann Wetter schnell umschlagen — pack Regenkleidung und eine Notration für deinen Hund ein. Die Alpspitze selbst (über die Osterfelderbahn oder zu Fuß) ist für Hunde kein geeignetes Ziel, da die Gipfelregion felsig und ausgesetzt ist.
Eibsee und Zugspitzplateau
Der Eibsee liegt rund sieben Kilometer westlich von Garmisch-Partenkirchen und ist eines der malerischsten Seen-Ziele Bayerns. Der Rundweg um den See (etwa sieben Kilometer) ist gut ausgebaut, führt durch lichten Bergwald und bietet traumhafte Blicke auf die Zugspitze. Hunde müssen am Eibsee angeleint bleiben — das Naturschutzgebiet und die Badeordnung schreiben das vor; prüfe die aktuellen Hinweisschilder vor Ort, da sich Bade- und Hunderegelungen saisonal ändern können. An heißen Sommertagen ist der Uferbereich stark frequentiert; plane deinen Besuch lieber für den frühen Morgen oder späten Nachmittag.
Die Fahrt aufs Zugspitzplateau mit der Zahnradbahn oder der Seilbahn ist für Hunde aus praktischen und sicherheitstechnischen Gründen nicht empfehlenswert. Das Gipfelgelände ist schneegeprägt, kalt und für Hunde schwer zu begehen. Genieße mit deinem Hund stattdessen die Seenlandschaft am Eibsee oder die Waldwege im Talbereich — hier habt ihr deutlich mehr Platz und Freiheit. Für die An- und Abfahrt zum Eibsee empfiehlt sich das eigene Auto, da der ÖPNV-Anschluss begrenzt ist.
Hund und lokale Regeln in Garmisch-Partenkirchen
Wer mit Hund in Garmisch-Partenkirchen unterwegs ist, spürt schnell: Hunde sind willkommen, aber der Markt und der Freistaat Bayern haben klare Vorstellungen davon, wie das funktioniert. Leinenpflicht, Hundesteuer, Listenhunde — das Regelwerk ist übersichtlich, wenn man es kennt. Im Zweifel gilt: Frag bei der Gemeinde nach, lies die Schilder vor Ort, und verhalte dich so, dass der nächste Hundehaltende auch noch willkommen ist.
Leinenpflicht in Garmisch-Partenkirchen
Im Markt Garmisch-Partenkirchen gilt grundsätzlich Leinenpflicht in der Innenstadt, auf öffentlichen Plätzen und in Parkanlagen. In Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten und auf bewirtschafteten Almen ist das Anleinen ebenfalls Pflicht — und das betrifft einen großen Teil der Wanderwege rund um den Ort. Die bayerische Rechtslage sieht vor, dass Hunde im öffentlichen Raum so zu halten sind, dass keine Gefährdung anderer entsteht; die konkrete Ausgestaltung regelt die jeweilige Gemeindesatzung.
Für Wanderwege im Bergbereich gilt: Auf Wegen mit Weidetieren ist Anleinen Pflicht. Das ist keine Empfehlung, sondern eine rechtliche Anforderung nach dem bayerischen Naturschutz- und Weiderecht. Aktuelle Sperrzonen und saisonale Regelungen findest du auf der Website des Marktes oder beim zuständigen Landratsamt Garmisch-Partenkirchen. Plane deine Route so, dass du immer eine Leine griffbereit hast — auch auf Abschnitten, die du als „frei" einschätzt.
- Innenstadt, Fußgängerzone, Kurpark: Leinenpflicht
- Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete: Leinenpflicht
- Bereiche mit Weidetieren: Leinenpflicht, Abstand halten
- Freie Flächen außerhalb Schutzgebiete: prüfe aktuelle Beschilderung vor Ort
Anmeldung und Hundesteuer
In Deutschland — und damit auch in Garmisch-Partenkirchen — besteht Meldepflicht für Hunde beim zuständigen Marktamt. Wer seinen Wohnsitz im Markt hat und einen Hund hält, muss diesen innerhalb der vorgeschriebenen Frist anmelden. Im Gegenzug erhältst du die Hundesteuermarke, die dein Hund im öffentlichen Raum tragen muss. Die Höhe der Hundesteuer regelt die gemeindliche Steuersatzung — konkrete Beträge erfährst du direkt beim Markt Garmisch-Partenkirchen, da Satzungen jederzeit angepasst werden können.
Für Tagegäste und Touristen gilt die Meldepflicht nicht. Wer jedoch länger als einige Wochen bleibt oder den Hauptwohnsitz verlegt, sollte die Anmeldepflicht ernst nehmen. Auskunft gibt das Marktamt Garmisch-Partenkirchen direkt. Vergiss nicht: Nicht gemeldete Hunde können zu Bußgeldern führen — die Höhe richtet sich nach der aktuellen Verordnung.
Öffentlicher Nahverkehr und Gastronomie
Im öffentlichen Nahverkehr in Bayern gilt für Hunde grundsätzlich: kleine Hunde in Transportboxen reisen oft kostenlos, größere Hunde benötigen in der Regel ein eigenes Ticket und müssen angeleint und mit Maulkorb reisen. Die genauen Bedingungen variieren je nach Verkehrsverbund und Linie — im Raum Garmisch-Partenkirchen ist der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) zuständig, dazu kommen Züge der Deutschen Bahn und die Bayerische Zugspitzbahn. Prüfe die aktuellen Beförderungsbedingungen auf den Websites der jeweiligen Anbieter, bevor du einsteigst.
In der Gastronomie ist Garmisch-Partenkirchen erfreulich hundefreundlich — viele Berggasthöfe, Biergärten und Cafés begrüßen Hunde auf der Terrasse oder im Außenbereich. Im Innenraum entscheidet der Wirt; frage immer kurz nach, bevor du deinen Hund mit hineinführst. Wasser für den Hund ist in vielen Lokalen selbstverständlich, aber auch hier gilt: höflich nachfragen öffnet mehr Türen als Voraussetzen. Auf Märkten und Volksfesten — Garmisch hat mehrere im Jahr — herrscht oft Gedränge; überlege, ob dein Hund damit klarkommt.
Listenhunde und Kotentsorgung
Bayern führt eine Liste potenziell gefährlicher Hunderassen, für die besondere Auflagen gelten. Dazu zählen nach der Bayerischen Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit unter anderem Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Für diese Hunde gilt im öffentlichen Raum grundsätzlich Leinenpflicht und Maulkorbpflicht; zudem sind behördliche Erlaubnisverfahren vorgeschrieben. Die vollständige und aktuelle Liste sowie alle Auflagen findest du beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege — prüfe dort die jeweils gültige Fassung der Verordnung.
Zur Kotentsorgung: Im gesamten Marktgebiet besteht die Pflicht, Hundekot sofort zu entfernen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Garmisch-Partenkirchen stellt an frequentierten Wegen Spender mit Kotbeuteln auf — dennoch empfiehlt es sich, eigene Beutel mitzuführen, da Spender gelegentlich leer sind. Wer den Kot liegen lässt, riskiert ein Bußgeld; die Höhe richtet sich nach der aktuellen Gemeindesatzung. Auf Wanderwegen im Bergbereich gilt dasselbe: Hinterlasse keine Hinterlassenschaften auf dem Weg — pack die Beutel in deinen Rucksack und entsorge sie im nächsten Mülleimer.
Praktisches vor Ort in Garmisch-Partenkirchen
Wer mit Hund in den Werdenfelser Bergen unterwegs ist, merkt schnell: Die Infrastruktur hier ist auf Besucher ausgerichtet — aber nicht immer auf vierbeinige. Ein paar praktische Informationen im Vorfeld sparen Stress und sichern euren Ausflug ab.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst
In Garmisch-Partenkirchen selbst gibt es mehrere tierärztliche Praxen, die Hunde in der Regelversorgung betreuen. Für akute Verletzungen am Berg — Pfotenschnitte an Felsen, Überhitzung oder Zeckenstiche — ist eine schnelle Erreichbarkeit entscheidend. Informiere dich vor deiner Anreise, welche Praxis in deiner Urlaubszeit Notdienst hat, denn der Bereitschaftsdienst wechselt unter den niedergelassenen Tierärzten im Landkreis. Die Website des Landkreises Garmisch-Partenkirchen gibt Hinweise auf zuständige Stellen und Behörden im Bereich Veterinärwesen. Für echte Notfälle außerhalb der Sprechzeiten empfiehlt sich außerdem die Tierklinik München als nächste größere Notfallklinik — die Anfahrt beträgt etwa eine Stunde.
Nimm auf Bergtouren immer ein einfaches Erste-Hilfe-Set für Hunde mit: Verbandsmaterial, eine Pinzette für Zecken und etwas Desinfektionsmittel gehören ins Gepäck. Das Gelände rund um Zugspitze, Kramer und Estergebirge ist stellenweise felsig und unwegsam — Pfoten können dort schnell Schaden nehmen. Informiere dich außerdem beim Deutschen Alpenverein über Verhaltensregeln bei Notfällen im Gebirge.
Hundeschulen und Training vor Ort
Für Hundehalter, die längere Zeit in der Region verbringen — etwa im Urlaub oder als Neu-Zugezogene — lohnt ein Blick auf das lokale Angebot an Hundeschulen. Im Raum Garmisch-Partenkirchen und den umliegenden Gemeinden wie Mittenwald, Murnau und Weilheim gibt es verschiedene Anbieter, die Einzel- und Gruppentraining anbieten. Wähle eine Schule, die mit positiver Verstärkung arbeitet — gerade in einer reizreichen Bergumgebung mit Wildtieren, Bergbahnen und vielen Touristen braucht ein Hund ein verlässliches Rückruf- und Apportierkommando.
Ein gut ausgebildeter Hund macht Bergtouren für alle Beteiligten entspannter — und schützt zugleich das Wild. Frage bei der Touristinfo oder deiner Unterkunft nach aktuellen Empfehlungen vor Ort, da Anbieter wechseln können. Achte beim Auswählen auf zertifizierte Trainer, die dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) oder einer vergleichbaren Organisation angehören.
Auslaufflächen und Hundewiesen
Garmisch-Partenkirchen ist keine Großstadt mit ausgewiesenen Hundefreilaufflächen im urbanen Sinne — dafür bietet die freie Landschaft rund um den Ort weitaus großzügigere Möglichkeiten. Dennoch gilt: Im Ortskern, in Parkanlagen und auf öffentlichen Grünflächen besteht grundsätzlich Leinenpflicht, und diese wird in Tourismusorten wie diesem auch kontrolliert. Prüfe die aktuellen Regelungen auf der offiziellen Website der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen, bevor du deinen Hund freilaufen lässt.
Außerhalb des Ortsbereichs — etwa auf breiten Forstwegen im Esterwald oder auf ruhigeren Abschnitten entlang der Loisach — kannst du deinen Hund unter guter Sichtkontrolle oft frei laufen lassen, sofern keine Beschilderung es untersagt und kein Wild die Fläche frequentiert. Gerade in der Zwischensaison, wenn wenige Wanderer unterwegs sind, eignen sich solche Wege gut zum entspannten Spazieren. Halte deinen Hund in Waldrandbereichen aber immer griffbereit — Rehe, Hasen und Gämsen queren diese Zonen regelmäßig.
Hundefreundliche Unterkünfte und Betreuung
Die Ferienregion Garmisch-Partenkirchen hat eine ausgeprägte Tourismuskultur, und viele Gasthöfe, Ferienwohnungen und kleinere Hotels nehmen Hunde auf — teilweise gegen einen Aufpreis pro Nacht. Kläre bei der Buchung immer konkret: Darf der Hund ins Zimmer? Gibt es eine Hundedusche oder zumindest einen Außenbereich zum Abtrocknen nach verregneten Touren? Sind mehrere Hunde erlaubt? Diese Details machen den Unterschied zwischen einem entspannten und einem stressigen Urlaub.
Für Tage, an denen du deinen Hund nicht mitnehmen kannst oder möchtest — etwa bei einer Zugspitzbesteigung, wo Hunde auf Teilen der Route nicht erlaubt oder sicherheitstechnisch nicht geeignet sind — ist eine verlässliche Hundebetreuung hilfreich. Frage bei deiner Unterkunft nach Empfehlungen für lokale Hundesitter oder Pensionen in der Umgebung. Im Landkreis gibt es einzelne Anbieter für Tagesbetreuung; auch hier lohnt eine Recherche vor der Abreise, da das Angebot saisonal variiert. Plane solche Tage rechtzeitig, denn in der Hochsaison sind Betreuungsplätze schnell vergeben.
Saisonal in Garmisch-Partenkirchen
Das Werdenfelser Land folgt einem klaren Jahresrhythmus — und der bestimmt, was du mit deinem Hund draußen erlebst. Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Schönheiten, aber auch ihre eigenen Tücken. Wer das kennt, ist besser vorbereitet.
Frühling: Schneeschmelze, Brut- und Setzzeit
Der Frühling kommt in Garmisch-Partenkirchen oft zögerlich. Während im Tal schon die ersten Krokusse auf den Wiesen der Zugspitzstraße blühen, liegen die Hänge des Wettersteingebirges noch unter meterhohem Schnee. Diese Übergangszeit im April und Mai ist für Hunde wanderungsbegeisterte Besitzer verlockend — aber auch sensibel. Die Schneeschmelze macht viele Wege rutschig und reißende Bäche unpassierbar; prüfe aktuelle Wegeverhältnisse beim Deutschen Alpenverein oder der zuständigen Bergwacht.
Gleichzeitig beginnt die Brut- und Setzzeit für zahlreiche Wildtierarten in der Region. Rehkitze liegen regungslos im hohen Gras — ein freilaufender Hund kann sie erschrecken, verletzen oder sogar töten, ohne böse Absicht. Gamswild zieht in dieser Zeit auf die unteren Almhänge. Halte deinen Hund im Frühjahr konsequent an der Leine, besonders abseits markierter Wege. Das Bayerische Naturschutzgesetz schützt Wild und seine Lebensräume; Verstöße können zu empfindlichen Bußgeldern führen. Mehr dazu findest du beim Bayerischen Landesamt für Umwelt.
Auf den tiefer gelegenen Wiesenpfaden rund um Farchant, Grainau und Burgrain sind Frühlingsspaziergänge wunderschön — blühende Obstgärten, klare Bergluft, noch wenige Touristen. Nutze diese ruhige Phase, bevor der Sommer einsetzt. Aber kontrolliere deinen Hund nach jedem Ausgang sorgfältig auf Zecken — die Saison beginnt hier bereits im März, sobald die Temperaturen zweistellig werden.
Sommer: Hitze, Wasser und Hochbetrieb
Der Sommer in Garmisch-Partenkirchen ist die Hauptsaison — und das merkt man überall. Parkplätze an Eibsee und Riessersee sind früh voll, Wanderwege bevölkert, Berggasthöfe ausgebucht. Für Hunde bedeutet das: mehr Begegnungen, mehr Reize, mehr Stressmomenten. Ein gut sozialisierter Hund kommt damit gut zurecht — dennoch lohnt es sich, die beliebtesten Routen in den frühen Morgenstunden zu gehen, wenn noch Kühle und Ruhe herrschen.
Die Hitze ist im Tal spürbar, auch wenn die Berge kühl wirken. Asphalt und südexponierte Felsen heizen sich stark auf und können Pfoten verbrennen. Prüfe die Temperatur einer Fläche mit dem Handrücken, bevor dein Hund darüber läuft. Der Eibsee ist ein beliebter Badesee — ob Hunde dort ins Wasser dürfen und an welchen Abschnitten, prüfe bitte die aktuellen Regelungen direkt vor Ort, da diese je nach Bereich und Saison variieren können. Die Loisach und kleinere Bergbäche bieten oft unkompliziertere Abkühlmöglichkeiten, solange der Wasserstand moderat ist.
Im Hochsommer ist außerdem auf Blaualgen in stehenden Gewässern zu achten — diese können für Hunde gefährlich bis tödlich sein. Informiere dich bei der Gemeinde oder am Seeufer über aktuelle Warnhinweise, bevor dein Hund ins Wasser geht. Führe auf Sommertouren immer ausreichend frisches Trinkwasser für deinen Hund mit — Bergquellen können verlockend aussehen, sind aber nicht immer keimfrei.
Herbst: Goldene Wälder und Brunftzeit
Der Herbst ist für viele die schönste Jahreszeit in den Werdenfelser Bergen. Die Lärchenwälder am Estergebirge leuchten goldgelb, die Luft ist klar und kühl, und die großen Touristenmassen sind abgezogen. Für Hunde und ihre Menschen beginnen die ruhigsten und schönsten Wandermonate — lange Forstwegspaziergänge ohne Gedränge, entspannte Rückkehr in die Gasthöfe.
Aber der Herbst bringt auch die Hirschbrunft, die in den Wäldern rund um Mittenwald und im Loisachtal zwischen September und Oktober ihren Höhepunkt erreicht. Rothirsche sind in dieser Zeit aggressiv und unberechenbar — auch gegenüber Hunden und deren Haltern. Halte deinen Hund im und am Waldrand unbedingt an der kurzen Leine und meide dämmerungsaktive Zeiten in Wildwechselgebieten. Das ist keine Vorsichtsmaßnahme für ängstliche Menschen, sondern schlicht sinnvoll.
Gleichzeitig steigt im Herbst die Jagdaktivität im Landkreis. Jäger sind in Feld und Wald aktiv; freilaufende Hunde können Treibjagden stören oder selbst in gefährliche Situationen geraten. Informiere dich bei Forstämtern oder über Aushänge an Waldparkplätzen, ob in deinem geplanten Wandergebiet Jagdtage stattfinden. Trage deinen Hund in der Dämmerung sichtbar — ein leuchtendes Halsband oder eine Signalweste erhöht die Sicherheit für euch beide.
Winter: Schnee, Eis und Skitrubel
Winter in Garmisch-Partenkirchen bedeutet Schnee auf den Gipfeln, Frost im Tal und den Duft von Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Für Hunde ist es eine zwiegespältige Jahreszeit: Viele lieben Schnee und toben begeistert durch frische Flächen — andere leiden unter kalten Pfoten und Streusalz. Prüfe nach jedem Stadtspaziergang die Pfoten deines Hundes und wasche sie ab, um Salzverätzungen zu vermeiden. Pfotenpflegecremes oder spezielle Hundeschuhe können helfen.
Rund um die Skigebiete am Hausberg, an der Zugspitze und in der Alpspitz-Arena gelten im Winter besondere Regeln. Auf Skipisten und in unmittelbarer Nähe von Liften sind Hunde in der Regel nicht erlaubt — prüfe das immer direkt bei den Bergbahnen, bevor du mit Hund anreist. Abseits der Pisten gibt es jedoch schöne Winterwanderwege, zum Beispiel das Reintal im unteren Abschnitt oder die geräumten Wege rund um Grainau und Burgrain, die auch für Hunde gut zugänglich sind.
Vereiste Hänge und Lawinengefahr sind in diesem Berggebiet keine Theorie. Informiere dich täglich über den Lawinenlagebericht Bayern, den der Lawinenwarndienst des Bayerischen Landesamtes für Umwelt herausgibt, bevor du mit deinem Hund abseits gesicherter Wege unterwegs bist. Laufe im Winter nie allein auf ungesicherten Bergwegen — das gilt für dich und deinen Hund gleichermaßen. Ein GPS-Tracker am Hundehalsband gibt zusätzliche Sicherheit, falls der Hund im Schnee kurz außer Sicht gerät.
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