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Verstopfung

4 Min Lesezeit
Verstopfung
Inhalt
  1. Was ist eine Verstopfung beim Hund (Obstipation)?
  2. Was sind die Ursachen von Verstopfung beim Hund?
  3. Wie äussert sich eine Verstopfung beim Hund?
  4. Wie wird eine Verstopfung beim Hund diagnostiziert?
  5. Wie kann eine Verstopfung beim Hund behandelt werden?
  6. Wie ist die Prognose bei einer Verstopfung beim Hund?
  7. Wie kann man einer Verstopfung beim Hund vorbeugen?
  8. Muss ein Hund mit Verstopfung zum Tierarzt?

Was ist eine Verstopfung beim Hund (Obstipation)?

Bei einer Verstopfung, medizinisch Obstipation oder Konstipation genannt, setzt der Hund seltener und verzögert Stuhl ab. Der Kot staut sich im Dickdarm auf und dickt ein, was das Absetzen für den Hund erschwert.

Verstopfungen können akut (plötzlich und vorübergehend) oder chronisch (länger anhaltend) auftreten. Die Ursachen sind vielfältig: falsche Fütterung oder zu wenig Bewegung zählen zu den häufigsten. Meist lässt sich Verstopfung gut behandeln, entscheidend ist, die Ursache zu erkennen und zu beheben. Chronische Verläufe können jedoch zu Komplikationen führen, weshalb eine frühzeitige tierärztliche Untersuchung ratsam ist.

Was sind die Ursachen von Verstopfung beim Hund?

Verstopfungen beim Hund haben viele Ursachen, die sich oft gegenseitig beeinflussen. Zu möglichen Auslösern zählen:

  • Fehler in der Haltung und/oder der Fütterung (z.B. zu wenig Bewegung, zu häufige Knochenfütterung)
  • Zu wenig Flüssigkeit, Austrocknung
  • Verschluckte Fremdkörper (z.B. Haare, Plastik)
  • Medikamente (z.B. Beruhigungsmittel, Antihistaminika, Opioide, Diuretika)
  • Schmerzen im Bereich des Enddarms (z.B. durch eine Analbeutel-Entzündung oder einen Abszess)
  • Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit (z.B. bei orthopädischen Problemen)
  • Einengung des Darms (z.B. durch Tumoren oder eine vergrösserte Prostata)
  • Veränderungen der Dickdarm-Wand (z.B. Divertikel)
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsen-Unterfunktion)
  • Störungen in der Reizweiterleitung der Muskulatur (z.B. bei Lähmungen)

Verstopfungen treten besonders häufig bei geschwächten und alten Hunden auf. Hat der Hund Schmerzen beim Kotabsetzen, vermeidet er es zunehmend, was die Beschwerden weiter verschlimmert.

Wie äussert sich eine Verstopfung beim Hund?

Ein typisches Zeichen ist, dass der Hund immer wieder die Absetzposition einnimmt, aber nur wenig harten, trockenen Kot, oder gar keinen, herausbringt. Manchmal liegt dem Kot Schleim auf. Bei manchen Hunden tritt sogenannter Pseudodurchfall auf: Sie scheiden Schleim oder Blut aus, aber keinen Kot.

Eine chronische Verstopfung kann dazu führen, dass die Darmwand überdehnt wird und ein sogenanntes Megakolon entsteht. Diese Folge der andauernden Obstipation lässt sich nicht rückgängig machen und verursacht dauerhaft Beschwerden.

Wie wird eine Verstopfung beim Hund diagnostiziert?

Bei länger andauernder oder immer wiederkehrender Verstopfung, oder wenn der Hund zusätzliche Beschwerden wie Schmerzen oder Blut im Kot zeigt, ist ein Tierarztbesuch notwendig. Der Tierarzt erfragt zunächst die genauen Symptome und wie lange die Obstipation schon besteht. Anschliessend folgt eine körperliche Untersuchung, bei der unter anderem der Bauch abgehört und der Enddarm ausgetastet wird (rektale Untersuchung).

Ist die Ursache nicht erkennbar und leidet der Hund unter starken Beschwerden, sind weitere Untersuchungen ratsam. Eine Röntgen-Untersuchung des Darms, des Beckens und der unteren Wirbelsäule sowie eine Ultraschall-Untersuchung können Aufschluss geben. Eine Blutuntersuchung hilft, Grunderkrankungen wie Schilddrüsen-Unterfunktion oder Entzündungen festzustellen oder auszuschliessen.

Besteht der Verdacht auf einen Tumor, kann eine Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgen. Dabei führt der Tierarzt einen flexiblen Schlauch mit Kamera in den Darm ein und entnimmt gegebenenfalls Gewebeproben.

Wie kann eine Verstopfung beim Hund behandelt werden?

Die Behandlung richtet sich danach, ob es sich um eine akute oder chronische Verstopfung handelt.

  • Akute Verstopfung: Anpassung des Futters, dem Milch, Flohsamen oder Laktulose zugesetzt werden kann. Klistiere weichen harten Kot auf und regen die Darmbewegungen an.
  • Schwere chronische Verstopfung: Zunächst Flüssigkeitsinfusionen, dann spezielle Klistiere und Abführmittel, die den Darm entleeren. Unterstützend wirken sanfte Bauchmassagen.

Bei chronischer Obstipation kann der Tierarzt den Kot auch mithilfe spezieller Instrumente aus dem Darm entfernen. In schweren Fällen, etwa bei einem Darmverschluss oder einem Tumor, ist eine Operation notwendig.

Wie ist die Prognose bei einer Verstopfung beim Hund?

In den meisten Fällen lässt sich eine Verstopfung gut behandeln. Dauert sie jedoch sehr lange an, kann sich die Darmwand überdehnen (Megakolon), das verschlimmert die Beschwerden und verringert die Heilungschancen.

Wie kann man einer Verstopfung beim Hund vorbeugen?

Einer Verstopfung kann man in vielen Fällen vorbeugen:

  • Ausreichend Bewegung
  • Ausgewogenes, ballaststoffreiches Futter und ausreichend Wasser
  • Trockenem Futter Kleie, Flohsamen oder Leinsamen zusetzen
  • Wenig Milch und Laktulose als stuhlauflockernde Massnahmen

Muss ein Hund mit Verstopfung zum Tierarzt?

Setzt der Hund wesentlich seltener als sonst Kot ab, oder schafft es trotz Versuchen gar nicht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Gleiches gilt bei Schmerzen oder wenn die Verstopfung länger andauert. Wer früh handelt, verhindert, dass sich die Beschwerden verschlimmern und Komplikationen entstehen.