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Was ist Qualzucht?

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Was ist Qualzucht?
Definition

Qualzucht ist die Zucht auf äußere Merkmale, die Hunden lebenslange Schmerzen oder Behinderungen verursachen – nur damit sie einem Schönheitsideal entsprechen.

Inhalt
  1. Welche Rassen sind besonders betroffen?
  2. Wie erkenne ich seriöse Züchter?
  3. Was bedeutet das neue Qualzuchtverbot?
  4. Checkliste vor dem Welpenkauf

Qualzucht ist die Zucht auf äussere Merkmale, die Hunden lebenslange Schmerzen oder Behinderungen verursachen – nur damit sie einem Schönheitsideal entsprechen.

Was viele Menschen „süss“ finden, bedeutet für den Hund oft jahrelange Atemnot, Rückenschmerzen oder Hautinfektionen. Ein Mops mit der „typischen“ platten Nase kann bei 30 Grad nicht mehr richtig atmen. Ein Dackel mit überlangem Rücken hat ein 25-fach höheres Risiko für Bandscheibenvorfälle als andere Rassen.

Welche Rassen sind besonders betroffen?

Brachyzephale Rassen (Kurzschnauzen) wie Mops, Französische Bulldogge oder Englische Bulldogge können oft nur durch den Mund atmen. Bei Stress oder Wärme droht ihnen lebensbedrohliche Atemnot. Englische Bulldoggen haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur 6–8 Jahren – halb so lang wie andere Rassen ähnlicher Grösse.

Dackel und andere Rassen mit extrem langem Rücken entwickeln in 20–25 % der Fälle schwere Wirbelsäulenprobleme. Shar Peis mit ihren extremen Hautfalten leiden häufig unter chronischen Hautentzündungen, die täglich gereinigt werden müssen.

Wie erkenne ich seriöse Züchter?

Seriöse Züchter lassen beide Elterntiere auf Erbkrankheiten testen und zeigen dir die Ergebnisse unaufgefordert. Sie züchten nicht auf Extreme – ein gesunder Mops hat eine sichtbare Schnauze, auch wenn sie kurz ist.

Folgende Warnsignale sprechen gegen einen Züchter: Welpen sind dauerhaft verfügbar, du darfst die Mutter nicht sehen, oder der Züchter bewirbt „besonders platte Nasen“ oder „extra kurze Beine“ als Qualitätsmerkmal.

Was bedeutet das neue Qualzuchtverbot?

Seit 2022 ist Qualzucht in Deutschland explizit verboten – aber die Durchsetzung hinkt. Das Gesetz verbietet die Zucht mit Tieren, bei denen „aufgrund ihres Genotyps oder Phänotyps vorhersehbar ist, dass die Nachzucht Schmerzen, Leiden oder Schäden haben wird“.

In der Schweiz bestehen seit 2008 strengere Regeln: Mops-Züchter müssen nachweisen, dass ihre Hunde mindestens 10 Sekunden am Stück durch die Nase atmen können.

Checkliste vor dem Welpenkauf

Lass dir Gesundheitszeugnisse der Eltern zeigen (HD/ED-Röntgen, Herz-Untersuchung, DNA-Tests je nach Rasse). Beobachte die Eltern: Atmen sie ruhig durch die Nase? Bewegen sie sich normal?

Frage konkret: „Haben Sie schon mal Welpen mit Atemproblemen/Rückenproblemen/Hautproblemen gehabt?“ Ein ehrlicher Züchter gibt zu, wenn es Probleme gab, und erklärt, was er dagegen unternommen hat.