Zwinkern (als Kommunikationsmittel)
Zwinkern ist ein bewusst eingesetztes Kommunikationssignal, mit dem Hunde sowohl Menschen als auch Artgenossen ihre friedlichen Absichten signalisieren.
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Zwinkern ist ein bewusst eingesetztes Kommunikationssignal, mit dem Hunde sowohl Menschen als auch Artgenossen ihre friedlichen Absichten signalisieren.
Das Zwinkern gehört zu den „Calming Signals“, die die norwegische Hundeverhaltensforscherin Turid Rugaas wissenschaftlich dokumentiert hat. Anders als spontane Reflexe setzen Hunde dieses Signal gezielt ein, um Spannungen zu reduzieren.
Wann zwinkern Hunde Menschen an?
Dein Hund zwinkert dir zu, wenn er deine Aufmerksamkeit möchte oder eine entspannte Verbindung herstellen will. Studien der Universität Portsmouth zeigen: Hunde passen ihre Mimik bewusst an die Anwesenheit von Menschen an.
Ein Beispiel aus der Praxis: Sitzt dein Hund vor dir und zwinkert langsam mit einem Auge, fordert er oft Streicheleinheiten oder Futter. Kombiniert er das Zwinkern mit entspannter Körperhaltung – lockerer Schwanz, weiche Augen – drückt er Vertrauen aus.
Meiner Beobachtung nach zwinkern besonders sozial versierte Hunde gezielt, wenn sie merken, dass ihre Menschen gestresst sind. Das Zwinkern wirkt dann wie ein „Alles ist okay“-Signal.
Wie kommunizieren Hunde untereinander durch Zwinkern?
Unter Hunden funktioniert Zwinkern als Deeskalationssignal. Ein Hund, der einem fremden Artgenossen langsam zuzwinkert, kommuniziert: „Ich bin keine Bedrohung.“
Das passiert typischerweise in angespannten Situationen. Begegnen sich zwei unbekannte Hunde, kann das Zwinkern des einen den anderen beruhigen. Kombiniert mit anderen Calming Signals wie Kopf abwenden oder langsame Bewegungen, verhindert es Konflikte.
Wichtig: Das Zwinkern unterscheidet sich deutlich vom starren Blick, der bei Hunden als Drohgebärde gilt. Beim kommunikativen Zwinkern sind die Gesichtsmuskeln entspannt, der Blick weich.
Können Menschen zurück zwinkern?
Ja – und viele Hunde verstehen das Signal. Zwinkerst du deinem Hund langsam zu, wenn er entspannt ist, interpretiert er das meist als freundliche Geste.
Ein praktischer Test: Setze dich entspannt zu deinem Hund und zwinkere ihm langsam mit einem Auge zu. Zwinkert er zurück oder wird seine Körperhaltung noch entspannter, hat er das Signal verstanden.
Das funktioniert aber nur in ruhigen Situationen. In Stressmomenten kann direkter Blickkontakt – auch mit Zwinkern – zusätzlichen Druck erzeugen.
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