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Was machen Assistenzhunde?

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Was machen Assistenzhunde?
Definition

Assistenzhunde sind speziell ausgebildete Hunde, die Menschen mit Behinderungen durch konkrete Aufgaben wie Navigation, Signale oder medizinische Warnungen im Alltag unterstützen.

Inhalt
  1. Welche Arten von Assistenzhunden gibt es?
  2. Wie lange dauert die Ausbildung eines Assistenzhundes?
  3. Welche Rechte haben Assistenzhunde in Deutschland?
  4. Was unterscheidet Assistenzhunde von Therapiehunden?

Welche Arten von Assistenzhunden gibt es?

Blindenführhunde navigieren ihre Besitzer um Hindernisse, zeigen Treppen und Bordsteinkanten an. Sie ignorieren dabei Kommandos, die in Gefahr führen würden – ein trainierter „intelligenter Ungehorsam“.

Signalhunde machen gehörlose Menschen auf Türklingeln, Rauchmelder oder weinende Babys aufmerksam. Sie berühren ihren Menschen und führen ihn zur Geräuschquelle.

Mobilitätshilfehunde öffnen Türen, holen Medikamente und stabilisieren Menschen beim Gehen. Ein 35 Kilogramm schwerer Labrador kann einen Rollstuhlfahrer beim Transfer stützen.

Diabetikerwarnhunde riechen Blutzuckerschwankungen am Atem und Schweiß. Sie schlagen bis zu 20 Minuten vor den ersten Symptomen an.

Anfallswarnhunde erkennen epileptische Anfälle im Vorfeld und bringen ihre Menschen in Sicherheit. Die Vorhersage gelingt nicht bei allen Epilepsie-Formen.

PTBS-Assistenzhunde unterbrechen Alpträume durch Berührung, schaffen in Menschenmengen Freiraum und holen bei Panikattacken Medikamente.

Wie lange dauert die Ausbildung eines Assistenzhundes?

Die Grundausbildung dauert 18 bis 24 Monate und kostet zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Blindenführhunde trainieren zusätzlich sechs Monate mit ihrem künftigen Besitzer.

Welpen kommen meist mit acht Wochen zu Patenfamilien, die sie auf das Leben als Assistenzhund vorbereiten. Nicht jeder Hund schafft die Prüfung – etwa 40 Prozent scheiden aus.

Nach der Ausbildung arbeitet ein Assistenzhund durchschnittlich acht Jahre. Dann geht er in den Ruhestand, oft bei seinem Besitzer oder einer neuen Familie.

Welche Rechte haben Assistenzhunde in Deutschland?

In Deutschland regelt das Behindertengleichstellungsgesetz den Zutritt von Assistenzhunden. Sie dürfen in alle öffentlichen Gebäude, Geschäfte und Verkehrsmittel – auch wenn dort „Hunde verboten“-Schilder hängen.

Die Kennzeichnung erfolgt durch ein weißes Führgeschirr mit der Aufschrift „Blindenführhund“ oder ein entsprechendes Abzeichen bei anderen Assistenzhunden. Ein Nachweis der Ausbildung muss mitgeführt werden.

Fluggesellschaften transportieren anerkannte Assistenzhunde kostenlos in der Kabine. Eine Anmeldung 48 Stunden vor Abflug ist meist Pflicht.

Was unterscheidet Assistenzhunde von Therapiehunden?

Assistenzhunde arbeiten dauerhaft mit einem Menschen zusammen und führen spezifische, trainierte Aufgaben aus. Therapiehunde besuchen hingegen verschiedene Menschen in Einrichtungen.

Emotionale Unterstützungshunde haben in Deutschland keine besonderen Rechte. Nur ausgebildete Assistenzhunde mit Nachweis dürfen in normalerweise hundefreie Bereiche.

Die Abgrenzung ist rechtlich relevant: Geschäfte müssen echte Assistenzhunde akzeptieren, können aber andere Hunde ablehnen.