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Wie vermehren sich Hunde?

Hunde vermehren sich durch geschlechtliche Fortpflanzung, wobei der weibliche Zyklus den Zeitpunkt bestimmt.

3 Min Lesezeit
Wie vermehren sich Hunde?
Inhalt
  1. Wann wird eine Hündin das erste Mal läufig?
  2. Wie läuft der Deckakt bei Hunden ab?
  3. Wie lange dauert die Trächtigkeit?
  4. Was passiert bei der Geburt?
  5. Wie lange bleiben Welpen bei der Mutter?
  6. Warum sollten Hunde kastriert werden?

Hunde entstehen durch geschlechtliche Fortpflanzung – und wann das passiert, bestimmt allein der weibliche Zyklus. Was dahinter steckt, folgt klaren biologischen Mustern, die sich aber je nach Rasse und Körpergrösse teils erheblich unterscheiden.

Wann wird eine Hündin das erste Mal läufig?

Der Abstand zwischen zwei Läufigkeiten liegt normalerweise bei 4 bis 13 Monaten, im Mittel bei 7 Monaten.

Erkennbar ist die Läufigkeit an einer geschwollenen Vulva, blutigem Ausfluss und spürbaren Verhaltensänderungen. Die Hündin wirkt unruhiger als sonst, markiert öfter und zeigt plötzlich deutlich mehr Interesse an Rüden.

Wie läuft der Deckakt bei Hunden ab?

Die Hündin steht ruhig und legt die Rute zur Seite, sobald ein Rüde sich nähert. Ein klares Signal.

Nach dem Eindringen schwillt der Bulbus glandis des Rüden an, und es kommt zu dem, was Züchter das „Hängen“ nennen.

Ein Irrtum, der hartnäckig kursiert: Das Hängen ist kein Beweis für eine erfolgreiche Befruchtung. Auch ohne diese Verknotung kann eine Trächtigkeit entstehen – und umgekehrt.

Wie lange dauert die Trächtigkeit?

Die Tragezeit dauert in der Regel rund 63 Tage. Gemessen am Hormonpeak, der den Eisprung auslöst, endet die Trächtigkeit 64 bis 66 Tage später. Warum die Schwankung? Frisches Hundesperma bleibt nach Angaben des MSD Veterinary Manual 9 Tage und länger befruchtungsfähig, der genaue Befruchtungszeitpunkt lässt sich daher oft nicht auf den Tag genau bestimmen.

Was passiert bei der Geburt?

Kurz vor der Geburt wird die Hündin unruhig, hechelt und fängt an, ein Nest zu bauen. Ein zuverlässiges Zeichen: Die Körpertemperatur fällt kurz vor der Geburt oft unter 37,2 °C, innerhalb von 24 Stunden danach setzt die Geburt ein. Wer das im Blick behält, ist kaum je überrascht.

Jeder Welpe kommt in einer Fruchtblase zur Welt. Die Mutter reisst diese normalerweise sofort auf, durchtrennt die Nabelschnur und regt das Neugeborene durch kräftiges Lecken zum Atmen an. Zwischen den einzelnen Welpen liegen typischerweise 30 Minuten bis 2 Stunden.

Dauert die Geburt eines einzelnen Welpen länger als 2 Stunden, oder vergehen mehr als 4 Stunden zwischen zwei Welpen, sollte sofort ein Tierarzt kontaktiert werden. Hier zählt jede Minute.

Wie lange bleiben Welpen bei der Mutter?

Mindestens 8 Wochen sollten Welpen bei der Mutter bleiben. In Deutschland schreibt § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung vor, dass ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden darf. Eine Ausnahme gilt nur, wenn die Trennung nach tierärztlichem Urteil zum Schutz von Muttertier oder Welpe nötig ist. In den ersten drei Wochen sind die Kleinen vollständig auf die Muttermilch angewiesen, daran führt kein Weg vorbei.

Eine Trennung vor der 8. Woche kann langfristig zu Verhaltensproblemen führen: In einer Untersuchung von Pierantoni und Kollegen (2011) zeigten Hunde, die mit 30 bis 40 Tagen aus dem Wurf kamen, als Erwachsene deutlich häufiger Zerstörungsverhalten, übermässiges Bellen, Ängstlichkeit auf dem Spaziergang, Geräuschempfindlichkeit und Ressourcenverteidigung als Hunde, die mit zwei Monaten abgegeben wurden.

Warum sollten Hunde kastriert werden?

Ungeplante Würfe belasten Tierheime massiv und verschärfen das Überpopulationsproblem – das ist keine Übertreibung.

Die Kastration verhindert aber nicht nur unerwünschten Nachwuchs. Sie senkt auch das Risiko für eine Gebärmuttervereiterung, die vor allem unkastrierte Hündinnen trifft. Eine Kastration vor der ersten Läufigkeit senkt zudem das Risiko für Mammatumore deutlich. Beim Rüden ist die Kastration die bevorzugte Behandlung einer gutartigen Prostatavergrösserung, vor Prostatakrebs schützt sie dagegen nicht. Der optimale Zeitpunkt liegt je nach Tier vor der ersten Läufigkeit oder nach Abschluss des Wachstums. Der Tierarzt kann hier individuell beraten.